Bethanien Krankenhaus: Dr. Caterina Schulte-Eversum: neue Leitende Ärztin der Proktologie

Bethanien Krankenhaus : Dr. Caterina Schulte-Eversum: neue Leitende Ärztin der Proktologie

Dr. Caterina Schulte-Eversum ist die neue Leitende Ärztin der Proktologie im Bethanien Krankenhaus. Ihr Ziel: eine mit viel Scham verbundene Region aus der Tabuzone holen.

Proktologie - das ist die Lehre vom After und Mastdarm. Wer in dieser Region Probleme hat, spricht meist nicht drüber - und vermeidet den Arztbesuch. Es sei die Scham und damit auch der Gedanke, sich unten frei machen zu müssen, weiß Caterina Schulte-Eversum, "doch jeder hat einen Po - und auf den sollte man sein Leben lang Acht geben". Die 39-Jährige setzt daher auf Empathie: "Ich möchte die Leute dort abholen, wo sie gerade stehen", lautet ihr Credo. Bedeutet: Der eine möchte vor der Untersuchung viel sprechen, der nächste erst, wenn er sie "überstanden" hat. Viele Patienten haben bereits eine lange Leidensgeschichte hinter sich, die behutsam aufgearbeitet werden muss. Manchmal helfe aber auch einfach ein lockerer Spruch, so die Expertin.

Der psychologische Aspekt ist ihr sehr wichtig, überhaupt sei die Proktologie eine sehr facettenreiche Sektion: jung bis alt, männlich oder weiblich - den typischen "Proktologiepatienten" gebe es nicht. Ebenso vielfältig und oft auch unspezifisch sind die Symptome, mit denen es die Ärztin zu tun hat. "Nässen, jucken, brennen, Blut am Papier oder in der Toilette" - dies können Anzeichen für eine Erkrankung wie Hämorrhoiden, Fissuren oder Analvenenthrombosen sein.

Die Ursache der Beschwerden liege aber nicht zwangsläufig immer in der gleichen Region. Die Proktologie arbeitet daher eng mit anderen Fachgebieten zusammen. Dies passe gut ins Gesamtkonzept unseres Hauses, so Pressesprecher Dirk Ruder, der auf das zertifizierte Darmzentrum und die größte Geburtsklinik am Niederrhein verweist.

Inkontinenz ist das große Thema, das Caterina Schulte-Eversum mit den Kollegen der Gynäkologie vermehrt angehen möchte. So gibt es am Dienstag, 20. März, 16 bis 19 Uhr, in der Personalcafeteria die kostenfreie Veranstaltung "Inkontinenz bei Frauen und Männern - Was tun gegen die Schwäche beim Einhalten". Weitere Veranstaltungen sollen folgen, denn es sei wichtig, "dass die Leute merken, dass es nicht schlimm ist, über dieses Thema zu sprechen". Außerdem wolle man von der "Beratungsstelle Inkontinenz" zum zertifizierten Inkontinenzzentrum aufsteigen.

Auch mit dem plastischen Chirurgen Dr. Robert Hierner ist eine zunehmende Zusammenarbeit geplant: "Wir wollen z.B. Frauen mit geburtstraumatischen Verletzungen helfen", erklärt die Leitende Ärztin.

Bleibt die Frage, wie Caterina Schulte-Eversum zur Proktologie kam? Promoviert hat sie über die "Regeneration von Nerven", arbeitete im Anschluss erst in einer Unfallchirurgie, dann in der Allgemein und Viszeralchirurgie im Petrus Krankenhaus in Wuppertal; dort bekommt sie auch erste Einblicke in die Proktologie. Das Schlüsselerlebnis hätte es jedoch 2012 in Indien gegeben. Zwei Monate hilft sie in Bihar im Rahmen einer humanitären Aktion - und behandelt einen jungen Mann mit "richtig dicken Hämorrhoiden". Nach ihrer Rückkehr arbeitet sie sich weiter in das Gebiet ein und kommt 2016 ins Bethanien Krankenhaus zu Dr. Ralf-Olaf Raasch, mit dem sie gemeinsam die Proktologie zur eigenständigen Abteilung aufbaut. Altersbedingt hat dieser nun die Leitung an Caterina Schulte-Eversum übergeben.

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