Bambini Fair-Play-Cup beim FC Meerfeld: Kleine Kicker ganz groß

Bambini Fair-Play-Cup beim FC Meerfeld : Kleine Kicker ganz groß

Der Hallenboden eignet sich prima zum Rutschen. Das haben die Kids schnell raus. Jedem noch so weit entfernten Ball wird daher hinterher gegrätscht. Das es dabei zu der ein oder anderen Kollision kommt - kein Ding.

Da wird sich geschüttelt, abgeklatscht und weiter geht's - immer dem Ball hinterher.

Beim Fair-Play-Cup des FC Meerfeld am vergangenen Samstag im ENNI Sportpark wird vor allem eins deutlich: Manch ein Bambini-Kicker ist seinem großen Vorbild bereits einen großen Schritt voraus. Hier macht keiner den Neymar: sich minutenlang übers Feld rollen, diskutieren oder lamentieren — vergiss es! Wichtig ist einzig und allein der Fußball.

Bei den G-Jugendlichen (Jahrgang 2012/2013) wird im Fair-Play-Modus gespielt. Es geht nicht um Punkte, sondern darum, die Kids ganz ohne Ergebnisdruck an den Fußball heranzuführen. Die Spielausgänge werden lediglich im Hintergrund dazu genutzt, eine Spielrunde (so heißt die "Liga") aus ungefähr gleichstarken Mannschaften zusammenzustellen - oder bei Hallenturnieren faire Finalspiele zu ermöglichen. Einen Schiedsrichter braucht es zudem nicht, hier klären die Kids selbst, was es zu klären gibt - und das tun sie immer so, dass es so schnell wie möglich mit Fußball weitergehen kann.

Für die Trainer bedeutet dies, sich auch mal zurückzunehmen und das Ganze einfach laufen zu lassen. Im wahrsten Sinne des Wortes: "Das Wichtigste ist, dass die Kids mit Ball ständig in Bewegung sind und Spaß haben, Ergebnisse sind zweitrangig", erklärt Gregor Lammert. Er trainiert gemeinsam mit Lukas Szumotalski die Bambinis des FC Meerfeld. Das Trainergespann ist mit einer C- und einer A-Lizenz hoch qualifiziert, tauscht Taktiktafel aber gerne gegen Schnürsenkelbinden. Beide sind über ihre Söhne als Trainer zum FCM gekommen und wollen nun "den Grundstein dafür legen, dass die Kinder lebenslang Freude am Fußball haben können". Dazu gehöre selbstverständlich, den Kindern den Fair-Play-Gedanken zu vermitteln. "Danken statt zanken", "Vergnügen statt rügen", "Loben statt toben", "Erlebnis statt Ergebnis", "Vorbild statt fuchsteufelswild" - die fünf pointiert formulierten Verhaltenstipps des DFB finden auch in Meerfeld Anwendung; Kinder, Trainer und Eltern sollen die Grundsätze gemeinsam mit Leben füllen. "Die Kinder sind hier oft vorbildlich, klatschen sich nach jedem Spiel mit dem Gegner ab und kümmern sich umeinander", weiß Lammert zu berichten, der drei Tage in der Woche länger arbeitet, um es mittwochs und freitags pünktlich zum Training zu schaffen. Bei den Trainern gebe es allerdings hin und wieder mal einen, der das Ganze zu überambitioniert angehe und in seiner Ansprache dann auch mal vergessen würde, dass in der anderen Mannschaft auch Kinder spielen, die einfach nur Spaß am Fußball haben wollen. Aber das sei zum Glück die Ausnahme.

Auch die Eltern, die im Jugendfußball leider häufig Schärfe vom Rand reinbringen, sind bei den Bambinis in der Pflicht: "In unserer Spielrunde dürfen die Eltern nicht mehr direkt am Feld stehen", erklärt der Meerfelder Coach, der "seine Eltern" aber nicht nur für ihr Verhalten hinter der Bande lobt, sondern auch dankbar ist, dass sie den Trainern bei organisatorischen Angelegenheiten zur Seite stehen: "Ohne die Eltern geht es nicht. Auch heute helfen wieder viele Mütter und Väter, damit wir dieses Turnier überhaupt stemmen können."

Fußball zocken und zwischendurch Waffeln essen - gibt's was Besseres? Den Kids schmeckt der Fair-Play-Cup. Während der FC Meerfeld, der GSV Moers, der FC Neukirchen-Vluyn und der TV Asberg in Gruppe A jeder gegen jeden spielen, treten in Gruppe B der TV Kapellen, GSV Moers II, SV Alemannia Kamp und SV Scherpenberg gegeneinander an. Nach der Vorrunde spielen alle Teams ein Finale gegen jemanden aus der anderen Gruppe. Und zum Schluss bekommt jede Mannschaft eine Medaille.

Natürlich ist den meisten jungen Kickern dabei schon klar, wie ein Spiel ausgegangen ist. Aber spätestens, wenn's das nächste Mal aufs Feld geht, ist nur eines wichtig: der Fußball.

(Niederrhein Verlag GmbH)
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