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moers festival will Tradition des Unerwarteten wahren

moers festival will Tradition des Unerwarteten wahren

Wer am Donnerstagnachmittag einen Blick ins ENNI.Aktivbad erhaschen konnte, der staunte vermutlich nicht schlecht.

Mitten im Lehrschwimmbecken sitzen drei Herren in Anzügen während das Wasser immer höher steigt, skurrile Badegäste krakeelen dazwischen, eine Meerjungfrau schwimmt durchs Wasser, zwei Musiker untermalen dies mit improvisierten Klängen und über das ganze Szenario zieht ein Hai seine Bahnen. Baderatsvorsitzende Carmen Weist versucht noch Ordnung in das Chaos bringen, vergeblich...

Anlass für dieses Durcheinander ist die Programm-Pressekonferenz für das diesjährige moers festival und das verrückte Drumherum ist mit Unterstützung von Schauspielern des Schlosstheaters sowie Josephine Bode, Improviser in residence und Jan Klare, Kurator für die Morning Sessions, natürlich inszeniert.

"Die Tradition des Unerwarteten" will der künstlerische Leiter Tim Isfort aufrechterhalten. "Dafür waren wir in der ganzen Welt unterwegs. Unter anderem in Afrika, Indien, Serbien, Österreich und gerade erst komme ich aus Nordkorea." In Planung sei ein Projekt mit Musikern aus Nordkorea unter dem Titel "Fokus Pjöngjang". Allerdings sei noch nicht geklärt, ob die Musiker einreisen dürfen. Weitere Projekt aus dem "MoersLabor", die bereits gesichert sind: "Marimba Madimba Conference", bei dem mehrere Marimba-Spieler aus verschiedenen Kontinenten aufeinander treffen und "Siddi Traces", ein Projekt bei dem Siddi-Musiker auf die indischen Musikern Sourendro Mullick (Piano), Soumyojit Das (Gesang) und Biswajit Roy (Tabla) treffen und gemeinsam mit Klangkünstler Achim Zepezauer einen einmaligen musikalischen Austausch entstehen lassen wollen. Ein weiteres Sonderprojekt, welches in Moers Weltpremiere feiert, ist die Begegnung der dänischen Band Efterklang mit dem belgischen Musikerkollektiv B.O.X (Baroque Orchestration X). Freuen darf man sich auf Größen des Avantgarde-Jazz wie Ralph Alessi (This Against That feat. Ravi Coltrane) und Rob Mazurek (Chicago/London Underground).

Eine hochkarätige Produktion der WDR Big Band mit Peter Erskine ist ebenso zu hören wie das Duo Talibam!, das bereits 2017 an verschiedenen Orten in Moers vertreten war und 2018 auf die Bühne in der Festivalhalle kommt. "Peter Brötzmann kann man als Impulsgeber und einen der geistigen Väter des moers festival bezeichen", so Isfort, "Umso mehr freue ich mich, dass er in mehreren Konstellationen zu hören sein wird." Fortgeführt werden die Reihen "moers sessions" und "discussions". Auch dieses Jahr will das Festival wieder in die Moerser Innenstadt, so wird es Konzerte und Projekte in Kirchen, Schulaulen, Clubs und Kneipen geben - teilweise kostenlos. Und auch das Schwimmbad neben der Festivalhalle wird miteingebunden. Hier wird es ein Konzert geben, das über Unterwasser-Lautsprecher zu hören sein wird.

Das komplette Programm sowie viele weitere Infos wie Tickets und Preise gibt es unter www.moers-festival.de.

(Niederrhein Verlag GmbH)