Handball aus der Region im Überblick: Derbyzittersieg für die Wölfe

Handball aus der Region im Überblick: Derbyzittersieg für die Wölfe

Handball: Die Wölfe Nordrhein setzen sich in einem am Ende hoch spannenden Regionalliga-Derby mit 25:24 gegen den VfB Homberg durch. Nicht weniger dramatisch geht es beim Spiel des MTV Rheinwacht Dinslaken zu, der sich beim TV Aldekerk am Ende einer verrückten Partie über den 31:30-Sieg freuen kann.

Die Frauen des TuS Lintfort holen einen wichtigen Punkt gegen den Abstieg in Zwickau.

Das war nichts für schwache Nerven. 24:24 stand auf der Anzeige der Sporthalle an der Krefelder Straße. Zwei Minuten vor dem Anpfiff war aus dem in der ersten Halbzeit komplett einseitigen Derby zwischen den furios beginnenden Wölfen Nordrhein und dem VfB Homberg doch noch ein Thriller geworden. Mit einer komfortablen Sieben-Tore-Führung hatten sich die Hausherren zur Halbzeit in die Kabine verabschiedet. Zu dem Zeitpunkt deutete nichts darauf hin, dass dies noch mal ein spannender Handballabend wird. Zu schnell, zu abgezockt, zu dynamisch präsentierten sich die Gastgeber. Zu langsam, zu behäbig, zu phlegmatisch die Gäste. "Das war eine Frechheit. Vor allem in den ersten zehn Minuten hat meine Mannschaft schlecht gespielt. Alles, was wir vorher besprochen hatten, war null und nichtig", war VfB-Coach Achim Schürmann stinksauer über den Start seiner Truppe.

Die Wölfe überrannten die Schwarz-Gelben, die Homberger hatten mächtig Respekt vor Wölfe-Spielertrainer Alex Tesch, der wieder auf der Platte stand und in der Abwehrmitte Beton anrührte. Nach zwei Minuten stand es nach vier Tempogegenstößen 4:0 für die Tesch-Truppe. Sehr zur Freude von Thomas Molsner auf der Wölfe-Bank: "Das war eine grandiose, eine tadellose und fast fehlerfrei erste Halbzeit." Das änderte sich allerdings in Durchgang zwei. Denn da schoben sich die Gäste gegen nun nervösere und fahrigere Wölfe Tor um Tor heran. Bis zur jener 58. Minute. Spätestens da waren die letzten unglücklichen knappen Niederlagen wieder in den Köpfen der jungen Wölfe. "Wir machen wieder nur acht Tore in der zweiten Halbzeit, das ist natürlich zu wenig. Aber, wir sind diesmal nicht umgekippt, sind nicht in Rückstand geraten, haben nicht den Kopf verloren. Wer weiß, was uns das für die nächsten Spiele bringt", freute sich Molsner über die Schlussphase seines Teams. Denn nicht nur, dass der starke Sebastian Brysch seinen Kasten vernagelte, vorne behielt auch Yannick Kamp die Nerven und erzielte über die zweite Phase den Siegtreffer - nachdem er zuvor frei stehend an Aaron Denter im VfB-Tor gescheitert war.

Während die Wölfe ausgelassen und erleichtert feierten, hatte der komplett bediente Achim Schürmann sein Urteil zum Derby gefällt: "Das war das schlechteste Handballspiel, was ich seit langem gesehen habe." Sein VfB ist durch die Niederlage nun wieder mitten drin im Abstiegskampf der Regionalliga. Drei Punkte Vorsprung sind es nur noch auf die Wölfe, die am Ende der Tabelle stehen, sich aber natürlich noch lange nicht aufgegeben haben. Die Wölfe müssen am Samstagabend zum aktuell leicht schwächelnden Tabellendritten nach Opladen, der VfB empfängt am Sonntag, 16 Uhr, den TV Rheinbach zum Kellerduell.

Weiter ganz oben thront der MTV Rheinwacht Dinslaken. Der Tabellenführer schaffte in Aldekerk fast das Kunststück, eine komfortable Sechs-Tore-Führung sieben Minuten vor dem Abpfiff noch in den Sand zu setzen. Angeführt vom starken Julian Mumme kämpften sich die Aldekerker in den Schlussminuten Tor um Tor heran. "Julian Mumme haben wir am Schluss gar nicht mehr in den Griff bekommen. Und selber haben wir unsere Hundertprozentigen nicht mehr rein gemacht", schüttelte MTV-Spieler Nils Kruse nach dem Spiel den Kopf. Am Ende brauchte es zwei ganz kühle Köpfe, um den Sieg ins Ziel zu retten. Bis auf 30:30 waren die Aldekerker dran, als zunächst Fabian Gorris vom Siebenmeter-Punkt gewohnt eiskalt blieb und verwandelte. Auf der Gegenseite war es dann Marco Banning, der drei Sekunden vor Abpfiff den letzten TVK-Siebenmeter parierte - und prompt unter einer jubelnden MTV-Spielertraube begraben wurde. Durch den Sieg kommt es nun am kommenden Samstagabend zum absoluten Spitzenspiel: Bei der SG Ratingen, mit einem Punkt Abstand Tabellenzweiter, werden die Trauben für die Mannschaft von Harald Jakobs aber extrem hoch hängen. Die Ratinger, ohnehin schon extrem prominent besetzt, haben sich mit den beiden Zweitligaspielern Thomas Bahn und Alexander Oelze von den Rhein Vikings verstärkt. Die SG will unbedingt in die 3. Liga. Das bekamen im ersten Spiel mit den Neuzugängen nun auch der BTB Aachen zu spüren, die zu Hause mit 15:29 gegen die SG untergingen.

In einem hochspannenden Spiel entführte der TuS Lintfort nach reichlich chaotischer Anreise einen Punkt aus Sachsen. In Zwickau stand es nach 60 Minuten 24:24 - ein Punkt, den der TuS im Abstiegskampf sehr gut gebrauchen kann. Dabei wäre sogar ein Sieg drin gewesen, aber die Lintforterinnen verpassten es, sich bei eigener 19:17-Führung entscheidend abzusetzen. Sieben Minuten vor dem Abpfiff stand es 24:24 - ein Tor fiel in der umkämpften Schlussphase auf beiden Seiten nicht mehr. "Am Ende waren wohl beide Teams mit der Punkteteilung zufrieden. Sieben Minuten ohne jeden Torerfolg kenne ich sonst auch nur vom Fußball", schmunzelte TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein nach dem Spiel.

Test: Am heutigen Mittwoch testet der TuS Lintfort in der Sporthalle an der Eyller Straße gegen die U19-Auswahl der Niederlande. Anwurf der Partie ist um 19.15 Uhr.

(Niederrhein Verlag GmbH)