: 25 Jahre „Tatort Moers“

: 25 Jahre „Tatort Moers“

Vor 25 Jahren, am 17. Mai 1994, stellten die Autoren des Buches „Tatort Moers“ die erste ortsgeschichtliche Dokumentation von Widerstand und Nationalsozialismus vor.

Anlässlich des Jubiläums hatten die Autoren und der Vorstand des Vereins „Erinnern für die Zukunft“ in die Sparkasse am Niederrhein eingeladen. Die Akteure machten deutlich, dass diese Erstveröffentlichung, die inzwischen in der dritten Auflage vorliegt, bis heute die Basis für viele weitere Projekte war und auch in Zukunft ist.

Dabei stießen die Herausgeber Bernhard Schmidt und Fritz Burger vor 25 Jahren als das Buch „Tatort Moers“ erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, nicht nur auf Gegenliebe. „Mitte der 90er erhielten wir noch anonyme Briefe, dass man ein solches Buch nicht hätte schreiben sollen“, berichtet Bernhard Schmidt, Vorsitzender des Vereins „Erinnern für die Zukunft“. Gut, dass sich die Macher davon nicht haben unterkriegen lassen. Denn so konnten zahlreiche weiter Projekte und Publikationen entstehen. Dazu zählen u.a. die Gründung des Vereins „Erinnern für die Zukunft“ (1995), verschiedene Ausstellungen, die Errichtung des Mahnmals zu Ehren des Kreis Moerser Widerstands gegen die NS-Gewaltherrschaft (2000), die Dokumentation „Moers unterm Hakenkreuz“ (2008), die Dokumentation „Weltoffenes Moers“ (2010), die Gründung der Initiative „Wir sind bunt, nicht braun“, die Einrichtung der NS-Dokumentationsstelle der Stadt Moers, der Legung von bislang 92 Stolpersteinen und vieles mehr.

Viele dieser Projekte wären ohne Unterstützung der Sparkasse am Niederrhein nicht möglich gewesen. „Wir wissen sehr gut, was wir an der Sparkasse haben“, zeigte sich Bernhard Schmidt dankbar. Giovanni Malaponti, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse am Niederrhein wiederum zeigte sich beeindruckt von dem Engagement für die Aufarbeitung der Vergangenheit. „Das ist fulminant, was in den vergangenen Jahren geleistet wurde.“

Und auch in Zukunft will man die Vergangenheit nicht ruhen lassen, es sind weitere Projekte und Dokumentationen geplant. Gemeinsam mit Museumsleiterin Diana Finkele wird im Alten Landratsamt eine Ausstellung zur Geschichte des 20. Jahrhunderts in Moers eingerichtet. Dorthin zieht dann auch die NS-Dokumentationsstelle. Außerdem sollen Kurz- und Lang-Biografien zu allen Moerser Stolpersteinopfern erstellt werden.

Für 2020 ist eine weitere Publikation mit dem Titel „Krankenmorde am Niederrhein“ - Opfer der NS-Euthanasie im Altkreis Moers und Kreis Wesel geplant.

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