Schlosstheater bringt Loveparade-Katastrophe auf die Bühne : Wie damit umgehen?

Am Mittwoch ist im Schlosstheater Premiere für „Parade 24/7“, die szenische Auseinandersetzung mit der Duisburger Loveparade-Katastrophe 2010.

„Diese Katastrophe ist weiter im Bewusstsein; jeder weiß, wo er an dem Tag war“, sagt Intendant Ulrich Greb. „Und sie ist immer noch unbefriedet.“ Zehn Jahre danach droht im Loveparade-Strafprozess die Verjährung. Und jeder denkt: „Das kann nicht sein!“

Die Einstellung des Verfahrens gegen sieben Angeklagte nach dem Motto „Wir sehen da Schuld bei so vielen, dass wir da nichts machen können“, die habe den Anstoß gegeben, die Loveparade-Katastrophe auf die Bühne zu bringen. Das hat zunächst – wie auch die Ankündigung des Kom’ma-Theaters – heftige Reaktionen ausgelöst. Was Ulrich Greb gut verstehen kann. „Andererseits müssen wir dazu eine künstlerische Aussage treffen“, das sei „geradezu unsere wichtigste Aufgabe“.

„Wie konnte das passieren? Wo stehen wir da jetzt?“, sind für Dramaturgin Larissa Bischoff die Fragen hinter „Parade 24/7“. Und auch: „Was für Projektionen wurden in dieses Event gesetzt, dass der Druck so groß war, dass Sicherheitsbedenken hintangestellt wurden?“

Klar ist: Die Katastrophe wird nicht nachgestellt. „Es gibt keine psychologischen Figuren“, sagt Greb; weder einen Adolf Sauerland noch Personen, die zum Tanzen gegangen sind, wird man unter den Bühnenfiguren identifizieren können. Ulrich Greb inszeniert einen Text, der zu 100 Prozent „O-Ton“ ist, aus Interviews, Medienberichten etc. - die Loveparade ist ja eine der am besten dokumentierten Katastrophen. Um Distanz zu gewinnen, arbeitet das Ensemble mit Choreograph Constantin Hochkeppel und Ex-Moers-Improviser Emilio Gordoa zusammen.

Die Frage nach der Schuld, die muss dann das Publikum beantworten.