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Bosnienhilfe: „Gelebtes Leben“ in Reimen -das neue Buch von Heribert Hölz

Bosnienhilfe : „Gelebtes Leben“ in Reimen -das neue Buch von Heribert Hölz

Wer ist dieser Heribert Hölz, der sich seit 28 Jahren für die Bosnienhilfe engagiert? Was treibt ihn an? Was treibt ihn um? Und wieso ist Mittagsschlaf so wichtig? Die Antworten auf diese und noch viel mehr Fragen bietet „Gelebtes Leben - Autobiografisches in heiteren Reimen und Versen“.

Was macht Heribert Hölz, wenn er abends nicht schlafen kann? Er schreibt! Vor zehn Jahren begann der heute 78-Jährige damit, alles, was ihn gerade so beschäftigt, in Reimform niederzuschreiben. Rund 60 Gedichte sind zusammengekommen, die zunächst einmal auf losen Blättern im Nachtschränkchen liegen blieben. Doch beim Aufräumen und nochmaligen Lesen stellt Hölz fest: „Das ist ja gar nicht mal so schlecht. Ich muss mal jemanden fragen, der Ahnung hat.“ Also wendet er sich an den anno Verlag, der bereits vor acht Jahren sein erstes Buch „Von Lebertran bis Slivovic“ herausgegeben hatte. Die Antwort lautet: „Das dürfen Sie auf keinen Fall wegschmeißen.“

Und da ist es nun - das zweite Buch. 140 Seiten Heribert Hölz in all seinen Facetten. Da reimt er über sein erstes Fahrrad, aber auch über die dritten Zähne. Da geht’s um die Bäume vor der Haustüre und das Gummibärchenlied. Hier haben Kartoffelklöße und Sauerbraten ebenso ihren Platz wie der Friseurbesuch mit immer schütter werdendem Haupthaar. Doch neben den heiteren Versen gibt’s auch nachdenkliche Passagen. Etwa wenn Hölz’ Gedanken „über Tod und Sterben ranken“: „Wenn die Stunde schlägt, so hoffe ich/ bin ich nicht alleine, ein Wunsch für mich/: dass die, die mir am nächsten steh’n/ den letzten Weg dann mit mir gehen (aus: An meine Familie).“

Neben der Familie ist auch die Bosnienhilfe ein großes Thema in „Gelebtes Leben“ - natürlich, möchte und muss man sagen, schließlich SIND Heribert Hölz und seine Frau Ursula die Bosnienhilfe. Die „Millionentasche“, eine braune Ledertasche, mit der er einst die Spendengelder nach Bosnien transportierte, und die nun im Museum in Fojnica steht, hat daher ihre eigenen Verse, aber auch „Ursulas Marmelade“ oder „Die Sprache in Bosnien“ werden bedichtet.

Welches Gedicht sein liebstes ist? Das letzte. In „Ins Wasser fällt ein Stein...“ schreibt Hölz über dieses „eher unbekannte Lied, das einfach 150% Bosnienhilfe ist“: „Jeder Satz, jedes Wort gibt genau mein Denken und meine Motivation wieder.“ Daher habe er diesen Text als Abschluss des Buches gewählt, auch wenn er sonst keine Reihenfolge eingehalten habe. Es wäre ja auch beim Schreiben nie geplant gewesen, ein Buch zu veröffentlichen. Aber, so Hölz, sein erstes Buch habe bereits viele Leute begeistert und dadurch auch der Bosnienhilfe geholfen: „Die Leute, die die Bosnienhilfe unterstützen, lernen mich so noch besser kennen, und bleiben bei der Stange“, verspricht er sich durch die Veröffentlichung. Oder wie Heinrich Bücker, Pfarrer em., Recklinghausen, es in dem Vorwort ausdrückt: „Wer die Zeilen liest, kann sich ein Bild von diesem interessanten und begabten Zeitgenossen machen.“ Einem, in dem das Feuer für die humanitäre Hilfe lodert. Einem, der gerne Eis isst. Und einem „der Gott dankt für den Tagesrest, weil er ihn mittags pennen lässt“.