Tag des offenen Denkmals am 8. September: "Moderne Umbrüche"

Tag des offenen Denkmals am 8. September : „Moderne Umbrüche“

Unter dem Titel „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“ findet am Sonntag, 8. September, in ganz Deutschland wieder der „Tag des offenen Denkmals“ statt, der mit einem Jubiläum einhergeht: 100 Jahre Bauhaus.

Die von Walter Gropius 1919 in Weimar gegründete Kunstschule Bauhaus markierte mit seiner neuen Formensprache die Moderne und revolutionierte Kunst, Design und vor allem Architektur - bis heute. Hier setzt der Denkmaltag an, denn das, was heute alt erscheint, war zu seiner Entstehung zumeist modern, fortschrittlich und sogar revolutionär. Auch die Stadt Duisburg hat hier einiges zu bieten und lädt an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet zum Entdecken ein - seien es Wohnsiedlungen, Getreidespeicher, Bahnhöfe, Kirchen, Apotheken oder Museen. Im Duisburger Westen sind drei Veranstaltungen geplant:

1.) Baudenkmal „Tor 1“ des ehemaligen Hüttenwerkes Rheinhausen, Europaallee 1/Grenzweg. Architekt Arno Gollner wird zwischen 11 und 17 Uhr zur Architektur und Entwicklungsgeschichte des Baudenkmals im Direktorat vom Casino Bliersheim, Bliersheimer Straße 83, referieren (Vorträge 11, 14 und 16 Uhr). Im Anschluss an die Vorträge besteht die Möglichkeit „Tor 1“ zu besichtigen. Getränke und Imbiss sind zudem im Casino möglich. Das ehemalige Werkstor mit gläsernem Pförtnerhaus wurde 1957-1958 „ultramodern“ aus Spannbeton erbaut. Als die Stahlkrise 1988 in Rheinhausen zum legendären Arbeitskampf führte, erlangte „Tor 1“ durch die Mahnwachen weitere Bekanntheit. Nach Schließung des Hüttenwerkes kam es leider zu keiner sinnvollen Weiternutzung. Eine Bürgerinitiative musste 2002 gar den Abriss verhindern. Das Pförtnerhaus wurde 2012 unter Protest dann doch rückgebaut. Seitdem fristet das „Tor 1“ ein unwürdiges Dasein. Zeit für einen neuen Umbruch?

Die Friemersheimer Dorfkirche hat zahlreichen Umbrüche erlebt. Foto: NVm/Thorsten Vermathen

2.) Dorfkirche Friemersheim, Friemersheimer Straße 8, 12 bis 17 Uhr (14, 15 und 16 Uhr Programm). Die Friemersheimer Dorfkirche wurde 1147 erstmals urkundlich erwähnt. Zunächst stand an ihrer Stelle eine kleine Kapelle, der Ausbau zur Kirche erfolgte erst 1487, einst katholisch dann evangelisch - es folgten zahlreiche Umbrüche, bis heute.

3.) Rheinpreußensiedlung Homberg, Bergarbeitersiedlung im Stil einer Gartenstadt. Treffpunkt: Mauerstraße 2a, Homberg-Hochheide, Führungen um 15 und 16.30 Uhr. Vor Ort gibt es auch eine Fotoausstellung „Siedlung und Bergbau“ mit Kaffee und Kuchen (15 bis 18 Uhr). Im Jahr 1903 entstand die Zechenkolonie mit 1800 Wohnungen. Die Gestaltung der Häuser und ihre großzügigen Gärten erinnert an eine dörfliche Struktur. In den 1970er Jahren wurden zwei Drittel der Wohneinheiten für Hochausbauten abgerissen, der Rest konnte durch Widerstand erhalten bleiben. Heute werden die Hochhäuser „Weiße Riesen“ wieder abgerissen - Umbrüche.

(TV)
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