Bürgerstiftung will neue Wege gehen: "In Neukirchen-Vluyn muss mehr passieren!"

Bürgerstiftung will neue Wege gehen: "In Neukirchen-Vluyn muss mehr passieren!"

Die Bürgerstiftung Neukirchen-Vluyn stellt sich neu auf und will ab sofort die Bürgerinnen und Bürger mitnehmen, um Neukirchen-Vluyn noch mehr zu ermöglichen.

Die Bürgerstiftung Neukirchen-Vluyn will Gutes in ihrer Stadt tun und hat den Fokus darauf gelegt, Kindern und Jugendlichen einen Zugang zur Kultur zu verschaffen. Die Zinsen, die das Kapital einer Bürgerstiftung abwirft, sind das Geld, das zur Verfügung steht, um entsprechende Projekte zu fördern. Und hier beginnt das Problem: "Bei der momentanen Zinssituation ist der Ertrag zu gering", erklärt Geschäftsführer Heinz-Jürgen Wienicke. Das Stiftungskapital, das nicht angetastet werden darf, beträgt zwar 132.000 Euro, doch 2017 konnten lediglich 7.900 Euro-Ertrag für die Unterstützung diverser Einrichtungen ausgegeben werden.

Bisher hat sich die Bürgerstiftung nur aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden aus dem Kreis der Stifter finanziert, für Außenstehende wirkte sie wie ein in sich geschlossenes Konstrukt. "Hier wollen wir umdenken und verstärkt nach außen gehen, um mehr Spenden zu generieren. Es sollen auch Leute von außerhalb der Stiftung die Möglichkeit bekommen, die Stiftungsziele zu unterstützen", berichtet Wienicke.

Doch die Bürgerstiftung will nicht einfach nur warten, dass Leute spenden. Sie will nun selbst aktiv werden und das Veranstaltungsprogramm im Charity-Bereich ausbauen. Den Anfang macht das "Hall of Rock" am 28. April. Heinz-Jürgen Wienicke hat hier bereits im letzten Jahr seinen Enkel Jacques bei der Organisation unterstützt und sich um die Sponsoren gekümmert. Der Erlös der zweiten Auflage soll nun für ein Projekt genutzt werden, das der Bürgerstiftung besonders am Herzen liegt: "Wir wollen die Musikschule dabei unterstützen, eine eigene Musikschulband zu gründen."

Und es geht noch einen Schritt weiter: Zukünftig will die Bürgerstiftung auch selbst als Veranstalter auftreten, wie am 7. Dezember, wenn in der Kulturhalle ein Konzert mit den drei Chören Choract, Querbeat und STAPS stattfindet. Der Erlös fließt dann zu 100% in die Förderung von Stiftungsprojekten.

Der Veranstaltungssektor liegt Heinz-Jürgen Wienicke sowieso besonders am Herzen. "In Neukirchen-Vluyn muss mehr passieren", findet er. Gemeinsam mit Bernd Zibell von der Sparkasse, Michael Linde, Ulrike Reichelt und Rüdiger Eichholz (Stadt Neukirchen-Vluyn) hat er sich bereits zusammengesetzt und überlegt, wie man ein zusätzliches Kulturprogramm für die Altersgruppe 20 bis 40+ entwickeln könnte. Das Bollwerk sei hier beispielhaft, findet er und würde gerne eine ähnliche Richtung einschlagen; "Poetry Slams oder Unplugged-Konzerte in der Kulturhalle, das wäre was." In naher Zukunft sollen Umfragen starten, um herauszufinden, was sich die Neukirchen-Vluyner hier konkret wünschen würden.

Auch was die zu fördernden Projekte angeht, öffnet sich die Bürgerstiftung anderen Richtungen. In erster Linie bleibe es dabei Bildung und Kultur für Kinder und Jugendliche zugänglich zu machen. Aber man dürfe den Sport nicht vergessen. Daher möchte die Stiftung den neu gegründeten FC Neukirchen-Vluyn 09/21 bei der Ausbildung von Übungsleitern im Juniorenbereich finanziell unterstützen.

Wir sehen, die Bürgerstiftung steht vor dem großen Umbruch, wenn nicht gar vor einem Neustart. Personell wird sich der Vorstand noch in diesem Jahr neu aufstellen, da bis auf Per Hegenberg alle Vorstandsmitglieder satzungsgemäß nach zwölf Jahren Amtszeit ausgeschieden sind oder noch ausscheiden werden. Die Sparkasse am Niederrhein und die Stadt würden die Neuausrichtung voll unterstützen, so Wienicke, nun müsse das Vertrauen der Bürger und Unternehmer gewonnen werden, um "noch dickere Bretter" bohren zu können. Wie dick diese sein werden, wird sich zeigen. Der Anfang ist gemacht.

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