Wie findet man eigentlich die richtige Bank?

: Wie findet man eigentlich die richtige Bank?

Egal weswegen man Kunde bei einem Kreditinstitut werden will, bei der Masse an Banken hat man heute buchstäblich die Qual der Wahl. Man kann es sich jedoch einfacher machen.

Allein Duisburg kommt auf ein gutes Dutzend unterschiedlicher Banken. Insgesamt sprechen wir sogar von nicht weniger als über 1800 unterschiedlichen Kreditinstituten mit trotz Kahlschlag immer noch 31.000 Filialen in Deutschland.

Wem das nicht imposant erscheint, kann sich kurz vorstellen, er müsste aus 1800 Supermarkt- und Discounterketten auswählen. Und obwohl man sich beim Thema Bank meist etwas längerfristig bindet, erwächst trotzdem das Problem, dass man für praktisch jedes neue Finanzprodukt, das man braucht, gezwungen sein könnte, einen neuen Ansprechpartner zu finden – allein wegen der unüberschaubaren Konditionsvielfalt.

Was also tun, um die für sich richtige Bank zu finden? Ein guter Anfang wäre es, den folgenden Artikel zu beherzigen. Er zeigt nämlich die Grundregeln.

1. Die Zahl halbieren

1800 unterschiedliche Kreditinstitute. Muss man jedes davon auf seiner Agenda haben? Nein, zum Glück nicht. Denn gleich zu Anfang kann man einen gewissen, wenn auch kleinen Schnitt machen und aufteilen:

  1. Filialbanken. Also solche, die über ein wie auch immer geartetes Netz an Zweigstellen verfügen, in das man als Kunde direkt gehen kann. Das ist die große Majorität.
  2. Direktbanken. Kreditinstitute, die über praktisch keine Filialen verfügen und auf anderen Wegen erreicht werden müssen.

Zwar liegt der Schwerpunkt eindeutig auf der ersten Bankkategorie – es gibt momentan nur rund 20 Direktbanken, die in Deutschland operieren.

Allerdings kann man, wenn man weiß, welches Finanzprodukt man benötigt, damit schon eine sehr effektive „Tilgung“ durchführen: Möchte man die Option haben, am Tresen Finanzgeschäfte zu erledigen? Benötigt man persönliche Beratungsgespräche von Angesicht zu Angesicht? Wie oft wird man überhaupt die Dienste in Anspruch nehmen?

Je nachdem, wie die Antworten darauf ausfallen, sollte man sich entscheiden. Dabei muss aber unterstrichen sein, dass vieles eine reine Glaubensfrage ist. Direktbanken sind nicht besser oder schlechter als Filialbanken, sie haben nur ein anderes Geschäftsmodell – was durch die Einsparung von Filialen mitunter (aber nicht generell) bessere Konditionen ermöglicht.

Wer sich für eine Direktbank entscheidet, kann direkt zu Punkt 3 übergehen, alle anderen sollten den nächsten Punkt ins Auge fassen.

2. Vor Ort schauen

Es soll eine Filialbank sein. Allerdings ist es in diesem Fall zwingend notwendig, sich in einem gewissen Umkreis um den Wohn- oder Arbeitsort zu orientieren. Sämtliche Filialvorteile wären ja schließlich null und nichtig, wenn man, um einen Termin wahrzunehmen, erst mal bis nach Dortmund oder Wuppertal fahren müsste.

Zwar haben fast alle Kreditinstitute Filialfinder im Netz. Allerdings muss man dazu ja schon wissen, wohin man möchte. In diesem Frühstadium genügt es deshalb, einfach Google Maps mit „Wohnort + Bank“ zu bemühen. Laufweite muss es nicht sein, aber in einem normalen Rahmen per Auto erreichbar sollte es sein.

3. Nach Automaten suchen

Wer sich für ein Girokonto bei einer Direktbank entscheidet, will natürlich auch ohne Filiale die Möglichkeit haben, jederzeit problemlos Bargeld abzuheben. Bedeutet, aus der kurzen Liste an Direktbanken schaut man sich in diesem Schritt an, welche davon

  • a) Eigene Geldautomaten in der Nähe betreiben. Es gelten die gleichen Kriterien bezüglich der Entfernung wie bei den Filialbanken.
  • b) Ob und wenn ja diese Banken mit anderen Instituten zusammenarbeiten, damit man dort alternativ Geld abheben kann, ohne zusätzliche Kosten.

Dabei sollte man allerdings auch einen Auge aufs Kleingedruckte werfen, fürs Geldabheben gibt es teils eine etwas verwirrende Gebührenpolitik der Direktbanken.

4. Angebote vergleichen

Jetzt beginnt der wirklich arbeitsintensive Teil der Bankenfindung. Denn abhängig davon, was für ein Finanzprodukt man im Auge hat, muss man nun damit beginnen, aus den Instituten, die man für sich als richtig erachtet, die Angebote zu filtern.

Dabei sollte man sich zunächst einen Überblick auf den einschlägigen Vergleichsportalen im Netz verschaffen. Sie haben den großen Vorteil, dass man hier eine enorme Bandbreite findet und die angezeigten Ergebnisse teils sehr präzise filtern kann.

Insbesondere bei wichtigen Dingen sollte dieser Vergleich jedoch unbedingt noch in einer weiteren Runde münden. Für diese wirft man nun einen direkten Blick auf das Angebot der Banken auf deren Webseiten. Manchmal gibt es dort regionalspezifische Sonderkonditionen, spezielle Aktionen etc., welche von den allgemeinen Vergleichsportalen vielleicht nicht erfasst wurden.

Allerdings: Auch wenn man durch diese Aktion die Liste der potenziellen Kandidaten schon stark einschränken konnte, sollte man sich jetzt trotzdem noch nicht auf einen festlegen. Zuvor möchte man noch weiter prüfen.

5. Meinungen einholen

Banken würden niemals etwas Negatives über sich schreiben. Und gute Konditionen allein sind ebenfalls noch kein Garant dafür, dass man auch mit dieser Bank zufrieden sein wird.

Aus diesem Grund begibt man sich nun abermals ins Netz. Auf dieser Seite hier findet man Kundenbewertungen zu einzelnen Instituten. Und man sollte sie sich genau durchlesen insbesondere für das von einem selbst gewählte Finanzprodukt – eine Bank, die beispielsweise Bestnoten für Kredite bekommt, muss nicht automatisch auch für Tagesgeld- oder Girokonten Lob einheimsen.

6. Letzter Test

Jetzt wird man höchstens noch drei potenzielle Kandidaten vor sich haben. Wer möchte, kann seine Auswahl nun aus dem Bauch heraus treffen – solange alle ähnlich gute Bewertungen und Konditionen haben, kann man hier nicht mehr vergleichen.

Allerdings kann es auch helfen, vor dem endgültigen Entschluss bei der betreffenden Bank anzurufen oder vorbeizugehen. Sich einfach mal anzusehen, wie man dort als Kunde empfangen und behandelt wird. Das sollte man vor allem dann tun, wenn man sich auf lange Zeit binden möchte, etwa für ein neues Girokonto, das ja der zentrale Baustein der allermeisten Finanztransaktionen ist.

Ist auch diese kleine Hürde überwunden, hat man es geschafft. Hier kann man sich beruhigt niederlassen und seine Geldgeschäfte tätigen.

Zusammengefasst

Bei der schieren Masse an Banken, Modellen und Konditionen wäre es nahezu fahrlässig, einfach nur bei Google „Bank“ einzugeben und dem erstbesten Institut aus der Liste zu vertrauen. Bei Geld hört bekanntlich die Freundschaft auf. Weshalb man auch das bisschen Mühe investieren sollte, um genauer hinzuschauen, wem man ein dermaßen großes Vertrauen schenkt.

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