Nach vorn schauen und den grünen Auftrag erfüllen

Nach vorn schauen und den grünen Auftrag erfüllen

Die Dinslakener Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen feilt intern an ihren Strukturen und gibt sich optimistisch.


Im Wald leben Fuchs, Hase, Bär und Igel relativ friedlich miteinander zusammen. Weil der Wald das Lebensumfeld der Bewohner ist, haben sie ein gemeinsames Interesse ihn zu erhalten. Unter den verschiedenen Tierarten kommt es immer wieder zu Rangeleien und Auseinandersetzungen — mal verliert man — mal gewinnt man.

Mal sind die stärkeren am Zug, mal die schnelleren. Manchmal ist es als kleines Tier von Vorteil, wenn es mit seinem Stachelkleid im Unterholz etwas verborgener bleibt.
Schwierig wird es dann, wenn unter der eigenen Spezies Rivalität aufkommt. Streit, Uneinigkeit und Konkurrenz sind in einer Gruppe, die für eine gemeinsame Sache steht, schlecht. Sei es in einer Familie oder einer Interessengemeinschaft. Sobald die Unstimmigkeiten nach außen sichtbar werden, macht sich die Gruppe angreifbar.

In Dinslaken ist es — durch die Austritte zweier Partei- und Fraktionsmitglieder — die Fraktion der Grünen, die in den letzten Monaten mit internen Unstimmigkeiten aus dem Unterholz kroch. Im Vorstand kam es immer wieder zu eklatanten Meinungsverschiedenheiten, die eine gemeinsame Politik für Dinslaken unmöglich machten. "Im vergangen Jahr haben wir nicht einen Antrag gestellt. Wir waren uns intern selten einig und sind oft getäuscht worden. In der Fraktion abgestimmte Grüne Linien wurden von den nun ausgetretenen Mitgliedern in Ausschlüssen missachtet und gegengestimmt." Fraktionsvorsitzende Lilo Wallerich und Geschäftsführerin Birgit Emmerich fanden klare, untereinander stimmige Worte bei einem Treffen mit der Redaktion. Den Fraktions- und Parteiaustritten von Thomas Koch und Malte Kemmerling (wir berichteten) stehen die beiden, mit etwas Abstand, im Grunde genommen positiv gegenüber. "Wir hoffen, dass nun etwas Ruhe in die Fraktion kommt." Sieben Mitglieder mit den sachkundigen Bürger*innen zählt die kleine Dinslakener Fraktion. Wie beide versichern, zählt die Stimme der einzelnen Mitglieder gleich und jeder kann und soll in der Fraktion gehört werden.

"Entscheidungen werden, so wie es geht, gemeinsam getroffen. Auch wenn an einigen Strukturen noch gefeilt werden muss, wir schauen nach vorn, machen grüne Politik und werden unseren Auftrag erfüllen." Den Vorwürfen, dass der Fraktionsvorstand keine Grüne Linie fährt, setzen Lilo Wallerich und Birgit Emmerich entgegen: Bei einem gemeinsamen Besuch von der Landtagsabgeordneten Sigrid Beer in der Flüchtlingsunterkunft an der Fliehburg, lobte die Grünen Abgeordnete den hohen Einsatz und den vorbildhaften Umgang mit den Geflüchteten und der Situation.

Den Gedanken, fehlenden Wohnraum für Geflüchtete auf Flächen an der Süd-, Jäger- und Hünxer Straße anzusiedeln finden die Grünen nicht verkehrt — Besser ist jedoch, die Wohnungen auch den sozial benachteiligten Dinslakener Familien zugänglich zu machen und auf dem Areal an der Südstraße die Bebauung weniger verdichtet planen. In naher Zukunft möchten die Lokalpolitikerinnen wieder mehr mit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Dinslaken in Gespräch kommen und die bestehenden Grundschulen müssen, und dass betonte Frau Wallerich besonders, erhalten bleiben.

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