Und weg war der Dreck!

Der Abfallsammeltag hat in seinem 13. Jahr einen Rekord erlebt: Mehr als 1500 Freiwillige hatten sich bereits im Vorfeld bei der ENNI Stadt & Service (ENNI) zu dem Aktionstag unter dem Motto "Gemeinsam für eine saubere Stadt" angemeldet — das waren rund 400 mehr als im Vorjahr.

Tatsächlich wimmelte es am Samstag im ganzen Stadtgebiet von kleinen und großen Helfern, die Umweltsündern und Schmutzfinken den Kampf ansagten und ihr Umfeld von wildem Müll befreiten. Handschuhe an, Müllsack gepackt und aufräumen! So lautete auch die Devise für ENNI-Vorstand Lutz Hormes und Bürgermeister Christoph Fleischhauer. Gemeinsam mit dem "Runden Tisch Umwelt" — einem Gemeinschaftsprojekt, in dem sich Jäger, Landwirte, Natur- und Umweltorganisationen, Forstamt, die Stadtverwaltung, ENNI und die LINEG aktiv für Umwelt und Natur in Moers einbringen — sorgten sie zwischen dem Vinner Friedhof und der Aumühle für Klarschiff. "Natürlich ist es nicht schön zu sehen, wie viel Abfall in den Büschen und auf dem Boden landet. Aber ich freue mich, dass so viele Moerser mit anpacken und etwas dagegen tun", so Hormes.

In der Tat war der Zulauf in diesem Jahr besonders groß. Ob Schulklassen, Nachbarschaften, Fußballmannschaften, Kegelclubs oder Kindergartengruppen — "unter den Anmeldungen waren viele alte Bekannte, die in jedem Jahr dabei sind, aber auch viele ganz neue Gesichter", weiß Claudia Jaeckel, Abfallexpertin und Organisatorin der ENNI. So packten erstmals auch die beiden Moerser Lions Clubs mit rund 30 Helfern und die Tierschutzjugend mit an. Auffällig: Unter den "Neulingen" waren laut Jaeckel besonders viele Familien mit kleinen Kindern. Und das freut die Organisatorin besonders. "Man kann nicht früh genug damit beginnen, das Bewusstsein für die Umwelt zu schärfen. Und Kinder, die beim Abfallsammeltag mitmachen, werden ihr Kaugummipapier zukünftig bestimmt nicht mehr in die Büsche werfen."

Ein Blick in die vollen Säcke zeigte aber, dass die großen Müllsünden eher von den großen Bürgern verursacht werden: Neben dem sogenannten Handwurfmüll trugen die Helfer auch in diesem Jahr als traurige Highlights jede Menge Sperrgut zusammen — vom Teppich bis zum kaputten Kinderwagen. "Wir

bieten auf unserem Kreislaufwirtschaftshof so viele Entsorgungsmöglichkeiten an. Sperrgut können die Bürger doch kostenlos bei uns abliefern", sagt Hormes und setzt deshalb weiterhin auf Aufklärung. "Vor zehn Jahren haben wir unsere Initiative ,Sauberes Moers‘ gegründet, mit der wir gegen Umweltsünden ankämpfen und die Menschen sensibilisieren wollen. Der Tag heute hat erneut gezeigt, dass wir damit nicht nachlassen dürfen." Wie viel Abfall die Freiwilligen am Samstag zusammengetragen haben, steht übrigens noch nicht fest. "Eigentlich ist die Menge auch nicht so wichtig. Viel wichtiger ist, dass alle Helfer ein Zeichen gesetzt haben."

(Niederrhein Verlag GmbH)
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