46. moers festival: Ein eigenes Dorf zum Festival

46. moers festival : Ein eigenes Dorf zum Festival

Ein eigenes kleines Dorf, frei und kostenlos zugänglich für alle, soll an Pfingsten im Rahmen des moers festivals auf dem Außengelände an der Festivalhalle entstehen. Auf dem Gelände wird es keinen abgetrennten Bereich mehr für Ticketbesitzer geben, der Zaun verschwindet.

Damit sollen mehr Moerser zum Ort des Geschehens gelockt werden.

"Durch die Verlagerung des Festivals zur Halle hat das Ambiente gelitten, die Atmosphäre im Freizeitpark war einzigartig", weiß Claus Arndt, Geschäftsführer der Moers Kultur GmbH, der das Festival seit seiner Jugend kennt. "Mit der Schaffung des neuen Festivaldorfs wollen wir ein familiäres Flair schaffen, das einlädt zum Erkunden und Verweilen."

Slik Tiger: Fünf junge Musiker aus Moers spielen Power-Funk mit dynamischen Arrangements, wilden Gitarrensoli und eingängigen Melodien. An Pfingsmontag (17 Uhr) kann man sie auf der "Dorf"-Bühne erleben. Foto: Archiv

Im Zentrum befindet sich der Dorfplatz, hier wird es eine Bühne geben, auf der an den vier Festivaltagen 14 Acts spielen. Die Bandbreite reicht von lokalen Größen wie "Slik Tiger" und einem "Hüsch reloaded", präsentiert von Moerser Musikschülern gemeinsam mit dem Improviser in Residence John-Dennis Renken, bis hin zu internationalen Größen wie Talibam! und Ron Stabinsky. Kabarettist und Liedermacher Helmut Meier wird mit einem musikalischen Kinderprogramm für Spaß sorgen. An der Bühne wird eine Art Arena geschaffen. Rüdiger Eichholtz, zuständig für die Dorfplatzentwicklung, wird mit Unterstützung vom Netzwerk Nord sowie Jugend- und Schülergruppen Sitzgelegenheiten aus Paletten bauen. "Von der Arena aus hat man sowohl die Bühne als auch den angrenzenden Kinderbereich gut im Blick, so dass auch Eltern mit ihren Kindern im Dorf entspannt Zeit verbringen können", erläutert der Künstler. "Rundherum werden die Händler in einem geordneten ungeordneten Wegesystem ihre Stände aufbauen", ergänzt Norbert Knabben, Hauptkoordinator des Händlermarkts. "Derzeit haben wir 40 Non-Food- und 25 Food-Stände. Wir sind aber noch im Wachstum. Man kann vermutlich von ca. 70 Ständen am Pfingstwochenende ausgehen." Der Fokus wurde hierbei auf kulinarische Köstlichkeiten, nachhaltige Produkte und interaktive Angebote gelegt. "Fair-Trade, regional und nachhaltig, das waren die Schlagworte bei der Suche nach neuen Angeboten", so Knabben.

Einer, der sich mit der Thematik gut auskennt, ist Sascha Ivan. Der Kurator für neue Stände ist Geschäftsführer bei Tellavision, einer Hilfsorganisation und einem Modelabel für Menschenrechte: "Wir hoffen, mit dem neuen Angebot Anstoß geben zu können, dass die Leute sich damit auseinander setzen, was und wie sie konsumieren. Upcycling ist auf jeden Fall ein Thema im Dorf und gleich mit drei Ständen vertreten." Wer will, kann selbst aktiv werden: In einem interaktiven Workshop kann man lernen, wie man aus alten Fahrradschläuchen Gürtel herstellt, Musiker Carlos Howard gibt Kids Hilfestellung in Sachen Beatbox und Ivan selbst bietet einen Workshop zum Thema Siebdruck an, bei dem die Teilnehmer ihr eigenes T-Shirt gestalten können.

Alle Infos zum Festival findet man online unter www.moers-festival.de

Das Programm auf der Bühne im Festivaldorf:

Freitag, 2. Juni

16:30 Hüsch reloaded (DE): Moerser Musikschüler der Trompeten- und Vokalklasse interpretieren gemeinsam mit dem Improviser in Residence John-Dennis Renken Hanns Dieter Hüsch zu Hip-Hop.

19:33 The Hipster Jugend (BE): Das belgische Trio spielt Synthie-Pop zwischen akustischen und elektronischen Klängen, eingängige Popmelodien werden umrahmt von Techno, Disco und Electro Wave.

21:31 John Wayne on Acid (DE): Fünf Düsseldorfer, die mit einer irren Mischung aus Dub, Electronica und Drum'n'Bass zu einem Trip durch unerhörte Soundgalaxien einladen.

22:50 Talibam! Ensemble De Neu œ Ron Stabinsky œ Guests (US): Talibam! und Ron Stabinsky improviseren an Synthie, Keys und Drums in verschiedenen Konstellationen mit Musikern, die sie beim moers festival getroffen haben.

Samstag, 3. Juni

14:00 Jeunes Talents (CD): Ehemalige Straßenkinder aus dem Kongo haben sich zu einem Blechblas- und Schlagsintrumente-Ensemble zusammengefunden.

15:45 Musik für Kinder mit Helmut Meier (DE): Kabarettist und Liedermacher Helmut Meier ist Lieder-Finder und Lied-Erfinder. Die Maxime seiner Kinderprogramme lautet: Kinder stehen im Mittelpunkt des Programms.

19:09 phase :: vier (DE): Vier Kölnerinnen kombinieren Jazzgesang mit Streichinstrumenten und schaffen eine bewegliche Kammermusik, die Groove, Komposition und Improvisation verbindet.

21:22 Ignosec (DE): Ein synthetisch-elektronische Duo mit einem Gastmusiker an Gitarre und Bass beschwört hell klingende Geister in die Sphären der Lebenden.

23:33 Myanmar Session (MM): Musiker aus dem traditionellen burmesischen Hsaing Waing Ensemble spielen mit Musikern aus dem Festivalkontext in einer kulturenübergreifenden Impro-Session.

Sonntag, 4. Juni

14:03 Be Irving (BE): Be Irving aus Belgien kombinieren akustische Instrumente mit Laptops und Samplern, über allem schweben üppige Lagen von Gesang.

16:36 Musik für Kinder mit Helmut Meier (DE): Kabarettist und Liedermacher Helmut Meier fesselt sein junges Publikum und animiert zum Mitspielen, Singen, Nachfragen, Vorschlägemachen und Tanzen.

17:58 knu! (DE): Das Trio aus dem Ruhrgebiet spielt freie Improvisation. Rock mischt sich mit Noise, Free Jazz mit Cage und Space is the Place. Immer auf den Punkt und trotzdem hypnotisch.

22:02 KUF (DE): Mit Keys, Bass und Drums werden körperlose Samples von Stimmen in eine Einheit aus rauem Soul, dreckigem Funk und pumpendem R&B gerückt.

Montag, 5. Juni

14:51 Salomea (DE): Das junge Quartett aus Köln bewegt sich zwischen präzise getakteten Songstrukturen und ausschweifender Improvisation, changiert zwischen Pop und Experiment.

16:59 Slik Tiger (DE): Fünf junge Musiker aus Moers spielen Power-Funk mit dynamischen Arrangements, wilden Gitarrensoli und eingängigen Melodien.

19:15 Kyoto mon Amour (DE): Die akustische Kammermusik dieses Quartetts verbindet Jazz, zeitgenössische und traditionelle japanische Musik miteinander - weich und durchdringend klar.

(Niederrhein Verlag GmbH)