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Für ein sauberes Moers: Der Kümmerer und der Müll

Für ein sauberes Moers : Der Kümmerer und der Müll

In den kommenden drei Jahren will die ENNI den wilden Müll in Moers um ein Viertel reduzieren. Dafür gibt’s ein umfangreiches Maßnahmenpaket - und einen Kümmerer, der heißt Denis Zierdt.

Eine Umfrage im vergangenen Jahr zum Thema Stadtsauberkeit hat gezeigt: 40 % der befragten Bürgerinnen und Bürger halten Moers für eine unsaubere Stadt. Der meist genannte Grund: der wilde Müll. 85 Tonnen will die ENNI nun in den kommenden drei Jahren vermeiden, indem sie aufklärt, indem sie konsequent gegen Abfallsünder vorgehen, indem sie die Angebote rund um das Thema Entsorgung verbessert.

Zentrale Person im Kampf gegen den wilden Müll ist Kümmerer Denis Zierdt. Wird wilder Müll über die Niederrhein APPtuell oder im Kundenzentrum gemeldet, landet die Info direkt bei ihm, so dass er umgehend die notwendigen Maßnahmen in die Wege leiten kann. „Wilder Müll darf nicht lange rumliegen, sonst vermehrt er sich“, weiß der Kümmerer, der stets eine Beseitigung innerhalb der nächsten 24 Stunden anstrebt. Mit seinem voll elektronischen Streetscooter kann Zierdt 1,5 Kubikmeter Müll selbst einsammeln, 3 bis 4 Kubikmeter nimmt er so pro Tag „by the way“ mit, bei größeren Mengen müssen größere Entsorgungswagen und mehr Manpower ran.

Ein großes Ärgernis sind die sogenannten Müll-Hotspots. Das sind rund 20 Orte, an denen es besonders oft zu Anhäufungen von wildem Müll kommt und die Zierdt regelmäßig anfährt. Dazu gehören Containerstandorte, schlecht einsehbare Waldwege, aber auch der Synagogenbogen in der Innenstadt. Aufgrund der besonderen Bedeutung hat sich Denis Zierdt um diesen Ort bereits besonders gekümmert - mit Erfolg! „Vielen war gar nicht bewusst, wo sie hier ihren Müll abstellen“, berichtet der Kümmerer, der vor Ort nicht nur Aufklärungsarbeit leistete, sondern auch einen neuen Abfallsammelplatz einrichtete, denn: „Wir können den Leuten nicht nur ihre Entsorgungsplätze nehmen, sondern müssen ihnen auch Plätze anbieten, wo sie ihren Müll abladen dürfen.“

Unwissenheit sei ohnehin eines der Hauptprobleme bei der Müllentsorgung. Sperrmüll darf z.B. nicht einfach zu einer angemeldeten Abholung dazugelegt werden. Denis Zierdt kontrolliert daher auch Sperrmüllanmeldungen. Ebenso gehört die Kontrolle der Einhaltung der Straßenreinigungssatzung zu seinen Aufgaben, denn viele Eigentümer wissen gar nicht, wenn sie für Dinge wie die Gehwegreinigung verantwortlich sind. „Sprechen Sie mich gerne an, wenn Sie Fragen zur Entsorgung haben und zum Beispiel wissen wollen, wie Sie Ihren Müll loswerden“, so der Appell von Denis Zierdt. Die ENNI habe hier einiges an Dienstleistungen anzubieten, wie z.B. die Expressabfuhr. Und natürlich den Jostenhof - je nach Abfallart muss die Entsorgung nicht mal etwas kosten.

Aufklärungsarbeit zu leisten, ist die eine Seite. Auf der anderen Seite geht es natürlich auch um Abschreckung mittels Strafe. Wer wilden Müll produziert, muss mit einem Ordnungswidrigkeitenverfahren rechnen.

Seit Januar hat der Kümmerer neben dem Einsammeln etlicher Kubikmeter Müll schon einiges erreicht: ein abgeschlossenes und sieben laufende Ordnungswidrigkeitenverfahren, die Initiierung von sieben Expressabfuhren und drei Volumenerhöhungen im Bereich Restabfall, Feststellung von neun Gehwegverunreinigungen, von denen vier bereits behoben wurden.

Projektleiter Jochen Grönewald hofft, den eingeschlagenen Weg fortsetzen zu können. Angedacht ist zudem, Kontrollen auf den Abend- und Nachtbereich auszuweiten und die Ordnungspartnerschaften mit Ordnungsamt und Polizei zu intensivieren, die bereits vermehrt auf den Friedhöfen und in der Innenstadt unterwegs sind. Drei „Kippensamstage“ in der Innenstadt sollen außerdem Raucher zum Nachdenken bringen, wie sie den Glimmstängel zu entsorgen haben, denn Kippen und Kaugummi sind nach wie vor ein großes Problem. Außerdem können Sie bald viel einfacher (wilden) Müll melden: Die App wird verbessert und an den Containerstandorten sowie den Papierkörben werden QR-Codes angebracht. Die Maßnahme soll noch dieses Frühjahr umgesetzt werden.