Steinbau: Die "summende Siedlung" - Wohnraum für Mensch und Tier in Kaldenhausen

Steinbau: Wohnraum für Mensch und Tier in Kaldenhausen : Die „summende Siedlung“

Noch Anfang des Jahres standen auf dem Grundstück Ulmen-/Ecke Birkenstraße in Kaldenhausen seit 30 Jahren leergezogene „Schrott-Immobilien“. Das Bauunternehmen Steinbau konnte in Verhandlungen mit der Erbengemeinschaft endlich das Grundstück erwerben und es nun entwickeln. Neben Wohnbebauung für Menschen soll auch für Flora und Fauna geplant werden.

Fünf hochmoderne Mehrfamilienhäuser mit 43 Wohneinheiten inklusive Penthousewohnungen werden entstehen, wovon eines bereits bis zum Erdgeschoss im Rohbau steht und im Oktober 2020 schließlich fertiggestellt sein wird. „Wir freuen uns, dass wir das Grundstück entwickeln dürfen. Monat für Monat geht es nun voran bis die Siedlung dann im Juli 2021 komplett fertiggestellt sein wird“, so der Geschäftsführer von Steinbau, Arne Thomsen, der auch bereits Interesse am Nachbargrundstück, was derzeit noch mit der alten Fröbelschule bebaut ist, bekundet. In diesem Bereich des Siedlungsneubaus sollen dann nicht nur Menschen ihr neues Zuhause finden, sondern auch die Flora und Fauna sollen hier besonders gedeihen. Zur Vorstellung des Projektes gab es am Dienstag ein „Come Together“ auf der Baustelle.

Die Drei von der Baustelle (vl): Arne Thomsen (Geschäftsführer Steinbau), Ferdi Seidelt (Initiator „summende Siedlung“) und Heinz Dahmen (Architekt Steinbau). Foto: NVm/Thorsten Vermathen

Ferdi Siedelt, der als Kommunalpolitiker (CDU) den Strukturwandel des Grundstücks schon seit Jahrzehnten befürwortete und sich engagierte, trat mit der Idee einer „summenden Siedlung“ an den Bauträger Steinbau heran. „Die Initiative `Deutschland summt´ hat uns jüngst wieder vor Augen geführt, dass wir seit Jahrzehnten dabei sind, unsere Lebensgrundlage zu zerstören, indem immer mehr Insekten, allen voran die Bienen aussterben. Daher ist es höchste Zeit, hier gegenzusteuern, indem man in der Stadtplanung also auch beim Siedlungsbau nachhaltige Konzepte entwickelt“, so Seidelt deutlich. In Rückgriff auf die Expertise des hiesigen Bienenmuseums und der Baumschule Moldenhauer in Kooperation mit der Staudengärtnerei Diamant, soll auf dem Steinbau-Grundstück ein neuer Lebensraum für Bienen und Insekten entstehen. An die Fledermaus und Vögel wird dabei natürlich auch gedacht. „Ziel ist es, mindestens genau so viele Wohnungen für die Tiere zu schaffen, wie für die Menschen in dieser Wohnanlage“, so Seidelt. Neben typischen Nistkästen, Fledermaushöhlen, Insektenhotels, Totholz und Steinschüttungen, sollen Bäume, Sträucher und Stauden gepflanzt werden, die entsprechend einem Blühkalender beste Bedingungen für die Tierwelt bieten.

Steinbau-Chef Arne Thomsen ist von der Idee einer „summenden Siedlung“ total begeistert und bringt nun alle Beteiligten, die Nachbarschaft, die künftigen Siedler, die Initiatoren und seine Architekten zusammen, um das nachhaltige Projekt konkret zu entwickeln. Man hörte es am Dienstag schon „summen“... die guten Nachrichten verbreiten sich.

So soll die Steinbau-Wohnanlage Ulmenstraße /Ecke Birkenstraße in Kaldenhausen grob laut Modell aussehen. Foto: Steinbau
(TV)
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