: 16 Verkehrstote in 2019

Die Verkehrsunfallbilanz des Kreises Wesel für 2019 bietet laut Landrat Ansgar Müller „Licht und Schatten“. Zwar ist die Anzahl der Verkehrsunfälle und der auf den Straßen Verletzter gegenüber 2018 und gerade im Vergleich zum NRW-Trend gesunken, gleichzeitig mussten aber, wie auch im Vorjahr, 2019 16 Menschen ihr Leben im Straßenverkehr lassen.

. Den traurigen Höhepunkt in Sachen Verkehrsunfälle im Kreis gab es im vergangenen April: Weil zwei junge Männer meinten, sich mitten im Wohngebiet an der Moerser Bismarckstraße mit ihren hochmotorisierten Autos ein illegales Straßenrennen zu liefern, verlor eine komplett unbeteiligte 43-jährige Moerserin ihr Leben. „Ein Unfall, der auch für uns sehr dramatisch war, der uns fassungslos gemacht hat“, gab nun auch Rüdiger Kunst, der leitende Polizeidirektor der Kreispolizeibehörde Wesel, beim Blick auf die Verkehrsunfallbilanz 2019 zu. Mit einer Spur Genugtuung, so weit das überhaupt möglich ist, hätte man in Wesel auf die Urteilsverkündung im anhängenden Gerichtsverfahren reagiert; der Haupttäter wurde zu lebenslänglicher Haft, der zweite Fahrer zu drei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt. „Das ist ein gutes Urteil und eine klares Signal in Richtung Raserszene, dass Rasen eben kein Kavaliersdelikt ist und mitunter dazu führen kann, dass man den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringt“, findet Rüdiger Kunst.

Insgesamt ließen 16 Menschen in 2019 auf den Straßen des Kreises ihr Leben, genau so viele wie auch in 2018. In Moers starben neben der 43-Jährigen noch eine 67-jährige Radfahrerin im August auf der Römerstraße und ein 48-jähriger Motorradfahrer im September auf der Homberger Straße. In Neukirchen-Vluyn ließen ein 57-jähriger und ein 81-jähriger Radfahrer ihr Leben. „Jeder Mensch, der im Verkehr getötet wird, ist einer zu viel. Es muss unser Ziel bleiben, die Menschen für die Gefahren im Straßenverkehr zu sensibilisieren“, macht auch Landrat Ansgar Müller als oberster Dienstherr der Kreispolizeibehörde klar. Das Jahr 2019 habe, so Müller, im Straßenverkehr „Licht und Schatten“ hervorgebracht: So sei die Zahl der gemeldeten Verkehrsunfälle mit 15.197 gegenüber dem Vorjahr (16.001) und vor allen Dingen dem Landestrend (minus 7 Prozent) leicht gesunken.

Positiv auch: In 2019 gab es weniger Unfälle mit Radfahrern und auch die Zahl der verunglückten Kinder ist gesunken. Tote Kinder im Straßenverkehr gab es in 2019 im Kreis gar nicht. Parallel dazu kamen aber mehr Pedelec-Fahrer zu Schaden. Knapp 100 Unfälle gab es in 2019 mit den motorisierten Fahrrädern, in drei Fällen starben die Pedelec-Fahrer. „In vielen Fällen waren hier Senioren die Unfallverursacher. Die hohen Geschwindigkeiten bereiten oft Probleme. Dazu tragen immer noch nicht alle Pedelec-Fahrer auch einen Helm“, berichtet Kreispoizeibehörden-Leiter Dietmar Leyendecker.

Ein großes Ärgernis bleibt das Thema Fahrerflucht. „Mit 3156 gab es rund 100 Fälle von Fahrerflucht mehr als in 2018. Viele Menschen vergessen, dass Fahrerflucht kein Kavaliersdelikt ist“, mahnt der Landrat.