Mehr Darmkrebsvorsorgeuntersuchungen dank Kampagne: Moers wird immer darmgesünder

Mehr Darmkrebsvorsorgeuntersuchungen dank Kampagne : Moers wird immer darmgesünder

Nach acht Monaten endet die Kampagne „Darmgesund in Moers“. Die Zahl der Vorsorgeuntersuchungen ist in diesem Zeitraum deutlich gestiegen. Allerdings tun sich viele Männer weiterhin schwer mit dem Thema „Darmspiegelung“.

1.100 Personen mehr als in den Vorjahren sind in den Moerser Krankenhäusern sowie der Praxis von Dr. Purrmann zur Darmkrebsvorsorge gegangen. „Statistiken zeigen, dass man mit jeder 28. Vorsorge einen Krebsfall verhindert“, so Prof. Dr. Ralf Kubitz, Chefarzt der Gastroenterologie im Bethanien, „in unserem Einzugsgebiet haben wir demnach rund 40 Personen mehr vor einer Darmkrebserkrankung bewahrt.“

Darmkrebs ist vermeidbar, Darmkrebsvorsorge rettet Leben - so die Kernaussage der gemeinsamen Kampagne der beiden Moerser Krankenhäuser. 42 Veranstaltungen, 18.000 Flyer, ein NIAG-Bus, 4.000 Rollen Darmgesund-Klopapier und viele weitere Werbemittel haben acht Monate lang für eine Dauerpräsenz des Themas in Moers und Umgebung gesorgt. Kampagnenleiter André Filipiak war mit seinem Team nicht nur auf den Wochenmärkten unterwegs, sondern auch auf Veranstaltungen wie dem moers festival oder dem Schlossparklauf, um für die Darm-Inspektion mit dem Slogan „Komma zur Vorsorge“ zu werben. Mit der Resonanz sei er sehr zufrieden, auch wenn sich gezeigt habe: Männer sind nach wie vor Vorsorgemuffel und gegen Darmspiegelungen gibt es viele Vorbehalte. Dass diese unbegründet sind, wissen diejenigen, die sich bereits dieser Untersuchungsmethode unterzogen haben.

Einer von ihnen ist der Moerser Bürgermeister Christoph Fleischhauer. „Ich habe mich bis zur Kampagne vor der Darmspiegelung gedrückt“, bekennt er. Als Schirmherr sei er dann aber natürlich in der Verantwortung gewesen, mit gutem Beispiel voranzugehen - und ist nun froh, bei der Darm-Inspektion gewesen zu sein: „Völlig unkompliziert und auch sehr befreiend zu wissen, dass man nichts hat“, lautet sein Urteil. Auf eine Sedierung hat Fleischhauer bewusst verzichtet, um den Eingriff auf dem Monitor mitzuverfolgen, schmerzhaft sei die Darmspiegelung trotzdem nicht gewesen. Das Vorsorgeangebot werde er auch in Zukunft wahrnehmen.

Bethanien-Patient Dirk Driesen hatte im Kampagnenzeitraum ebenfalls seine erste Darmspiegelung und weiß nun, dass alle Sorgen im Vorfeld unbegründet waren. „Mit dem Fahrrad durch Moers zu fahren, ist risikoreicher als solch eine Untersuchung“, scherzt er beim Pressegespräch. Driesen entschied sich im Gegensatz zum Bürgermeister allerdings für eine Sedierung: „Man bekommt nichts mit, ist aber kurz nach der Spiegelung wieder voll da“, berichtet er von einem angenehmen Dämmerschlaf.

„Die Darmspiegelung ist inzwischen absolut schmerzlos, die Sedierung so gut, dass man keinen Nachklang hat und durch den Einsatz von CO2 fühlt sich der Patient nach der Untersuchung auch nicht mehr aufgebläht“, fasst Dr. Christoph Vogt, Chefarzt Gastroenterologie St. Josef, zusammen.

Doch was passiert, wenn der Befund bei der Vorsorge positiv ist? Fritz Elmer, Sprecher der Selbsthilfegruppe ILCO, die mit beiden Krankenhäusern zusammenarbeitet, weiß aus eigener Erfahrung, dass dies kein Todesurteil sein muss. Dank einer Darmspiegelung vor über 18 Jahren wird die Erkrankung rechtzeitig erkannt und kann behandelt werden. Bis heute lebt er beschwerdefrei.

Inzwischen habe die Onkologie so gute Fortschritte gemacht, dass sogar Darmkrebserkrankungen, bei denen es bereits zur Metastasierung gekommen ist, heilbar seien, so Dr. Vogt: „Mit den Darmkrebszentren in Moers spielen wir in der Champions League mit. Wir können hier sehr viel für die Patienten tun.“ Ziel sei es, die Zahl der etwa 60 jährlichen Darmkrebs-Neuerkrankungen in Moers weiter zu verringern. Daher wird weiter aufgeklärt. Schließlich ist Darmkrebs immer noch eine der häufigsten Krebserkrankungen. Und wie wir dank der Kampagne nun alle wissen, muss das nicht sein.

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