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: Teurer und später fertig

: Teurer und später fertig

Es geht voran an der Großbaustelle Berufskolleg-Campus Moers. Allerdings ist es in Sachen Unterkellerung und Sporthalle zu Problemen gekommen. Die Bauexperten beim Kreis gehen, Stand jetzt, davon aus, dass sich die Fertigstellung des Prestigeprojektes um etwa sieben Monate verzögern wird. Dadurch würden zwei Berufskollegs und die Fachschule für Gesundheit und Pflege erst 2022 und 2023 umziehen. Neben der Bauzeit steigen auch die Baukosten.

. Es ist das große Vorzeigeprojekt des Kreises in Sachen Bildungs-campus. An der Repelener Straße sollen in Zukunft an drei Berufskollegs und einer Pflegeschule insgesamt 4400 Schüler lernen (siehe Infobox). Um das zu realisieren, muss einiges an Erde bewegt werden. Und wie das bei so Großprojekten manchmal ist, tauchen Unvorhersehbarkeiten auf. Das ist auch im Falle der Campus-Baustelle passiert. Bei der Teilunterkellerung des neuen Gebäudes fiel auf, dass noch zusätzliches Grundwasser abgepumpt werden muss.

Dem Keller kommt beim Campus eines besondere Bedeutung zu, da dort alle zentralen Aggregate der haustechnischen Anlage untergebracht sind. Und erst wenn der Keller mitsamt der Anlagen steht, kann weiter gebaut werden.

Dazu kommt, dass sich der Abriss der bestehenden Sporthalle verschiebt. Weil die neue Sporthalle aus brandschutztechnischen Gründen erst später in Betrieb genommen werden kann, muss die alte länger stehen bleiben. Dadurch wiederum kann dann das Baufeld für das Mercator Berufskolleg erst im Frühjahr 2022 freigeräumt werden.

Den dadurch entstandenen Zeitverlust beziffern die Bauexperten des Kreises mit sieben Monaten. Projektleiter und Planer haben intensiv geforscht, ob und wie der Zeitverlust eventuell aufgefangen werden kann. Das Ergebnis: Die Verzögerung kann nicht kompensiert werden. „Aufgrund der hohen Auslastung der Baufirmen stehen hierfür am Markt keine Kapazitäten zur Verfügung“, erklärt Projektleiterin Ingrid Wienczkowski.

Da alle beteiligten Schulen wegen des logistischen Aufwands nur in den Sommerferien umziehen können, verzögert sich der geplante Umzug um jeweils ein Jahr. Ab den Sommerferien 2022 können das Berufskolleg für Technik und der Zentralbereich mit Aula und Mensa genutzt werden. Die Nutzung des zweiten Bauabschnitts (Mercator Berufskolleg, Hermann-Gmeiner Berufskolleg und die Fachschule für Gesundheit und Pflege) folgt ab den Sommerferien 2023. Ursprünglich sollte der Umzug in den Sommerferien 2020 stattfinden - ein Plan, der sich jedoch schnell als unrealistisch erwies.

2018 gingen die Planer zudem noch davon aus, dass die Baukosten für den Berufskolleg Campus bei 101 Millionen Euro liegen werden. Die Zahl ist Dank des Booms in der Baubranche vom Tisch. Wienczkowski geht davon aus, dass das Projekt rund 13 Millionen Euro teurer wird, weil die „Hochkonjunktur in der Baubranche“ zu „anhaltend hohen Baukostensteigerungen“ geführt habe. Alleine die Ausschreibungsergebnisse der Vergabeverfahren lagen im Schnitt rund 11 Prozent über den Kostenprognosen des Kreises. Da ein Großteil der wichtigsten Aufträge aber bereits vergeben sind, geht Helmut Czichy, zuständiges Vorstandsmitglied für den Bereich Bauen der Kreisverwaltung Wesel, davon aus, dass es nun zu keinen Überraschungen mehr kommen wird. „Wir sind zuversichtlich, dass es keine weiteren Einschränkungen in Hinblick auf Summe und Zeitplan geben wird.“