Willkommenskultur: So kann es gehen!

Willkommenskultur: So kann es gehen!

Das Theaterstück "Die Armen - aber bitte nicht hier" sorgte kürzlich für regen Gedankenaustausch.

Plötzlich waren alle in Schützenhausen. Dort wird eine Flüchtlingsunterkunft eingerichtet. Der Nachbar ärgert sich, denn die Flüchtlinge werden viele Kinder mitbringen, die Häuser werden an Wert verlieren und überhaupt. Und dann: Die Flüchtlinge können sich nicht richtig freuen über die Plastiktüten mit Kleidung, die eine Nachbarin guten Herzens gebracht hat. Und warum haben die eigentlich alle ein Handy, fragt sich der Nachbar.

Die Schauspieler des Forumtheaters Inszene unterbrachen immer wieder das Stück und gingen in ungezwungenen Dialog mit den Besucherinnen und Besuchern. Gemeinsam besprachen sie, was in der Szene gerade so richtig schief gelaufen ist, obwohl vielleicht Gutes gewollt sei und was man besser machen kann. Oder man griff ein: Als in einer Szene einer Familie mit einem kranken Kind weder von Seiten des Arztes noch einer Behörde geholfen werden konnte, weil die Kommunikation nicht klappte, reichte es einem Zuschauer.

Er ging auf die Bühne und bat die Dame im Amt, die vor lauter Regeln im Kopf nicht auf die naheliegende Idee kam, ganz unbürokratisch den Arzt direkt anzurufen. Das half und zeigte, wie leicht es bisweilen sein kann, etwas zu tun und dass nicht unbedingt böser Wille oder Faulheit verhindert, dass Miteinander gelingt, sondern oft Unwissen oder Gedankenlosigkeit. Beides kann geändert werden.

In seinem Grußwort freute sich der Bürgermeister der Stadt Moers Christoph Fleischhauer, dass so viele der Einladung des Neuen Ev. Forums Kirchenkreis Moers gefolgt waren. In der Tat kamen fast 100 Interessierte zum interaktiven Theaterstück über Willkommenskultur.

Nach dem Theater sprachen die Besucher noch lange miteinander und den Schauspielern bei einem Imbiss vom interkulturellen Netzwerk 50+.

(Niederrhein Verlag GmbH)
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