Der MTV Rheinwacht Dinslaken gewinn gegen den TuS Opladen in der Handball-Regionalliga

: Das MTV-Fieber grassiert

Der MTV Rheinwacht Dinslaken deklassiert den TuS Opladen im Spitzenspiel der Handball-Regionalliga mit 27:19 und macht einen Riesenschritt in Richtung Meisterschaft. 700 Zuschauer feiern ihre Mannschaft in der bis unters Dach besetzten Douvermannhalle frenetisch. Nach dem begeisternden Sieg wird gemeinsam getanzt, gesungen, gesprungen, gefeiert.

Heinz Buteweg ist ja auch keine 17 Jahre mehr jung. Aber nach dem denkwürdigen Feuerwerk, welches seine Mannschaft und die Fans in der Douvermannhalle da abgefackelt hatten, war auch der ewige Abteilungsleiter nicht mehr zu bremsen. Er herzte jeden, der in seiner Reichweite war und hüpfte mit dem Team zu „Forza MTV“-Gesängen vor den bis auf den allerletzten Platz besetzten und in Rot und Weiß gehüllten Zuschauertribünen.

Es gab ja schon viele Feiertage in der alt ehrwürdigen Dinslakener Douvermannhalle. Aber dieser Sonntagvormittag wird allen, die es gut mit dem MTV Rheinwacht halten, noch lange im Gedächtnis bleiben. Der TuS Opladen war zu Gast. Seines Zeichens der ärgste Widersacher des Aufsteigers aus Dinslaken um die Meisterschaft in der Regionalliga Nordrhein. Die Fangruppe „Taktlos“ hatte im Vorfeld in emsiger Heimarbeit 160 rot-weiße Fähnchen gebastelt und an die Heimfans verteilt. Und so herrschte schon vor dem Anpfiff in der mit 700 Zuschauern komplett bis unters Dach besetzten Douvermannhalle Gänsehautstimmung. Was dann nach dem Abpfiff passierte, gab es an der Douvermannstraße eigentlich noch nie. Die Fans standen komplett Spalier und tanzten, sangen und feierten minutenlang gemeinsam mit ihrer Mannschaft. „Was hier passiert, ist wirklich nicht mehr zu toppen. Dafür, und nicht für das bisschen Geld, spielen die Jungs Handball“, war MTV-Coach Harald Jakobs vollkommen baff angesichts der Vorstellung des Anhangs auf den Rängen.

Fabian Gorris wird immer besser und war einer der Schlüsselspieler des Spitzenduells für den MTV. Foto: Volker Nagraszus

Wer ein nervenaufreibendes Spitzenspiel auf Augenhöhe erwartet hatte, wurde enttäuscht. Der MTV trumpfte im Stile einer Spitzenmannschaft auf und ließ den Rheinländern nicht den Hauch einer Chance. Nur 19 Tore gegen die wohl beste Offensivreihe der Liga zuzulassen, spricht alleine für sich. MTV-Coach Harald Jakobs hatte angesichts seines großen Lazaretts „eigentlich mit einem anderen Spiel gerechnet“. Bis kurz vor Anpfiff war nicht klar, ob die beiden Kreisläufer Dennis Backhaus und Christoph Enders sowie Rechtsaußen Steffen Hahn überhaupt auflaufen können. Konnten sie dann, „schließlich wollten sie dieses Spiel vor dieser unfassbaren Kulisse um jeden Preis spielen“, so Jakobs. Der sah eine erstaunlich abgeklärte Leistung seiner Truppe, die auch angesichts zweier Durststrecken in Halbzeit zwei nicht vom Kurs abkam. „Wir haben Opladen in der Abwehr sehr gut im Griff gehabt und vorne die Angriffe sehr ruhig und überlegt zu Ende gebracht“, freute sich der stolze Trainer. Näher als fünf Tore ließ der MTV die Gäste nie herankommen. Und am Ende bedeutete der letzte Treffer vom trotz Rückenschmerzen durchspielenden Dennis Backhaus auch noch, dass der MTV den direkten Vergleich gegen den TuS gewonnen hat. Vorne führte Fabian Gorris nicht nur umsichtig Regie, er kam auch wieder zu einfachen, immens wichtigen Treffern aus der zweiten Reihe. Und auch Max Reede war einmal mehr nicht zu stoppen. Dazu kamen mit Christoph Enders und Dennis Backhaus zwei Kreisläufer, die nicht nur bärenstark verteidigten, sondern auch fast alle ihre Torwürfe versenkten. Und ein Marco Banning in Bestform im Kasten.

Der MTV führt die Liga nun bei noch fünf ausstehenden Partien mit vier Punkten Vorsprung und dem gewonnenen direkten Vergleich vor der SG Ratingen an. Heißt im Klartext: Zwei Niederlagen könnte sich der Aufstieger, bei dem in dieser Woche fast ausschließlich Regenration auf dem Plan steht, sogar noch erlauben. Will er aber natürlich nicht. Das nächste Match steigt am Samstagabend, 19.30 Uhr, in Bonn. Bei „Taktlos“ laufen die Planungen schon auf vollen Touren. Schließlich möchte der MTV-Anhang auch in Bonn aus dem Auswärts- wieder ein Heimspiel machen ...

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