1. Niederrhein

Plastische Chirurgie des Bethanien eröffnet Privatpraxis: Von Kopf bis Fuß für jung und alt

Plastische Chirurgie des Bethanien eröffnet Privatpraxis : Von Kopf bis Fuß für jung und alt

Die Sektion für Plastische, Ästhetische, Wiederherstellungs- und Handchirurgie des Krankenhauses Bethanien hat nun erstmals eigene Räumlichkeiten bekommen.

Der komplett renovierte und neu eingerichtete Bereich im Haus R auf dem Krankenhauscampus ist jedoch nicht nur die neue Heimat der seit mehr als zwei Jahren etablierten Abteilung des Krankenhauses, sondern wird zugleich zur Privatpraxis.

Geleitet wird sowohl das Department als auch die Privatpraxis von Prof. Dr. Robert Hierner, seine Frau Dr. Lorena Hierner ist die leitende Ärztin des Department. Beide begrüßen die Vorteile, die diese Entwicklung mit sich bringt: "Die plastische Chirurgie ist ein großes Fach. Als Abteilung des Krankenhauses und als Privatpraxis können wir unsere Dienste einem größerem Publikum anbieten. Die neuen Räumlichkeiten müssen wir zudem nicht mehr mit anderen Bereichen teilen. Wir verfügen nun über einen modernen Untersuchungs- und einen Behandlungsraum, ein Arztzimmer und ein Sekretariat. Für eine angenehme Atmosphäre haben wir uns bewusst gegen den typischen Krankenhauslook und für die Gestaltung mit warmen Farben entschieden."

Zur Plastischen Chirurgie gehört sowohl die Rekonstruktions- als auch die Schönheitschirurgie. Während medizinische Notwendigkeiten von der Krankenkasse getragen werden können, sind Schönheits-OPs meist aus der eigenen Tasche zu bezahlen. Die Grenze zwischen medizinisch notwendigem Eingriff und Schönheitschirurgie sind jedoch oft fließend, so dass eine Kostenübernahme nicht einheitlich geregelt ist. Mit der zweifachen Ausrichtung können nun alle Patienten bedient werden

Und diese profitieren von den Strukturen eines Krankenhauses: "Mit der Einbindung ins Krankenhaus können wir den Patienten eine größere Sicherheit anbieten. Etwa durch die Gewährleistung einer Notfallversorgung. Wir haben hier ein erstklassiges Team im Rücken, so dass sich der Patient sicher aufgehoben fühlen kann", erklärt Prof. Dr. Robert Hierner. Zudem unterzieht sich die Privatpraxis der Qualitätskontrolle, der sich Krankenhäuser vom Gesetz her alle drei Jahre stellen müssen. Ein weitere Pluspunkt: Die Praxis pflegt die Vernetzung mit niedergelassenen Ärzten. So kann eine angemessene Nachbehandlung sicher gestellt werden.

Doch was genau ist das Aufgabenfeld der Plastischen Chirurgie? Wer sind die Patienten? Die jüngsten Patienten sind gerade erst geboren — z.B. mit einer Handfehlbildungen, die behoben werden muss. Bei Kindern werden häufig abstehende Ohren korrigiert, männliche Heranwachsende sind wegen einer weiblichen Brustausbildung behandlungsbedürftig. 10% aller Patienten sind ältere Mensch, deren chronische Wunden "geflickt" werden. Das Aufgabenfeld verteilt sich also von Kopf bis Fuß auf jung und alt - und hat in vielen Fällen nichts mit Eitelkeit zu tun. Bisher waren im Jahr etwa 1.000 Patienten vorstellig. Der häufigste Eingriff ist die Lidkorrektur: "Ein kleiner Eingriff mit großem Effekt", berichtet Prof. Dr. Hierner, "Die Kunst ist, dass niemand bemerkt, dass operiert wurde, sondern nur, dass man frischer aussieht." Sowohl Frauen als auch Männer, die mit 35 % einen immer größeren Anteil der Patienten bilden, lassen sich die Oberlider straffen. Ein Drittel der Behandlungen betreffen die Hände. Sonst noch gefragt: Faltentherapie, Fettabsaugung, Straffungs-OPs oder auch Brustaufbau. Bei Letzterem hat die Patientin die Wahl zwischen einem Implantat oder dem Aufbau mit Eigenfett, einer neuen Technik.

"Es sind mehr rekonstruktive als rein ästhetische Eingriffe", wissen die Experten aus der zweijährigen Erfahrung am Bethanien zu berichten. Mit der Privatpraxis können im "Schönheitssektor" allerdings vermehrt Behandlungen angeboten werden. "Während wir die größeren Eingriffe im OP-Saal durchführen, können wir in der Praxis nun kleinere Eingriffe wie Faltenunterspritzung ambulant in unserem neuen Behandlungszimmer anbieten." Das geht schnell, unkompliziert und sei sogar "in der Mittagspause" machbar.

Wie kommen Patienten darauf, einen ästhetischen Eingriff machen zu lassen? "Oft sind es Sprüche der eigenen Familie wie 'Du schaust aber wieder müde aus', die den Anstoß geben, genauer hinzusehen", erklärt Prof. Dr. Robert Hierner. Die Patienten kommen mittlerweile nicht nur vom Niederrhein sondern auch aus dem Ruhrgebiet oder dem Düsseldorfer Raum: "Schon behandelte Personen sind die beste Werbung", weiß Dr. Lorena Hierner: "Man sollte in der Plastischen Chirurgie nicht nach schöner Werbung gehen, die kann jeder retuschieren. Am besten ist es, man kennt jemanden, der schon operiert wurde und sich dann an diesem Ergebnis orientieren kann."