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: Handballer wieder zurück beim OSC

: Handballer wieder zurück beim OSC

Die Wölfe Nordrhein sind Geschichte und die Rheinhauser Handballer sind zurück unter dem Dach des traditionsreichen OSC Rheinhausen. In Zukunft soll mit zwei Herrenteams sportlich an gute, alte Zeiten angeknüpft und vor allen Dingen die Zuschauer zurück in die Sporthalle an der Krefelder Straße gelockt werden.

. Ab dem kommenden Mittwoch war es das mit den Wölfen Nordrhein. Dann ist der Schritt, den viele in und um Rheinhausen schon lange herbeigesehnt haben, offiziell und die Handballer sind zurück unter dem Dach des altehrwürdigen OSC, der damit zu seinen bestehenden rund 2800 Mitgliedern im ersten Schritt etwa 100 neue dazu bekommt. „Handball gehört zum OSC, den man ja vor allen Dingen wegen seiner Handballabteilung kennt. Wir haben ansonsten kein Aushängeschild im Verein“, sagt Bernd Haack, Vorsitzender des Gesamtvereins der Olympischen.

Also holt man sich das Aushängeschild zurück in den sich noch im Insolvenzverfahren befindenden Verein. Es ist ein Prozess, der schon seit vielen Monaten gärt und der jetzt offiziell umgesetzt wurde. Und das in olympischer Einstimmigkeit, wie Bernd Haack betont: „Alle anderen Abteilungen haben sich geschlossen dafür ausgesprochen. Und auch der Insolvenzverwalter ist nicht abgeneigt.“ Apropos Insolvenzverwalter: Bernd Haack lässt die Handballer um Klaus Stephan autonom arbeiten. Nur in Sachen Finanzen will und muss er Mitspracherecht besitzen. „Die Finanzen laufen über uns. Die 4. Liga kostet schon Geld, da müssen wir genauer hinsehen.“

Nach dem Wiederaufstieg der Wölfe in die Nordrheinliga und der Rückkehr der Zweiten Mannschaft ins Spielgeschehen ist die Euphorie und die Aufbruchsstimmung rund um die in den Schoß der Familie zurück gekehrten Handballer des OSC Rheinhausen groß. Dazu kommt, dass die Senioren in den kommenden Jahren auf einen starken Jugend-Unterbau in Form der HSG Homberg/Rheinhausen bauen können.

„Die Zeiten sind günstig, um wieder weiter oben anzugreifen“, hat Klaus Stephan beobachtet. Der OSC will sich behutsam und mit Bedacht wieder zum Handball-Aushängeschild der Region mausern. Die Handballwelt ist im Umbruch. Viele Vereine sind auf die Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen angewiesen, von denen aktuell etliche mit der Coronakrise zu kämpfen haben. Konträr dazu läuft es in Rheinhausen, wo man trotz des Abenteuers 2. Liga die gut 150.000 Euro Schulden getilgt hat, gesund den Neustart angeht und schon von etlichen Sponsoren positive Zeichen für ein verstärktes und neues Engagement bekommen hat. „Wir haben jetzt eine gute Startposition und bekommen viel Unterstützung aus dem Umfeld. Das wollen wir nutzen“, sagt Klaus Stephan, der auch darauf setzt, dass viele Menschen, die den Wölfen den Rücken gekehrt haben, bald wieder zurück an die Krefelder Straße kommen. Auf Sicht wolle man wieder um die 750 Zuschauer zu den OSC-Heimspielen versammeln - und damit den aktuellen Zuschauerschnitt verdreifachen. Ein Ziel, was auch OSC-Urgestein und nun scheidender Handball-Abteilungsleiter Manfred Loepke-Gilles unterschreibt: „Mir haben viele alte Weggefährten, die sich die Wölfe nicht antun wollten, gesagt, dass sie in der neuen Saison zurückkommen.“

Wann diese neue Saison startet, steht indes noch in den Sternen. Avisiert ist der Ligastart für die Regionalliga Nordrhein für Ende August. „Wir gehen jetzt mal davon aus, dass das auch klappt. Ist der Termin nicht zu halten, dauert unsere Vorbereitung eben etwas länger und wir können uns noch besser vorbereiten“, berichtet Thomas Molsner, Trainer der 1. Mannschaft.

Man merkt, Molsners Spieler sind heiß auf die neue Saison unter neuer, alter Flagge. „Wie die Jungs sich momentan im Training reinhängen, ist schon toll zu sehen. Man spürt die Euphorie und Aufbruchsstimmung bei jeder Einheit. Das macht schon sehr viel Spaß gerade.“ Ein Urteil, das Spieler David Kryzun bestätigt: „Wir sind alle sehr positiv gestimmt. Es hat sich sehr viel im Unfeld getan. Und wir sind als Mannschaft noch näher zusammen gerückt und wollen als Freunde und Familie auf der Platte stehen.“ Molsner will den Ball, was die sportliche Entwicklung angeht, flach halten: „Wir wollen weiter solide arbeiten und demütig bleiben. Unser Ziel ist es, so schnell wie möglich nichts mehr mit dem Abstieg zu tun zu haben und dann die nächsten Schritte zu gehen.“ Mit den Neuzugängen Patrick Ranftler und Moritz Krumschmidt hat Molsner nun eine erfahrene und bärenstarke Flügelzange zur Verfügung, die den Spielern auf den zentralen Positionen mehr Raum verschaffen wird. Dazu kommt Torwart Ben Köß.

„Die Jungs passen alle gut ins Konzept. Dazu bringen sie Erfahrung mit, die uns in den vergangenen Jahren im Kader ein wenig gefehlt hat“, so Molsner, der in seiner Arbeit vom neuen Sportlichen Leiter Olaf Mast, der als ehemaliger Bundesliga-Handballer und nach 16 Jahren als Chefcoach bei nahmhaften Clubs nach 25 Jahren zum OSC zurückgekehrt ist, unterstützt wird. „Der Kader steht ja schon. Also werde ich von der Seite beobachten, werde analysieren, werde Spieler individuell coachen und auch mal in Vertretung für Thomas Trainingseinheiten übernehmen, um mir so ein umfassendes Bild zu machen und dann für die Zukunft planen zu können.“ Olaf Mast glaubt, „dass der Kader das Zeug hat, die Klasse zu halten.“ Aber auch er warnt vor überzogenen Ansprüchen: „Wir müssen maßvoll und demütig sein. Tradition wirft und verhindert schließlich keine Tore.“