: Radrennen mal drei

: Radrennen mal drei

Alexander Nordhoff hat seinen Titel verteidigt und wie schon im Vorjahr das Radrennen Walsum gewonnen. Es kam allerdings anders als geplant.

Am Freitagabend fuhr Organisator Michael Zurhausen vom Radsportclub Olympia Buer, selbst ehemaliger Rennradfahrer, den Kurs rund um den Franz-Lenze-Platz noch einmal ab, freute sich darüber, dass die Stadt rechtzeitig alle Schlaglöcher beseitigt hatte, und stellte dann, knappe hundert Meter nach der letzten Kehre auf die Start-Zeil-Gerade fest: Das war letztes Jahr noch nicht da. Zwei Poller, die im Abstand von 50 Metern die Straße verengen, den Übergang Richtung Spielplatz sicherer machen sollen. „Ich war Sprinter, ich weiß, wann’s gefährlich wird.“ Die Straße wird durch die Poller auf drei Meter Breite verengt – für das anvisierte Fahrerfeld zu eng.

Also entschied sich Zurhausen für eine abgespeckte Version, die aber umso mehr bot. Das Teilnehmerfeld wurde auf 33 Elite-Fahrer beschränkt, die mussten dafür zweimal ran: Zuerst in einem Ausscheidungsrennen über 17 Runden, in dem die beiden Letzten jeder Runde ausschieden, dann im eigentlichen Rennen („Scratch“), das statt über 70 dann nur über 40 Runden ging. Je nach Platzierung in diesen beiden Rennen gab’s Punkte für die Gesamtwertung – das Radrennen Walsum ist zugleich der Auftakt der Vivawest-Ruhrpott-Tour – und die drei Punktbesten fuhren schließlich jeder eine schnelle Runde um den Tagessieg. „Die Fahrer haben’s gut aufgenommen“, berichtet ein erleichterter Michael Zurhausen nach dem Renntag. Dem Publikum hätte vielleicht noch deutlicher mitgeteilt werden müssen, dass es noch ein abschließendes Einzelzeitfahren gibt; so hatten einige zu früh den Heimweg angetreten. Auch einer der Gastro-Stände wollte zeitig Feierabend machen, musste aber warten, weil die Strecke ja noch gesperrt war.

Spannend war’s allemal mit erstmal 17 Sprintankünften in Folge, wobei sich die Favoriten noch zurückhielten. Marcel Peschges beispielsweise, der ein ganz starker Zweiter im Hauptrennen wurde, hatte beim Ausscheidungsrennen nicht genügend Punkte gesammelt, um noch um den Tagessieg mitfahren zu dürfen. Dafür lag er die meisten Runden des Hauptrennens über in Führung, was ihm den Leyderspreis einbrachte. Mithalten konnte mit ihm nur Vorjahressieger Alexander Nordhoff vom Team Kern-Haus – gemeinsam fuhren sie bei der Überrundung noch gleich zwei zurückgefallene Teamkollegen wieder ans Hauptfeld heran. Die lange Führungsarbeit rächte sich, kurz vor Schluss hängte Nordhoff Peschges ab, gewann das Rennen und holte sich mit 1,25 Sekunden auf der 1,1-Kilometer-Runde auch den Tagessieg vor Teamkollege Dominik Ivo und Hannes Baumgarten vom Team Maloja/Seccom.

Es war die Krönung eines langen Radsporttages auf dem Franz-Lenze-Platz. Das Jedermann-Rennen um den Preis der Stadtwerke Duisburg gewann Rüdiger Ernst vom Team Wüster; den Sonderpreis, ein Trainingslager mit Marcel Wüst auf Mallorca, holte sich Joachim van de Linde von den Walsumer Jungs. Beim Seniorenrennen siegte Patrick Vogt von der Squadra Ciclismo Colonia, das Amateurrennen gewann Lars Linden aus Krefeld.

Das Elite-Radrennen soll auch im nächsten Jahr dreiteilig ausgetragen werden – vielleicht noch mit einer Einlage der Inline-Skater.

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