Nachbarschaftsinitiative in Hochheide beklagt Zweckentfremdung von Fördergeldern: Vernichtung von benötigtem Wohnraum

Nachbarschaftsinitiative in Hochheide beklagt Zweckentfremdung von Fördergeldern : Vernichtung von benötigtem Wohnraum

Die Nachbarschaftsinitiative „Unser Riese – Wir bleiben“ aus Hochheide, wendet sich mit einem Schreiben an die Regierungspräsidentin des Regierungsbezirks Düsseldorf, Birgitta Radermacher, um die Zweckentfremdung von Fördergeldern zum Rückbau der „Weißen Riesen“ durch die Stadt Duisburg im Sanierungsgebiet Hochheide anzumahnen.

Die Stadt Duisburg gehe beim Rückbau der „Weißen Riesen“ von einer Prognose der Bevölkerungsentwicklung aus, die empirisch überholt sei. Entgegen der Annahme, dass die Einwohnerzahl von Duisburg weiter deutlich schrumpfe, auch insbesondere im Quartier Hochheide, gäbe es neue Prognosen, die dies klar widerlegen. Die Zwangsräumung der zwei Wohnblocks an der Husemannstraße 1 und 3 aufgrund von Brandschutzmängeln habe doch jetzt schon offenkundig gezeigt, dass kein ausreichender Wohnraum im Stadtteil zur Verfügung stehe. Seit über zwei Monaten seien viele der Betroffenen von der Räumung der Wohnblocks „wohnungslos“, obwohl sie sich auch mit Hilfe des Amtes für Wohnen und Soziales um Wohnungen bemühten. Hinzu komme noch das städtisch geforderte „Leerziehen“ des nächsten „Weißen Riesen“ an der Ottostraße 54-56, der dann ja schließlich auch rückgebaut werden soll. Die Bewohner/innen erhalten ebenfalls die Auskunft, dass es keine Wohnungen für sie gäbe.

Der „Weiße Riese“, Ottostraße 54-56, mittlerweile auch im Besitz der Stadt Duisburg, soll bis Ende 2019 leergezogen und 2020 gesprengt werden. Dagegen formiert sich Widerstand, aus Ermangelung an Ersatzwohnraum im Bezirk. Foto: NVM/Thorsten Vermathen

Diese Beispiele zeigten doch eindeutig, dass letztlich Fördergelder aus den Bund-Länder-Programmen „Stadtumbau West“ bzw. „Soziale Stadt“ verwendet werden, um dringend benötigten Wohnraum zu vernichten. Dies könne nicht gemäß der Ziele dieser Förderprogramme sein.

Daher bittet die Nachbarschaftsinitiative die Regierungspräsidentin darauf hinzuwirken, „dass die Fördermittel in Hochheide für ihren eigentlichen Zweck genutzt werden: Dem Wohle der Allgemeinheit zu dienen. Hieraus und aus den Förderrichtlinien leiten sich folgende Bitten und Forderungen für das Quartier und die Verwendung der Fördermittel ab:

- mietkostenneutrale Renovierung des Gebäudes Ottostraße 54–56 und Vermietung der leerstehenden Wohnungen

- Sanierung der Tiefgaragen in dem Gebiet

- mehr und bessere Spielplätze

- bessere Beleuchtung der Fußwege

- Sanierung der Moerser Straße

- bessere Anbindung des Quartiers mit dem ÖPNV

- frei verfügbare Räumlichkeiten für Nachbarschaftskultur

- Aufwertung der Fassaden.“

(TV)
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