: Erster Matchball vergeben

: Erster Matchball vergeben

Der MTV Rheinwacht hat seinen ersten Matchball zur Meisterschaft in der Handball-Regionalliga nicht nutzen können. Gegen ein starkes TuSEM Essen II verlor die Jakobs-Sieben knapp mit 27:28. Im Abstiegskampf feierte der VfB Homberg einen befreienden 36:23-Kantersieg gegen Bonn. Die Wölfe sind nach dem 20:22 im Kellerduell gegen Rheinbach dagegen offiziell in die Oberliga abgestiegen.

. Es war alles angerichtet für die große Meisterparty. Bereits eine Stunde vor Anpfiff der Partie des MTV Rheinwacht Dinslaken gegen TuSEM Essen war die restlos ausverkaufte Douvermannhalle gut gefüllt. Während sich der treue MTV-Anhang langsam in Schwung sang, gab es beim Warmmachen auf dem Feld schon mahnende Worte von Kreisläufer Christoph Enders: „TuSEM ist ziemlich gut drauf. Das wird nicht einfach für uns“, so Enders. Und er sollte recht behalten. Die beste Rückrunden-Mannschaft der Liga dachte gar nicht daran, Erfüllungsgehilfe in Sachen Meisterschaft zu sein. Die Essener spielten ihren Streifen kompromisslos runter. Das hieß: Tempo, zweite Welle, starkes Eins-gegen-Eins, viele, kaum zu verteidigende Kreisanspiele. Es hätte trotzdem klappen können für den MTV. Aber dafür hätte Max Reede auf Halblinks einen besseren Tag erwischen müssen. „Wir hatten heute so unsere Probleme mit der Deckung und aus dem Rückraum“, musste auch MTV-Coach Harald Jakobs eingestehen. Der zweite Knackpunkt: Kreisläufer Dennis Backhaus sah sich früh mit zwei Zeitstrafen konfrontiert und nahm auf der Bank Platz. Seinen Part im Angriff übernahm Christoph Enders problemlos. In der Deckungsmitte fehlte Dinslakens Schlüsselspieler aber fortan an allen Ecken und Enden. Knackpunkt Nummer drei: Der MTV verpasste es Mitte der zweiten Halbzeit, seinen Drei-Tore-Vorsprung cleverer zu halten bzw. auszubauen. Einige unüberlegte Entscheidungen und Abschlüsse brachten die Gäste von der Margarethenhöhe wieder ins Spiel - und nicht unverdient auf die Siegerstraße.

Jetzt heißt es für Harald Jakobs, den richtigen Ton und Umgang bei der Vorbereitung auf Matchball Nummer zwei zu finden. Der ist am Samstagabend fällig, wenn der MTV um 19.30 Uhr beim TV Korschenbroich antritt. Gewinnen die Dinslakener, ist die Sensation perfekt. Verliert der Aufsteiger, sind alle Daumen für TuSEM gedrückt, die am Sonntag mit der SG Ratingen den letzten verbliebenden Verfolger des MTV zu Gast haben. Verliert Ratingen, ist der MTV auch nach einer möglichen Niederlage in Korschenbroich Meister. „Ich bin mir sicher, dass die Essener auch gegen Ratingen alles geben und gewinnen wollen. Aber es bringt nichts, auf Essen zu hoffen. Wir müssen am Samstag gewinnen und fertig. Wir haben eine sehr gute Chance, da zu bestehen.“

Gefeiert wurde dagegen beim VfB Homberg. In einem einseitigen Spiel fegte die zuletzt kriselnde Mannschaft von Trainer Achim Schürmann den TSV Bonn mit 36:23 vom Parkett der Glückaufhalle. Dementsprechend stolz war Schürmann nach der Partie: „Das war die beste Leistung zum richtigen Zeitpunkt. Wir haben uns bestens auf die offensive Abwehr der Bonner eingestellt und sie im Angriff richtig auseinander genommen.“ Durch den Sieg haben die Schwarz-Gelben einen riesigen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht. Letzter und Vorletzter kann der VfB nicht mehr werden. Am kommenden Sonntag, 14.30 Uhr, können die Homberger mit einem Sieg in Königshof noch auf Platz 10 oder 11 klettern und auch die letzten Zweifel am Klassenerhalt wegwischen. Denn es ist so: Als Tabellen-12. gibt es noch ein Restrisiko. Denn wenn Dinslaken oder Ratingen es nicht schaffen, sich als eines von zehn Teams (von insgesamt zwölf) für die 3. Liga zu qualifizieren, müsste der VfB den bitteren Gang in die Oberliga antreten.

Diesen Gang gehen nun auf jeden Fall die Wölfe Nordrhein. Nach der bitteren 20:22-Niederlage im Abstiegsgipfel beim TV Rheinbach und dem Sieg der HSG Siebengebirge in Aachen ist klar: Für die Mannschaft von Spielertrainer Alex Tesch geht es eine Liga runter. Auch die acht Tore von David Kryzun halfen den Rheinhausern in Rheinbach nicht. Klar, der Abstieg schmerzt. Aber die Verantwortlichen bei den Löwen nehmen es gefasst. „Das ist für uns kein Weltuntergang. Die Jungs bleiben so als Team zusammen und haben das Potenzial, in der Oberliga oben mitzuspielen“, so Alex Tesch, dessen Team am Samstagabend um 17 Uhr zum vorerst letzten Regionalliga-Spiel in die Halle an der Krefelder Straße lädt.

Eventuell wird aber doch der ein oder andere Wolf in der kommenden Saison Regionalliga spielen. Denn im Duisburger Westen wird aktuell emsig an einer HSG - vielleicht auch schon für die kommende Saison - gefeilt ...

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