Zum ersten Mal mit dem Ehepaar Hölz in Bosnien: „Wie nach dem Krieg!“

Zum ersten Mal mit dem Ehepaar Hölz in Bosnien : „Wie nach dem Krieg!“

Helmut Stoffels und Inge Keidel haben Heribert Hölz im April auf seiner 90. Fahrt nach Bosnien begleitet. Für beide war es das erste Mal in dem krisengeschüttelten Land. Die Situation vor Ort hat sie schockiert, die Arbeit des Ehepaar Hölz beeindruckt. „Unterstützung ist bitter notwendig und die Bosnienhilfe leistet Hilfe, die wirklich auch ankommt“, so ihr Fazit.

Helmut Stoffels hat mit seinen 85 Jahren schon viel gesehen. Umso schwerer wiegt sein Urteil, wenn er die Situation in Bosnien als schockierend bezeichnet und sagt: „Das hat mich sehr an die Nachkriegszeit erinnert.“ Durch seine Tätigkeit als Vorsitzender für die Neukirchen-Vluyner Tafel pflegt er schon seit Jahren den Kontakt zum Ehepaar Hölz. „Bosnienhilfe und Tafel sind ja irgendwie ähnlich“, sei seine Vorstellung vor der Fahrt gewesen und so stimmte er im Dezember zu, als Hölz ihn fragte, ob er denn nicht mal mitfahren wolle. 1800 Kilometer legt die Truppe vor Ort zurück und ob in Banja Luca, Zenica oder Travnik: „Armut in Bosnien kann man mit Armut in Deutschland nicht vergleichen“, so Stoffels’ Erkenntnis und weiter: „Das ist eine völlig andere Dimension. Es gibt Menschen in Bosnien, die haben nichts. Wirklich nichts.“ So wie der 91-jährige Mann, der in einem kaputten Schuppen wohnt und nun von der Caritas einen Wohncontainer bekommen hat, damit er immerhin geschützt schlafen könne. Denn sein Haus will der rüstige Rentner nicht verlassen. „Dieser Mann hat mich wirklich beeindruckt“, erzählt Stoffels, „er war trotz Armut zufrieden und immer zu Scherzen aufgelegt.“

Auch Inge Keidel, die die Familie Hölz aus ökumenischen Zusammenhängen kennt, hat eine „ganz neue Welt“ erfahren. Vieles sei ihr zuvor gar nicht klar gewesen, zum Beispiel in welchem Spannungsfeld die unterschiedlichen Nationalitäten und Religionen dort leben würden. Auch was sie über das politische System erfährt, wie die Abgeordneten sich die Taschen voll machen, während weite Teile der Bevölkerung in Armut leben, erschreckt sie. „Bosnien wäre ein schönes Land, wenn die Korruption nicht wäre“, pflichtet ihr Stoffels bei.

Die Arbeit der Familie Hölz beschreiben beide als „sagenhaft“. Heribert Hölz hatte auch für diese Fahrt wieder einen Finanzierungsplan ausgearbeitet, der genau festlegt, wie viel Geld er für seine Projekte wie die Suppenküche in Zenica und Budzak, die Alten- und Krankenhilfe, die Schafe und die Familienpatenschaften zur Verfügung hat. Ein Rest bleibt immer bestehen für Unterstützungsgesuche, die ihn erst während der Fahrt erreichen. „Das ist bemerkenswert, wie hier Listen geführt werden, mit welcher Sorgfalt abgerechnet wird und welches Netzwerk entstanden ist“, bestätigt Stoffels, dass die Spenden ohne Abzüge genau dort ankommen, wo sie ankommen sollen.

Was die beiden Mitreisenden zudem nachhaltig beeindruckt hat, ist die Dankbarkeit, mit denen die Menschen in Bosnien dem Ehepaar Hölz begegnen. Ob es die Frau ist, die 2003 in das Marmeladenhaus einziehen kann, dessen Reparatur nur durch den Verkauf von Ursula Hölz selbst gemachter Marmelade finanziert werden konnte, oder die Familien, die eine Schafsherde bekommen: „Es gab so viele emotionale und schöne Momente. Die Bosnienhilfe schenkt hier Menschen wirklich ein neues Leben“, so Inge Keidel.

Sie möchten mehr über die Bosnienhilfe erfahren? Heribert Hölz erreichen Sie unter Tel.: 02845 / 5686.

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