: Sieben Stunden Tango und Akkordeon

: Sieben Stunden Tango und Akkordeon

Am 26. Mai finden die Europawahlen statt, drei Wochen vorher will Konrad Göke mit einem besonderen Konzert im Hanns-Dieter-Hüsch-Haus für ein offenes und freies Europa werben.

Gemeinsam mit der ENNI Energie Umwelt Niederrhein und der Volksbank am Niederrhein als Sponsoren möchte der Regisseur, Autor und Produzent am Samstag, 4. Mai, unter dem Motto „Europa leben“ das Foyer des Hanns-Dieter-Hüsch-Bildungszentrums für sieben Stunden in eine Tanzhalle verwandeln. „Die jungen Leute erleben heute ein ganz anderes Europa als wir Älteren es noch von früher kennen“, erläutert Göke, der in seiner beruflichen Laufbahn in vielen Ländern unterwegs war und die Freizügigkeit eines grenzenlosen Europas zu schätzen weiß.

Auch Herbert Hornung, Pressesprecher der ENNI, ist von dem Gedanken fasziniert, für ein offenes Europa zu werben: „Auch ich gehöre zu den Menschen, die sich gut daran erinnern können, wie es war, als es noch kein offenes Europa gab und man an der Grenze zu Holland vor dem Schlagbaum Schlange stand.“ Die Zusammenarbeit zwischen Göke, ENNI und Volksbank am Niederrhein hat sich schon bei den Neujahrskonzerten bewährt. Unter dem Logo „Mehr erleben“ wolle man unter gemeinsamer Flagge Kulturerlebnisse bieten, die es so bisher nicht in Moers gibt.

Bei „Europa leben“ werden Künstler von internationalem Rang sieben Stunden lang die Besucher mit einer Kombination aus Tango und Akkordeon begeistern. Auch wenn Tango auf dem ersten Blick nicht besonders europäisch wirkt, weiss Göke die Brücke zu schlagen: „Das Akkordeon hat seine Wurzeln am Niederrhein“, verweist er dabei auf den Krefelder Musiklehrer Heinrich Band, der das Instrument als „Klavier des kleinen Mannes“ salonfähig gemacht habe. „Und auch Tango hat als lateinamerikanischer Tanz mittlerweile feste europäische Wurzeln.“

Die vier Bands werden diese Stilrichtung jeweils auf ihre eigene Weise interpretieren. So wird der international ausgezeichnete Akkordeonist Marko Kassl in Moers seine neue Tangoformation „Fire, Rain Espresso“ mit der Sopranistin Stella Göke vorstellen und mit ihr in deutscher Sprache Tango-, Tanzmelodien und Schlager der 30er und 50er Jahre präsentieren. Die Wuppertaler Band „Los Cuatro de la Sala“ mit dem russischen Akkordeonisten Alexander Pankov will das Publikum mit konzertanten Tangomelodien mitreißen – ganz ohne Gesang. Das Ensemble „Faux pas“ unter der Leitung der Schweizer Akkordeonistin und Bandoneonistin Marlène Clément hat schon weltweite Konzertreisen hinter sich und setzt auf die unverwechselbare Stimme von Michael Fanger. Grenzenlos europäisch sind auch die Musiker von „Les Ricochets“ mit dem französisch-sizilianischen Akkordeonisten Vincenzo Carduccio und der deutsch-französischen Sängerin Noémi Schröder. „Das wird richtig gute Unterhaltung auf einem sehr hohen Niveau“, verspricht Göke. „Und dank der Unterstützung der beiden Sponsoren können wir die Veranstaltung bei freiem Eintritt anbieten!“

Eva Marxen vom Kulturbüro ist begeistert von der Idee: „Musik ist ein wunderbares Mittel Grenzen und Sprachbarrieren zu überschreiten.“ Das sieht auch Beate Schiren-Ohl, Leiterin der vhs, so: „Ich freue mich, dass das Konzert hier statt finden. Wir haben den Auftrag der politischen Bildung und dies ist eine gute Art zu zeigen, wie wichtig Europa ist.“

Los geht es am 4. Mai ab 15.30 Uhr. Die vier Interpreten werden in drei Abschnitten jeweils eine halbe Stunde auftreten – in wechselnder Reihenfolge jeweils von 15.30 bis 17.30 Uhr, von 18 bis 20 Uhr und von 20.30 bis 22 Uhr. „Besucher können somit jederzeit in das Konzert einsteigen oder gleich sieben Stunden Kunstgenuss aufsaugen“, so Göke. Auf dem Vorplatz des Hanns-Dieter-Hüsch-Bildungszentrums wird es eine passende Bewirtung geben.

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