Freiwilliges Soziales Jahr: Vom Niederrhein nach Ghana

Freiwilliges Soziales Jahr : Vom Niederrhein nach Ghana

Der Moerser Abiturient Philip Jurischka wird im August sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in Ghana beginnen. Mit der ehrenamtlichen Arbeit will er nicht nur den dortigen Kindern eine Chance auf eine bessere Zukunft ermöglichen, sondern auch den interkulturellen Dialog verbessern.

Philip ist sozial engagiert. Schon seit ein paar Jahren kümmert er sich um Flüchtlinge in seinem Alter, lernt mit ihnen Deutsch und begleitet sie auf Amtsterminen. „Ich finde es einfach wichtig, einen Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten“, erklärt der 18-Jährige, der aufgrund seines sozialen Engagements ein Stipendium der Uni Duisburg-Essen erhalten hat.

Als er einen Artikel über ein FSJ im Ausland in die Hände bekommt, ist er von der Idee, selbst in ein anderes Land zu reisen, dort zu helfen und wertvolle Erfahrungen für sein Leben mitzunehmen, begeistert. Philip liest sich weiter ins Thema ein, studiert Erfahrungsberichte von anderen FSJlern und bewirbt sich beim AFS Interkulturelle Begegnungen e.V.

Das Bewerbungsverfahren ist sehr umfangreich und zeitintensiv. Denjenigen, die denken, sie könnten ein Jahr irgendwo auf der Welt gemütlich chillen, wird so schnell der Zahn gezogen. Philip aber überzeugt. Seine Philosophie „Du kannst die Welt nur verändern, wenn du die Sicht auf sie änderst“, lebt der 18-Jährige und ist bereit, einiges für die Chance auf ein FSJ in Kauf zu nehmen.

Mittlerweile ist klar, dass er im August nach Ghana fliegen wird. Das war auch sein Wunsch: „Ich wollte in ein Land, wo ich das Gefühl habe, gebraucht zu werden. Aber auch in ein Land, das kulturell und infrastrukturell ganz anders geprägt ist.“ Dass ihn in Westafrika eine andere Welt erwarten würden, sei ihm klar. Auch, dass so eine Reise immer einige Risiken berge. Ghana ist Malaria-Gebiet, die Hygienestandards sind andere, die Spinnen größer. „Ich bin kein Insektentyp, das wird tatsächlich eine Herausforderung“, gibt Philip zu. Auch die Kriminalitätsstatistik habe er sich bereits angeschaut und festgestellt, dass „Verbrechen gegen Weiße extrem zurückgegangen sind“, außerdem: „Mein Geld kann mir auch hier geklaut werden und trotzdem renne ich nicht die ganze Zeit in ständiger Angst herum.“ Alle über einen Kamm zu scheren, sei sowieso nicht sein Ding. Irgendwann, so seine Vorstellung, werde er sich in Ghana so im Alltag integriert haben, dass er sich über all diese Sachen gar keine Gedanken mehr machen werde.

Wie genau sein Aufenthalt abläuft, erfährt er erst kurz vor der Abreise. In den meisten Fällen werden FSJler in Ghana in Schulen und Bildungswerken eingesetzt. Sie haben einen normalen Arbeitsalltag, bekommen aber kein Gehalt. „Die Gastfamilie, bei der man untergebracht wird, bekommt vom Träger ’weltwärts’ Geld für meine Verpflegung und für mein Taschengeld. Die Arbeit selbst ist ehrenamtlich, ich habe jedoch Urlaubsanspruch“, erzählt Philip.

„Weltwärts“ wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert. In den meisten Fällen übernimmt der Staat drei Viertel der Gesamtausgaben für den Freiwilligendienst. 25 Prozent der Ausgaben muss die Entsendeorganisation, die auf Spenden angewiesen ist, aus eigenen Mitteln bestreiten. Jeder FSJler bekommt daher im Vorfeld seiner Reise die Aufgabe, Spenden zu generieren.

Philips Ziel sind die 2750 Euro, die genau ein Viertel der Gesamtausgaben seines Aufenthaltes wären. „Jeder noch so kleine Betrag hilft, dass nicht nur ich, sondern auch nach mir noch viele junge Menschen die Möglichkeit bekommen, dort zu helfen, wo Hilfe bitter nötig ist, zur Völkerverständigung beizutragen und letztendlich auch selbst wertvolle Erfahrungen für das gesamte Leben mitzunehmen“, wirbt Philip. Spendenquittungen werden ausgestellt, an dem Aufenthalt in Ghana werde der 18-Jährige alle Spender ebenfalls teilhaben lassen, damit jeder sehe, dass so eine Investition gut angelegt sei.

Wer mehr über Philip, seine Motivation, das FSJ sowie AFS und weltwärts erfahren möchte, kann gerne mit ihm per E-Mail philip.jurischka@web.de in Kontakt treten. Ein Spendenkonto hat er bei der Sparkasse am Niederrhein, IBAN: DE31 3545 0000

1201 5909 89, eingerichtet.

(Niederrhein Verlag GmbH)
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