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: 3. Liga: Wird die Saison zu Ende gespielt?

: 3. Liga: Wird die Saison zu Ende gespielt?

Das Coronavirus grassiert und legt das öffentliche Leben zunehmend lahm. Was bedeutet das für die Fußball-Ligen? Nach der Absage von zwei Spieltagen treffen sich am Montag in Frankfurt Vertreter der Deutschen Fußball Liga (DFL) und die Spitzenfunktionäre der Drittliga-Clubs, um über das weitere Vorgehen zu beraten. MSV-Sportchef Ivo Grlic geht davon aus, dass die Saison nicht zu Ende gespielt wird.

. Es war keine alltägliche Pressekonferenz, zu der MSV-Geschäftsführer Michael Klatt, Sportdirektor Ivo Grlic und Chefcoach Torsten Lieberknecht da im Bauch der MSV-Arena zusammenkamen. Das Sportliche ist aktuell ganz weit in den Hintergrund gedrängt. Lieberknecht sagte zwar noch, „dass wir uns aktuell auf die nächste Partie gegen Chemnitz konzentrieren“, und dass alle hoffen würden, dass das Spiel am 21. März in der schauinsland-reisen-arena auch tatsächlich stattfindet. Aber so wirklich überzeugt davon, dass dem auch so ist, klang der MSV-Trainer nicht. Man kann es ihm nicht verübeln. Denn angesichts der Absagenflut auf allen Ebenen, der zwei bestätigten Corona-Fälle von Hannover 96-Spielern und der Perspektive, die einen weiteren Saisonverlauf ohne Zuschauer in den Stadien mit sich bringen würde, fehlt ein wenig die Fantasie, wie diese Spielzeit im Profi-Fußball noch zu retten sein soll. Michael Klatt hat es mal vorgerechnet. „Ein Geister-Heimsspiel bedeutet für uns einen Gewinnverlust von rund 260.000 Euro.“ Da der MSV noch sechs Heimspiele anstehen hat, sprechen wir von einem Verlust von 1,56 Millionen Euro. „Das wäre für uns absolut nicht darstellbar. Und mit dieser Meinung sind wir nicht alleine.“ Am morgigen Montag sitzt Klatt gemeinsam mit seinen Geschäftsführer-Kollegen und DFL-Vertretern in Frankfurt zusammen. Dann soll beraten werden, wie es weiter geht. Dass das kein einfaches Unterfangen wird, weiß natürlich auch Michael Klatt. „Es ist hochgradig kompliziert. Aber wir brauchen eine Lösung, die der Wirtschaftlichkeit Rechnung trägt.“ Das könnte ein Rettungsschirm der DFL sein, das könnte eine Verlängerung der Saison bis weit in den Mai hinein sein, das könnte aber auch die vorzeitige Beendigung der Saison sein. Wohin die Reise da geht, vermag Klatt nicht zu erraten. „Es gibt keine Blaupause. Wir diskutieren schon seit Tagen mit allen Kollegen. Und ich glaube auch nicht, dass wir am Montag zu einer Lösung kommen werden. Alles, was wir wollen, ist eine sportlich faire Lösung im Sinne des Wettbewerbs.“

Die wünscht sich auch Ivo Grlic. Aber er sieht halt auch, was gerade alles passiert. „Geisterspiele machen keinen Spaß. Und die Gesundheit steht über allem. Da wird Fußball tatsächlich zur schönsten Nebensache der Welt. Mein Gefühl sagt mir, dass wir die Saison vermutlich nicht zu Ende spielen werden. Aber das ist auch nur mein ganz persönliches Gefühl.“ Für den Fall, dass die Saison tatsächlich beendet sein sollte: Was bedeutet das? Wird es Auf- und Absteiger geben? Oder werden die Ligen für eine Übergangssaison aufgestockt? Und zu welchem Zeitpunkt wird dann die Tabelle gewertet?

So oder so. Torsten Lieberknecht wird weiter probieren, so viel Normalität wie möglich zu leben. Es wird weiter trainiert, wenn auch unter Ausschluss der Öffentlichkeit (siehe Infobox). Und am Samstag steht, Stand Donnerstagabend, sogar ein Testspiel auf dem Programm. „Wir wollen natürlich probieren, so gut es geht im Rhythmus zu bleiben. Wir halten uns an den Rat der Experten und bekommen Input von unseren Mannschaftsärzten.“ Mehr könne man aktuell nicht tun ...