Sprengung des Hochhauses (Weißer Riese), Friedrich-Ebert-Straße 10-16, in Hochheide

Sprengung des Hochhauses (Weißer Riese), Friedrich-Ebert-Straße 10-16, in Hochheide : Showdown: Zwölf Uhr mittags

„Bitte bleiben Sie zu Hause!“ Die Stadt rät dringend zur Liveübertragung im Fernsehen (WDR), wenn am Sonntag, 24. März, um 12 Uhr, der erste „Weiße Riese“ an der Friedrich-Ebert-Straße 10-16 in Hochheide gesprengt wird. Rundherum wird großräumig abgesperrt, Sichtmöglichkeiten gibt’s kaum.

Oberbürgermeister Sören Link freut sich vor allem auf das Aufbruchsignal für den Stadtteil. Es sollen ja auch nicht alle Weißen Riesen abgerissen werden. Der erste ist schon Arbeit genug: 1.450 Bohrlöcher und weitere 200 „angelegte Ladungen“, insgesamt 290 Kilogramm Sprengstoff werden in den beiden Untergeschossen und auf der 6. und 7. Etage gezündet, um die 45.000 Tonnen Beton – „gute Bausubstanz“, wie die Beteiligten betonen – zum Einsturz zu bringen. Eine „Sprengfaltung“ soll dafür sorgen, dass der Riese in sich zusammenstürzt und das Gebäude sich damit quasi selbst zerstört, erklärt der Thüringer Sprengmeister Martin Hopfe. Mit Maschendraht, Fleece-Decken und viel Löschwasser soll der „sekundäre Sprengstreuflug“ in Zaum gehalten werden. Feuerwehrchef Oliver Tittmann hofft auf Regen, hat mit seinen Männern aber schon auf der Mühlenweide geübt und ist mit 380 Einsatzkräften vor Ort.

Am kommenden Donnerstag beginnt die heiße Phase der Vorbereitungen. Das schließt auch Parkverbote ein. Beginnend mit Bürgermeister-Bongartz-Platz und Glückaufstraße, werden Tag für Tag absolute Halteverbote rund um den Weißen Riesen eingerichtet. Es wird abgeschleppt!

Im Kartenausschnitt in orange markiert die großräumige Sperrzone. Foto: Stadt Duisburg

Wie bei einer Bombenentschärfung gibt es eine Evakuierungs- und eine Sicherheitszone. In der Evakuierungszone darf sich am Sonntag ab 8 Uhr niemand mehr aufhalten; Polizei und Ordnungsamt kontrollieren. Rund 2.500 Anwohner sind betroffen. Achtung: Dass Polizei oder Ordnungsamt im Vorfeld Wertgegenstände einsammeln würden, ist eine Betrugsmasche!

1.000 Bewohner leben in der Sicherheitszone. Hier ist ab 11.45 Uhr am Sonntag kein Aufenthalt im Freien mehr erlaubt, auch nicht an Fenstern oder auf Balkonen, die zur Sprengstelle gerichtet sind. Für die Dauer der Sprengung werden die Moerser Straße zwischen Ortsgrenze Moers und Kreuzung Rheinpreußen-/Lauerstraße sowie die Kirch- und die Ottostraße zwischen Blücherstraße und Husemannstraße/Friedhofsallee vollständig gesperrt.

(tw)
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