Ein attraktives Tor zur Stadt

Ein attraktives Tor zur Stadt

Was lange währt, wird endlich gut - zumindest fast. Seit letzter Woche hat die ENNI Stadt & Service den Ausbau des Personentunnels am Bahnhof Moers abgeschlossen und damit ihren Teil erfüllt. Die Deutsche Bahn (DB) hat einen Teil ihrer Aufgaben bisher aber noch nicht ausgeführt.

Bahnreisende und Moerser Bürger können ab sofort den neuen Zugang, der durch einen Durchstich des Tunnels zur Lotharstraße nach Meerbeck geschaffen wurde, uneingeschränkt nutzen. "Durch die gerade Bauweise wollten wir Angsträume und schmutzige Ecken vermeiden", so Thorsten Kamp als Technischer Beigeordneter der Stadt Moers. Dies ist gelungen, der Tunnel wirkt hell und freundlich - auch wenn sich derzeit noch ein unfertiges Bild zeigt. Die Aufzugschächte sind mit Brettern abgedeckt, an den Treppen fehlen die Fliesen und Handläufe. Diese Aufgaben liegen bei der Deutschen Bahn, die ihren Teil der Aufgaben noch nicht ausgeführt hat. "Das ist für uns und für alle Moerser natürlich enttäuschend", so ENNI-Vorstand Lutz Hormes. "Vor allem für mobilitätseingeschränkte Personen ist das Fehlen der Aufzüge ein großer Wermutstropfen. Barrierefreiheit zu schaffen, war eines der Hauptziele beim Ausbau des Tunnels." Laut Aussage der Bahn könne man erst im Oktober 2019 mit den Aufzügen rechnen.

Im Februar 2015 waren die Arbeiten zunächst gut gestartet. Die ENNI und die beauftragten Firmen verbreiterten den ursprünglichen Personentunnel auf 15 Meter, rissen die 2,60 Meter dicke Rückwand ein und verlängerten ihn bis zur Lotharstraße.

Hierzu wurde ein 14 mal 13 Meter großer Betonkorpus errichtet. 2017 kamen die Arbeiten dann zum Stillstand, da die ENNI Feuchtigkeitsschäden an Decken und Wänden sowie Rost an den Stahlträgern feststellte. Zwei Jahre dauerte die Einigung mit der Deutschen Bahn als Eigentümerin des Bauwerks. Schließlich ließ die DB eine Vorsatzschale aus Spritzbeton auf die feuchten Wände anbringen, so dass das Wasser nicht mehr durchsickern kann. "Wie nachhaltig diese Maßnahmen waren, wird die Zukunft zeigen", so Hormes.

Im Sommer dieses Jahres konnte man dann endlich mit dem aufwendigen Innenausbau des Tunnels beginnen und ihn vor wenigen Tagen endlich durchgängig für Fußgänger und Fahrradfahrer machen.

(Niederrhein Verlag GmbH)
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