Ein Riesenschritt für ENNI

Ein Riesenschritt für ENNI

Aus Konkurrenten mach Partner, aus Stadtwerk mach Regionalversorger: Die ENNI verdoppelt ihr Netzgebiet, fasst erstmals im Kreis Kleve Fuß und hat mit Gelsenwasser einen richtigen „Big Player“ als neuen Gesellschafter an Bord.

Für Herbert Hornung, Pressesprecher der ENNI, war es „der größte Tag des Unternehmens der letzten beiden Jahrzehnte.“ Und auch sein Chef, ENNI-Geschäftsführer Stefan Krämer, verkündete stolz und freudestrahlend: „Das ist ein ganz besonderer Tag für uns. Wir werden vom Stadtwerk zum Regionalversorger - und das streben wir schon lange an.“

Was ist passiert? 2015 bzw. 2017 setzte sich die ENNI gegen Gelsenwasser im Vergabeverfahren für die Gasnetzkonzessionen durch. Was folgte, war ein juristisches Tauziehen zwischen Gewinner und Verlierer des Vergabeverfahrens. Im Laufe dieses Verfahrens änderte sich jedoch offensichtlich die Sicht der Konkurrenten aufeinander. „Wir haben irgendwann gemerkt, dass es auch zusammen passen würde und überlegt, wie man was gemeinsam machen kann“, umreißt Krämer den Sinneswandel knapp. Die Idee: Gelsenwasser überlässt der ENNI die Gasnetze in Uedem und Rheinberg und bekommt dafür Unternehmensanteile.

Dafür müssen natürlich die bisherigen Gesellschafter ihre Anteile verringern und grünes Licht geben. Während Moers, Neukirchen-Vluyn und Dinslaken relativ zügig Bereitschaft signalisierten, waren die Verhandlungen in Sachen des Gesellschafters Innogy etwas zäher. Aber auch Innogy, die auf ihren Gesellschafteranteil von 20 Prozent beharrte, winkte den großen Deal letztendlich durch. Vergangene Woche war die Tinte unter dem Vertrag dann trocken.

Für die ENNI ist das Ganze ein Riesenschritt. Erstens: Mit Gelsenwasser hat man einen ganz großen Fisch im Energieversorger-Becken als Partner im Boot. Zweitens: Als Gasanbieter in Uedem und Rheinberg für die kommenden 20 Jahre hat ENNI sein Netzgebiet verdoppelt und im Kreis Kleve Fuß gefasst. Krämer: „Ein ganz wichtiger Schritt und eine große Chance für uns.“ Drittens: Die ENNI spart nicht nur hohe Investitionssummen, sondern wird durch die neuen Gebiete ein deutliches Ergebnisplus erzielen. Dazu kommt: Durch den neuen Gesellschafter erhöht sich der Unternehmenswert der ENNI (aktuell 229 Mio. Euro) um 15 Mio. Euro, das Eigenkapital steigt ebenfalls um 15 Mio. Euro.

(Niederrhein Verlag GmbH)
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