Der Coach setzt ein Zeichen

Der Coach setzt ein Zeichen

Bevor es an die erste Trainingseinheit im MSV-Trainingslager im portugiesischen Almancil ging, versammelte Torsten Lieberknecht erstmal alle - Spieler, Trainer, Team, Sponsoren und Fans - im großen Kreis.

Die Ansage: Eng zusammen stehen, die Reihen schließen, zusammen halten, dann wird’s auch was mit dem Klassenerhalt.

Torsten Lieberknecht mag es manchmal spontan und symbolisch. Bevor der erste Ball über das satte Grün des Trainingsplatzes am Ria Park Hotel an der Algarve rollte, holte der MSV-Coach alle, die da waren, zusammen. Ein großer Kreis für das große Ziel Klassenerhalt. Erster Adressat: die Fans. „Das ist alle Ehren wert und überhaupt nicht alltäglich, dass so viele Fans den weiten Weg nach Portugal antreten um ihre Mannschaft zu unterstützen“, findet Lieberknecht, der zu Braunschweiger Zeiten weniger Unterstützung in den Trainingslagern gewohnt war.

Zweiter Adressat: Ralf Pape. Dem MSV-Großsponsor ist es zu verdanken, dass der MSV jetzt im dritten Jahr in Folge bei 18 Grad und perfekten Bedingungen im Süden Portugals trainieren kann. „Entscheidend ist, dass es einen gibt, der das hier alles finanziert, und das ist der Mann neben mir“, hob Lieberknecht Pape aufs Schild. „Gott sei Dank zahle ich nicht alles, da gibt es auch noch andere“, sagte der Mann neben ihm. Denn der sonnt sich gar nicht so furchtbar gerne im Ruhm. Viele seiner Investitionen in den MSV laufen ohne öffentliche Begleitmusik ab. Dann der Lieberknecht’sche Abschluss-Appell an alle: „Wir haben eine Rückrunde vor uns, die nicht einfach wird. Aber wenn wir es schaffen, diesen Kreis eng zu halten und als Team durch diese Rückrunde zu gehen, dann erreichen wir unser Ziel.“ Applaus und Schulterklopfer von allen Seiten.

Auf dem Platz ging es bei perfekten Trainingsbedingungen dann auch gleich richtig zur Sache. „Automatismen“ wolle der Zebra-Chefcoach seinen Jungs einimpfen. Um so zu mehr Sicherheit auf dem Platz und in engen Situationen zu kommen. Dazu soll mehr taktische Flexibilität einstudiert werden. Zum 4:4:2- soll ein 4:3:3-System fest sitzen. Dritter Schwerpunkt: Pressing und Gegenpressing.

Seine Jungs auf dem Platz scheinen die Ansagen vom Coach und den Ernst der Lage verstanden zu haben. Torsten Lieberknecht war jedenfalls nach der ersten Einheit und grundsätzlich sehr zufrieden mit der Krisenarbeit seiner Truppe: „Die Mannschaft geht das Ding jetzt zielgerichtet an. Die Art und Weise, wie trainiert wird, wie jede Kleinigkeit lebhaft diskutiert wird - das ist genau das, was wir jetzt brauchen.“

(Niederrhein Verlag GmbH)
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