Anwohner laden zur Infoveranstaltung: Noch mehr Staub und Lärm rund um den Orsoyer Hafen?

Anwohner laden zur Infoveranstaltung : Noch mehr Staub und Lärm rund um den Orsoyer Hafen?

Mit Verschmutzungen durch Kohlestaub haben die Anwohner des NIAG Rheinhafen Orsoy bereits seit vielen Jahren zu kämpfen. Seit gut einem halben Jahr hätten diese Verschmutzungen jedoch ein unerträgliches Ausmaß angenommen.

Durch die Festsetzung zum "landesbedeutsamen Hafen" im Regionalplan und der beantragten Erweiterung der Lagerfläche für Schüttgüter auf das 2,5fache befürchten die Nachbarn weitere Beeinträchtigungen und machen nun mobil.

Im Juli 2018 nahm Robert Schneiders erstmals die feine Kohlestaubschicht wahr, die seinen Garten an der Landrat-von-Laer-Straße bedeckt. Der Staub liegt auf Gartenmöbeln, lagert an den Fensterscheiben - und zieht sich durch die ganze Nachbarschaft. Der Verursacher ist schnell ausgemacht: Im Orsoyer Hafen verlädt die NIAG überwiegend staubende Schüttgüter.

60 Familien wenden sich daraufhin an das Unternehmen, das einen nicht selbst verschuldeten Stromausfall für das vermehrte Staubabwehen verantwortlich gemacht hätte und sich bereit erklärte, betroffene Familien mit 150 Euro zu entschädigen. "Allerdings hat hier nur derjenige was bekommen, der sich auch beschwert hat. Eine offizielle Mitteilung an alle Betroffenen blieb aus", berichtet Schneiders. Das starke Abwehen sei zudem kein einmaliges Ereignis geblieben, es scheine sich viel mehr um ein andauerndes Problem zu handeln.

Im August gründet sich daher die "Interessensgruppe Belastungen durch den Hafen". Sie holt Nachbarn und NIAG an einen Tisch. Hier hätte das Unternehmen mit dem Hinweis auf "den genehmigungskonformen Betrieb" eine erneute Entschädigung abgelehnt, mit der Gründung eines Arbeitskreises hätten sich die Vertreter jedoch einverstanden gezeigt und hierfür auch Akteneinsicht garantiert. Diese sei jedoch nicht wie vereinbart ermöglich worden, die Sprecher der IG hätten erst nach dem ersten Treffen des Arbeitskreises kostenpflichtig Einsicht in die Genehmigungslage erhalten — und damit den Beweis, dass Staub-immissionen sicher zu verhindern seien. Staubabwehungen würden somit der behaupteten Genehmigungskonformität widersprechen.

Darüber hinaus ereilte die IG kurz vor Weihnachten ein richtiger Schock: "Die NIAG hat den Antrag gestellt, eine Vergrößerung der Hafenfläche um 120.000 qm im Regionalplan aufnehmen zu lassen. Außerdem soll der Hafen als 'landesbedeutsamer Hafen" festgeschrieben werden. Wir müssen also in Zukunft mit wesentlich mehr Beeinträchtigungen rechnen", so Schneiders, der zum Sprecherkreis der Interessensgruppe gehört.

Die Nachbarn fühlen sich hintergangen, im Arbeitskreis sei von diesen Dingen nie die Rede gewesen. Dort sei es um eine weitere Zahlung von 150 Euro gegangen, die auch im Dezember stattgefunden hätte. Zudem sei Gesprächsbereitschaft für darüber hinausgehende Ansprüche signalisiert worden, die ihr Ende mit Post vom Anwalt fand, in der die Ansprüche ohne vorheriges Gespräch abgelehnt wurden. Kein Wort wäre über die Pläne für den Hafen verloren worden, die in Zukunft für die Anwohner nicht nur mehr Staub, sondern auch mehr Lärm und mehr Schadstoffe bedeuten könnten.

Sei der Hafen dann erstmal als "landesbedeutsamer Hafen" festgesetzt, wären den Anwohnern in vielen Dingen die Hände gebunden: "Der Hafenbetrieb und umliegende gewerbliche-industrielle Nutzungen würden als privilegiert betrachtet und müssten geschützt werden. Die angrenzende Wohnbebauung wird in Rechten herabgestuft. Dabei ist der Hafen 1984 an die Wohnbebauung herangewachsen und nicht umgekehrt", sind die Nachbarn sauer. Schutzabstände, die eigentlich mindestens 500 Meter betragen sollten, könnten vor diesem Hintergrund auf unter 100 Meter verkürzt werden.

Infoveranstaltung am kommenden Mittwoch

"Hier wollen wir ein Wörtchen mitreden und uns entsprechend für unser Leben in Orsoy einsetzen", kündigen die Sprecher der Interessensgruppe an und informieren am kommenden Mittwoch, 23. Januar, 19.30 Uhr, alle Interessierten in der Gaststätte Orsoyer Hof zum Hafen Orsoy, zu den beabsichtigten Festsetzungen im Regionalplan Ruhr und zu einem möglichen Ausbau auf die 2,5-fache Fläche.

(Niederrhein Verlag GmbH)
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