Ralf Pape springt bei den Füchsen Duisburg in die Bresche

Nach Kenston-Rückzug: Füchse machen weiter : Pape springt in die Bresche

Nach dem Rückzug der Kenston-Gruppe springt mit Ralf Pape ein im Fuchsbau nicht Unbekannter in die Bresche. Der Eisbetrieb soll aufrecht erhalten werden. Ziel für die nächste Oberliga-Saison ist der Klassenerhalt.

Nach dem plötzlichen Rückzug der Kenston-Gruppe als Spielbetriebs GmbH der Füchse Duisburg musste alles ziemlich schnell gehen. „Der Rückzug war nicht absehbar und hat uns alle überrascht“, so DuisburgSport-Chef Jürgen Dietz. Er war es, der den Verantwortlichen der Kenston-Gruppe quasi den Schlüssel für die Eishalle abnahm - und gleichzeitig aber auch dafür Sorge tragen muss, dass es irgendwie weiter geht im Fuchsbau. Denn ein Rückzug der Füchse und des Eissportverein Duisburg würde auch das Ende der ehemaligen Kenston-Arena bedeuten. „Und da hängt ja noch viel mehr dran als ‚nur’ der Eishockeyverein“, so Dietz. Lange suchen musste Dietz nicht. Seine erste Anlaufstelle war Ralf Pape, „die Institution im Duisburger Eishockey.“ Am Mittwoch saßen beide zum langen Gespräch in der Eishalle zusammen. Kurz darauf stand fest: Pape springt mit seiner Unternehmensgruppe, seinem Know-How und vor allen Dingen seinem Geld in die Bresche.

Der Duisburger Unternehmer, der 2003 als Sponsor bei den Füchsen eingestiegen war und dann zum Hauptgesellschafter der Spielbetriebs-GmbH wurde, hatte vor fünf Jahren die Füchse-Geschäfte an die Kölner Kenston-Gruppe übergeben. „Mit der Hoffnung und dem Glauben“, so Pape, „dass sie die Füchse in die DEL 2 oder sogar in die DEL bringen.“ Nun gut, der Plan ist nach fünf größtenteils ernüchternden Jahren nicht ganz aufgegangen. Und nun steht Pape wieder an der Stelle, an die er eigentlich gar nicht zurückkehren wollte. „Es musste eine schnelle Lösung her, um Eishockey, die Halle und die Eiszeiten für den Nachwuchs und die Schüler in Duisburg am Leben zu halten. Wenn wir nicht eingesprungen wären, hätte dies das Aus für Eishockey in Duisburg bedeutet. Aber meine Begeisterung darüber hält sich sehr in Grenzen. Ich wollte das eigentlich nicht machen, mache es jetzt aber trotzdem.“

Nun drängt die Zeit. Es muss eine neue Spielbetriebsgesellschaft gegründet werden, es muss geklärt werden, wie der Eissportverein eingebunden wird und welche Verbindlichkeiten noch bedient werden müssen. Dazu kommen dringend benötigte Reparaturen an der Halle, die wohl zuletzt von Kenston auf die lange Bank geschoben wurden. Es muss dringend die Ausrüstung in Übersee bestellt werden und es müssen vor allen Dingen Spieler und Trainer verpflichtet werden.

Alle alten Spielerverträge wurden mit der Kenston-Gruppe geschlossen und sind durch deren Rückzug nun nichtig. „Aber die Agenten der Spieler werden schon auf uns zukommen“, ist Pape gelassen. Wenn die Füchse in der kommenden Saison die Klasse in der Oberliga halten wollen, und das ist das erklärte Ziel aller Beteiligten, müssen jetzt Nägel mit Köpfen gemacht werden. Dafür will Ralf Pape seine „alten Seilschaften“ reaktivieren. Am Wochenende werden Trainer, Co-Trainer und Athletik-Trainer verpflichtet. „Und es ist nicht ausgeschlossen, dass da einige alte Bekannte dabei sind“, so Pape augenzwinkernd. In Sachen Spieler will Pape erstmal drei Reihen verpflichten und sich, was teure ausländische Kontingentspieler angeht, komplett zurückhalten. „Wir werden zunächst eine Mannschaft nur mit deutschen Spielern zusammenstellen. Dazu sollen einige aus den erfolgreichen Füchse-Nachwuchsteams ihre Chance bekommen.“ Das Ziel für die kommende Oberliga-Saison ist laut Pape ein eindeutiges: „Wir werden mit unserem Team bestimmt nicht die Liga kaputt schießen. Es geht nur um den Klassenerhalt.“

Überhaupt ist noch gar nicht klar, für wie lange Ralf Pape den Füchsen aus der Patsche hilft. Und da will sich der Unternehmer auch nicht festnageln lassen. Es wird einen unbefristeten Vertrag mit Kündigungsrecht zwischen DuisburgSport und der Pape Unternehmensgruppe geben. „Die Lücke ist nur kurzfristig gefüllt. Mittel- und langfristig müssen andere Lösungen gefunden werden“, macht auch Jürgen Dietz deutlich. Und auch Stavros Avgerinos, 1. Vorsitzender des Eissportverein Duisburg, betont: „Wir sind jetzt erstmal auf einem guten Weg, aber noch lange nicht am Ziel. Dafür brauchen wir auch die anderen Duisburger Unternehmer.“

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