Grafschafter Gymnasium: Schwimmen lernen ist lebenswichtig

Grafschafter Gymnasium : Schwimmen lernen ist lebenswichtig

Immer weniger Kinder können schwimmen. Im Grafschafter Gymnasium steuert man dieser Entwicklung entgegen - mit Erfolg. Diese Woche wurden zahlreiche Urkunden an Sechstklässler verliehen, die den Schwimmunterricht mit Bravour abgeschlossen haben.

Mehr als die Hälfte nahm zudem am 25-Stunden-Schwimmen teil.

Vor einem Jahr konnten viele von ihnen noch gar nicht schwimmen, nun legen sie in einer Stunde beim 25-Stunden-Schwimmen zum großen Teil schon mehr als einen Kilometer zurück. "Das ist eine klasse Leistung", gratulierte Sportlehrerin Annegret Fleischhauer, als sie mit Schulleiterin Astrid Czubayko-Reiß die Medaillen und Urkunden für die Teilnahme an der Benefizveranstaltung verlieh und zudem viele Sechstklässler für die erfolgreiche Absolvierung des Schwimmunterrichts auszeichnen konnte.

Die Schülerinnen und Schüler sind sichtlich stolz, einige können jetzt gar etwas, was ihre Eltern noch nicht können. Und das ist ein grundsätzliches Problem. Eigentlich sollten die Kinder bereits schwimmen können, bevor sie auf die weiterführende Schule kommen. Doch wer soll es ihnen beibringen? Der gemeinsame Schwimmbadbesuch ist längst keine gängige Freizeitaktivität mehr, viele Eltern scheuen das Wasser. Die Grundschulen können diese Versäumnisse oft nicht auffangen. "Dabei ist Schwimmen zu lernen alternativlos", macht Annegret Fleischhauer klar.

Im Grafschafter Gymnasium genießt der Schwimmunterricht höchste Priorität. Wenngleich er die Lehrkräfte auch immer vor besondere Herausforderungen stellt, wenn rund 1/3 einer Klasse nicht nur nicht schwimmen kann, sondern zum Teil noch Angst vorm Wasser hat: "Nicht nur, dass wir oft mit der Wassergewöhnung beginnen müssen, wir erleben auch, dass viele Eltern ihre Kinder nicht in die Selbstständigkeit erziehen. Schon das Umziehen bereitet daher Probleme", erzählt Fleischhauer aus ihrem Alltag als Sportlehrerin. Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund wären besonders häufig unter den Nicht-Schwimmern zu finden. Schulleiterin Czubayko-Reiß: "Das betrifft gerade die Mädchen. Schwimmen lernen bedeutet hier nicht nur Selbstbewusstsein zu tanken und ein Erfolgserlebnis zu genießen, sondern auch Emanzipation."

Der Schwimmunterricht ist im Lehrplan für ein Jahr angesetzt, er findet im Grafschafter Gymnasium vom zweiten Halbjahr des 5. Schuljahres bis einschließlich des 1. Halbjahres des 6. Schuljahres einmal die Woche statt. Zum Abschluss sollen die Schülerinnen und Schüler in der Lage sein, sich problemlos im Schwimmbecken zu bewegen. "Sie müssen mehr können als sich nur 15 Minuten über Wasser halten", bestätigt die Sportlehrerin, "wir fragen verschiedene Techniken ab, dazu gehört z.B. auch sich im Wasser drehen oder sich nach einem Sprung ins Becken direkt orientieren zu können." Die meisten Sechstklässler haben das geschafft, bei rund 10 besteht Nachholbedarf. Seit diesem Halbjahr gibt es am Grafschafter Gymnasium für Schüler, die im Wasser noch unsicher sind, die individuelle Förderstunde "Schwimmen" - so erhalten auch diejenigen eine Chance, für die der lernplanmäßige Unterricht nicht ausgereicht hat.

So oder so sind die Eltern gefordert: Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind schwimmen lernt und sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind ein Schwimmer bleibt. Schwimmen zu können, ist (über)lebenswichtig!

(Niederrhein Verlag GmbH)