1. Moerser Wundabend im Bethanien Krankenhaus: Rund um den Decubitus

1. Moerser Wundabend im Bethanien Krankenhaus : Rund um den Decubitus

Immer mehr Menschen sind von chronischen Wunden betroffen. Am Mittwoch, 30. November, ab 18 Uhr, lädt das Wundzentrum Bethanien zum 1. Moerser Wundabend ein, um Betroffene und ihre Angehörigen sowie Ärzte- und Pflegeteams in der Patientencafeteria des Krankenhauses zusammenzubringen.

Der Eintritt ist frei.

"Decubitus" ist ein Tabuthema und viele Erkrankte gehen aus Scham nicht oder erst sehr spät zum Arzt. Das Tückische an den Druckgeschwüren ist nämlich: Sie sehen zwar schlimm aus, riechen zum Teil auch fies, aber sie tun nicht weh. Daher schweigen viele lieber. "Es handelt sich um abgestorbenes Gewebe, daher verspüren die Patienten keine Schmerzen. Doch unbehandelt kann der Decubitus sogar tödlich verlaufen", warnt Hubert Wachs, pflegerischer Leiter des Bethanien-Wundzentrums, und erläutert: "Entzündungen können sich im Körper ausbreiten. Im schlimmsten Fall wird der Patient septisch."

Im Wundzentrum Bethanien ist man bemüht, aufzuklären und eine enge Verzahnung des stationären und des ambulanten Bereiches zu erreichen. "Die beste Behandlung des Decubitus ist die Vermeidung des Decubitus", so Prof. Dr. Robert Hierner, Ärztlicher Leiter der Institution. Hier stehe der richtige Umgang mit bettlägerigen Menschen im Fokus. Ob zu Hause oder im Pflegeheim - Mobilisierung sei ganz besonders wichtig, denn Druckstellen entstehen, wenn der Patient zu lange in einer bestimmten Position verweilt. Druckentlastende Matratzen und Sitzkissen können hier vorbeugend eingesetzt werden.

Wenn der Decubitus bereits da ist, muss schnell gehandelt werden. Zunächst steht die Säuberung der Wunde an, dann muss entschieden werden, ob eine Operation für den Heilungsverlauf notwendig ist. In den meisten Fällen sei dies aber nicht erforderlich, so Prof. Dr. Hierner. Umso wichtiger: Bei chronischen Wunden muss der Patient als Ganzes betrachtet werden: "Oft behindert z.B. eine Mangel- und Fehlernährung oder Inkontinenz den Heilungsprozess, dann muss auch hier angesetzt werden", weiß Hubert Wachs. Daher arbeitet unter dem Dach des Wundzentrums ein multidisziplinäres und multiprofessionales Behandlungsteam zusammen.

Ist die Behandlung im Krankenhaus abgeschlossen, muss der Patient die bestmögliche Nachversorgung in allen erforderlichen Bereichen erhalten. Hier greift das Decubitus-Netzwerk, zu dem auch niedergelassene Ärzte und Pflegedienste gehören.

Der Moerser Wundabend bietet nun zum ersten Mal die Möglichkeit, dass Betroffene und ihre Angehörigen mit Ärzten und Pflegeteams auf Augenhöhe zusammenkommen. In zwei Vorträgen wird sowohl über die stationäre als auch über die ambulante Decubitus-Behandlung informiert. Anschließend besteht die Möglichkeit zur Diskussion. Bitte melden Sie sich unter Tel.: 02841 / 2002992 oder plastische.chirurgie @bethanienmoers. de an. Der Eintritt ist frei.

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