„Tragt die Impulse weiter!“

„Tragt die Impulse weiter!“

"Es liegt an euch, an uns allen, sich gegen Rechtsextreme und deren Ideologien zu engagieren. Man muss klar Position beziehen. Und das ist als Einzelner schwerer, also tut euch zusammen. Tragt die Ideen und Impulse des Jugendkongresses in eurer Schule, an eure Freunde und zuhause weiter".

Mit dieser Botschaft endete ein Höhepunkt des 7. Moerser Jugendkongresses. Sie stammt vom Hamburger Journalisten Michel Abdollahi. Er hat vier Wochen im kleinen Örtchen Jamel in Mecklenburg-Vorpommern gelebt. 95 Prozent der Dorfbewohner sind Neonazis. Nach der Präsentation seiner Dokumentation "Im Nazidorf" hat Abdollahi über seine Erfahrungen bei diesem Experiment berichtet. Die rund 170 Schülerinnen und Schüler von sechs weiterführenden Schulen waren begeistert und löcherten ihn mit Fragen.

Thomas Pfeiffer (Verfassungsschutz NRW) und Michael Wörner-Schappert (jugendschutz.net) haben zu Beginn der Veranstaltung in der Aula des Berufskollegs für Technik zum Thema des diesjährigen Jugendkongresses "Rechtsextremismus 2.0" informiert.

Schnell wurde deutlich, dass rassistische Äußerungen in Sozialen Netzwerken einen passenden Nährboden für Rechtsextreme bieten. Die Jugendlichen bekamen konkrete Tipps, wo die Schwelle zwischen unpassenden und unzulässigen Inhalten und Kommentaren ist und wie man dagegen vorgehen kann. Bei der Pausenaktion "Gesicht zeigen gegen Rechts" hat die Moerser Fotografin Bettina Engel-Albustin Teilnehmer mit Plakaten und Artikeln aus dem Grundgesetz fotografiert. Nachmittags wurden dann in acht Workshops die eigenen Ideen umgesetzt, zum Beispiel bei "Plakate gegen Rechts".

"Was die Jugendlichen hier in zwei Stunden geschafft haben, kann sich echt sehen lassen. Die eigenen Ideen wurden mit einfachen Mitteln umgesetzt und heraus kamen vier Plakate, die klare Position gegen Rechts beziehen", berichtet Workshopleiter Marcus Koopmann.

Der Jugendkongress ist eine Gemeinschaftsveranstaltung vom Kinder- Jugendbüro der Stadt, von der vhs Moers, dem Bollwerk 107 und dem Schlosstheater.

Gefördert hat ihn auch in diesem Jahr die Volksbank Niederrhein. "Wir als Veranstalter sind hochzufrieden mit dem Kongress. Man erlebt selten so interessierte und konzentrierte Teilnehmer", so das Fazit von Mark Bochnig vom Kinder- und Jugendbüro. "Die vielen Nachfragen und der Wunsch nach mehr Diskussionsmöglichkeiten haben uns gezeigt, dass wir mit dem Thema genau die Interessen der Jugendlichen getroffen haben. In diesem Jahr nehmen wir sogar richtig greifbare Ergebnisse aus dem Jugendkongress mit."

(Niederrhein Verlag GmbH)