Spitzenhandball am Niederrhein in der Zusammenfassung / mit Derby-Bilderstrecke: Gorris& Hahn erlegen die Wölfe

Spitzenhandball am Niederrhein in der Zusammenfassung / mit Derby-Bilderstrecke : Gorris& Hahn erlegen die Wölfe

Mit einer souveränen Vorstellung schlägt der MTV die Wölfe im Regionalliga-Derby mit 29:23 und verteidigt die Tabellenspitze. Homberg verliert gegen Abstiegskandidaten und die Frauen des TuS Lintfort sind gegen den Tabellenersten der 2. Liga daheim trotz 25:33-Pleite nicht chancenlos.

Sie hatten sich so viel vorgenommen, die Wölfe Nordrhein. In erster Linie sollte der Start in die Rückrunde für das abstiegsbedrohte Team aus Rheinhausen glücken. Und - auch nicht ganz unwichtig - die Blamage aus dem Auftaktspiel im September gegen den MTV vergessen gemacht werden. Aufgegangen ist der Plan nicht wirklich. Okay, eine erneute Blamage hat das junge Wolfsrudel durch eine engagierte zweite Halbzeit in Dinslaken abwenden können. Aber aus dem geglückten Rückrundenstart ist nichts geworden. Mit 29:23 hat der MTV Rheinwacht die Wölfe auf die Heimreise geschickt. Und damit war die Truppe von Spielertrainer Alex Tesch, der sich gegen den Tabellenführer mal wieder das Trikot überzog, noch ganz gut bedient.

Mitte der ersten Halbzeit sah es nach einer erneuten Demütigung für die Gäste von der linken Rheinseite aus. Mit 10:2 lagen die starken Hausherren da in Front. Da half auch der robuste Einsatz von Alex Tesch im Abwehrzentrum nichts. "Man hat gemerkt, dass es bei den Wölfen ums sportliche Überleben geht. Sie waren mit viel Herzblut dabei, auch wenn das alles teilweise ziemlich übermotiviert war", beobachtete MTV-Coach Harald Jakobs von der Seitenlinie. Zwar hatten die jungen Wölfe die Dinslakener Kreisläufer und Rückraumkeule Max Reede ganz gut im Griff. Dafür aber genossen Fabian Gorris auf der Rückraummitte und Steffen Hahn auf Rechtsaußen Narrenfreiheit. Gerade Gorris, am Ende seines Sahne-Spiels mit zwölf Treffern bester Dinslakener Schütze, nutzte seine Räume gnadenlos und kam immer wieder komplett unbedrängt aus acht Metern zum Abschluss. Es wirkte so, als hätten die Gäste Gorris schlichtweg nicht auf dem Zettel gehabt. "Fabian darf man nie außer Acht lassen. Er war heute ohne Fehl und Tadel", gab's ein Extralob von Harald Jakobs. Spätestens beim Stande von 22:11 nach 38 Minuten war das Spiel entschieden und die Gastgeber schalteten ein paar Gänge zurück. Jakobs: "Da haben wir in der Abwehr ein bisschen nachgelassen, was bei der Führung aber auch nicht verwunderlich ist."

Wölfe-Sportchef Thomas Molsner freute sich zwar über die gewonnene zweite Halbzeit, sah aber "trotzdem viel zu viele Fehler" seiner Mannschaft. "Es hat schon vieles ganz gut funktioniert. Aber in der Summe haben wir trotzdem zu viele schlecht vorbereitete Würfe genommen und die Absprachen in der Deckung nicht eingehalten. Wenn du hier eine Chance haben willst, musst du zwei fehlerfreie Halbzeiten spielen. Das haben wir aber nicht." Spielertrainer Alex Tesch hatte einen ganz einfachen Grund für die Niederlage parat: "Dinslaken hat mit einem Torwart gespielt, wir aber nicht", gab es deutliche Kritik an der Leistung von Björn Otterbach und Sebastian Brysch, mit dem sich Tesch schon während der Partie lautstarke Diskussionen lieferte.

Durch die Pleite sind die Wölfe, die nächsten Samstag um 18 Uhr Ratingen empfangen, wieder auf einen direkten Abstiegsplatz gerutscht. Ganz anders sieht es beim MTV aus. Der grüßt nach wie vor und immer noch sensationellerweise von der Tabellenspitze der Regionalliga Nordrhein. Der MTV spielt auch am Samstag um 19 Uhr beim TV Rheinbach.

Ein wegweisendes Spiel stand am Wochenende für den VfB Homberg an. Die Schürmann-Truppe empfing als Tabellenzehnter den Tabellendreizehnten HSG Siebengebirge. Ein Sieg hätte den Vorletzten schön auf Distanz gehalten. "Wir wollen einen höchst konzentrierten Gegner vom Sieg abhalten", hatte Achim Schürmann vor der Partie verkündet. Nur, der Plan ging in die Hose. Denn während die HSG höchst konzentriert zu Werke ging, klappte das bei den Hausherren nicht ganz so gut. Im Angriff stemmten sich fast nur Mirko Szymanowicz und Marc Pagalies gegen die drohende Niederlage. Das temporeiche Spiel der jungen Gäste war da schon schwieriger zu lesen. Gerade das Tempogegenstoßspiel der HSG und den zwölffachen Torschützen Timo Stöcker auf Rechtsaußen bekamen die Homberger nie in den Griff. 10:15 hieß es aus VfB-Sicht zur Halbzeit. In Durchgang zwei kämpften sich die Gelb-Schwarzen zwar zwischenzeitlich wieder auf 16:16 heran, ehe die Gäste mit einem Zwischenspurt die Entscheidung besorgten. Durch die Pleite beträgt der Abstand des VfB auf den ersten Abstiegsplatz nur noch vier Punkte. Am Sonntag müssen die Homberger bei der Reserve von TuSEM Essen (17 Uhr) ran.

Mit den Kurpfalzbären aus Ketsch hatte der TuS Lintfort niemand Geringeres als den Zweitligatabellenführer zu Gast. Zehn schwache Minuten der Hausherrinnen Mitte der ersten Halbzeit reichten den erstligareifen Gästen, die Partie vorzuentscheiden. Denn von dem Fünf-Tore-Rückstand erholten sich die Gastgeberinnen nicht mehr. Gerade die 13-fache Halbrechte der Gäste, Saskia Fackel, bekamen die TuS-Spierinnen gar nicht in den Griff. "In der Abwehr haben wir fast körperlos gespielt, haben es nicht geschafft, die nötige Aggressivität aufzubauen", ärgerte sich TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein nach der verdienten 25:33-Niederlage. Denn die Lintforterinnen waren keinesfalls chancenlosen. Allerdings haperte es an guter Wurfauswahl. Und wenn Loes Vandewal & Co. doch mal frei durch waren, machte ihnen die überragende Sabine Stockhorst im Gästekasten einen dicken Strich durch die Rechnung.

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(Niederrhein Verlag GmbH)