Maulwurfstadt unter Glas im Dachgeschoss

Maulwurfstadt unter Glas im Dachgeschoss

Im Rahmen der Kinderferientage mit Agenda 21-Kids und dem Kulturrucksack NRW haben Kinder aus Dinslaken und Duisburg eine wirklich sehenswerte Ausstellung im Museum Voswinckelshof gestaltet.


Maulwurfstadt im Dachgeschoss - Hmm, was hat das wohl miteinander zu tun? "Hier geht es nicht um den Maulwurf an sich — sondern darum, wie die Sicht aus seiner Perspektive aussieht", erklärt der Duisburger Künstler Max Bilitza. "Er sieht ja bekanntlich nicht besonders gut und muss immer ganz nah an die Dinge ran."

Die jungen Künstler sind mit ihren Schauspielern, den Miniatur-Männchen durch die Stadt gezogen und haben Alltagsszenen nachgestellt. Foto: Perdighe

Mit kleinen Männchen und selbst gebastelten Mini-Requisiten machten sich die Kinder des viertägigen Workshops "Maulwurfstadt" am vergangenen Donnerstag in Dinslaken auf die Pirsch und kreierten ihre eigenen Miniaturwelten. Diese haben sie in Fotos festgehalten und zeigten sie am Samstag erstmalig der Öffentlichkeit bei der Ausstellungseröffnung im Dachgeschoss des Museum Voswinckelshof.

Beeindruckend: Eine Klingel wird von einem Männlein bewohnt. Foto: Perdighe

Außerdem haben die Kinds zwischen 9 und 14 Jahren eine eigene Welt im Einmachgläsern nachgestellt. Hier werden auch kritische Situationen dargestellt, wie Ravi erklärt: "Der Mann mit dem Einkaufswagen ist Obdachlos und er hat kein Geld, dafür aber eine Menge Schulden, deswegen hat er auch seine Wohnung verloren." Im Einmachglas sieht man ein Bild vom Dinslakener Altmarkt, im Vordergrund liegen ein paar kleine Münzen und die Schuldenliste von dem Mann. "Die Workshop-Teilnehmer waren Regisseure in einer Choreographie des Alltags, die Fundgegenstände stellten die Requisiten dar und die Miniatur-Männchen waren die Schauspieler", erklärt Max Bilitza. Er scheint ein Multitalent zu sein, denn neben der Kunst beschäftigt er sich noch mit Tanz, Choreographie, ist aktiv als Regisseur und Bühnenbildner, ist dabei sympathisch und vor allem authentisch.

Eine junge Mutter sitzt allein mit ihrem Baby am Hafen. Foto: Perdighe

Die Kids haben nicht nur keine Kunstwerke erschaffen, sie haben bei der Organisation und Umsetzung dieser Ausstellung mitgearbeitet. Und diese kann sich wirklich sehen lassen. Wer sich die Miniaturwelten-Einmachgläser der Kids anschauen möchte, hat noch bis zum 11. September die Möglichkeit dazu. Auch die Teilnehmenden Kinder, darunter die Brüder Ravi und Leander Enders hatten in den vergangen Tagen eine Menge Spaß und fanden es super interessant mal hinter eine Ausstellung zu gucken und selbst eine mit zu gestalten. "Ich besuche gerne Museen, weil es immer interessant und spannend ist", so der 11-jährige Leander.

Der Kulturtunnel verbindet die Workshops in Duisburg und Dinslaken miteinander. Foto: Perdighe

Unterstützt werden die kreativen Tage vom Projekt Kulturrucksack NRW. Ziel des Kulturrucksacks ist es, jedem Menschen, je früher des so besser, die Tür zur kulturellen Bildung so weit wie möglich zu öffnen. Seit vielen Jahren gibt es verschiedene Projekte und Workshops für Kinder und junge Erwachsene, die von regionalen Künstlern geleitet werden.

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