Logport: Nächste Phase Walsum

Logport: Nächste Phase Walsum

Gute 20 Jahre „logport“ wird am 7. September in kleinem Kreis gefeiert. Dabei ist die Vokabel „Gut“ hier nicht nur als ungefähre Zeitangabe zu verstehen, sondern ganz sinnbildlich für eine Entwicklung, die der Stadt Duisburg neue Entwicklungschancen aufgezeigt hat.

An allen Standorten arbeiten auf diesen Geländen mehr Mitarbeiter als dies bei den vorherigen Nutzungen der Fall war.

Und dies soll auch in Walsum eingelöst werden, wenn auf dem Gelände der ehemaligen Papierfabrik „logport VI“ fertig ist. Erich Staake, Vorsitzender des Vorstands der Duisburger Hafen AG: „Wir gehen davon aus, dass auf diesem Gelände etwa doppelt so viele Arbeitsplätze entstehen werden wie bei der Papierfabrik.“ Rund 400 Hektar stehen zur Verfügung, was in etwa einer Fläche doppelt so groß wie logport 2 in Wanheim entspricht. Damit alles klappt, ist das Gelände inzwischen komplett freigeräumt, alle Gebäude des ehemaligen Papierherstellers sind abgerissen und planiert. Dabei finanzierte duisport das ganze „Aufräumen“ selbst, ohne öffentliche Finanzmittel. Eine zweistellige Millionensumme im unteren Bereich war dazu nötig. „Mehr wäre bei eigener Finanzierung auch nicht möglich gewesen“, bekundete Erich Staake.

Die ersten Gespräche mit Interessenten und Investoren sind schon gelaufen, wobei sich zeigte, dass das Gelände direkt am Rhein auf großes Interesse stößt. Interesse auch deshalb, weil auch

in Walsum ein Trimodales Terminal mit Anbindung von Schiff, Laster und Eisenbahn entstehen soll. Größtes Manko ist dabei gegenwärtig die Straßenanbindung, die „nie besonders gut war“, wie Erich Staake beim Blick in die Vergangenheit betonte. Doch die Planfeststellung in Sachen Querspange zwischen A59-Abfahrt „Fahrn“ über das alte Zechengelände zur B8 hin ist inzwischen abgeschlossen. Die Weiterführung soll dann zwischen den Siedlungen und dem thyssenkrupp Werksgelände erfolgen, was damit letztendlich sogar zu einer Entlastung der Walsumer Bürger führen würde, denn auch der Lkw-Verkehr zum Beispiel der Hövelmann-Gruppe könnte dann diesen neuen Weg nehmen, beschrieb Erich Staake, der gut gelaunt anfügte: „Unser Invest kommt nicht nur logport zu gute!“ Und besonders erfreut zeigte sich der Hafenc

hef, dass mit der Steag New Energies GmbH schon ein künftiger Anlieger gefunden werden konnte, der auf etwa drei Hektar direkt am schon bestehenden Kraftwerk für rund 100 Millionen Euro ein Altholz-Kraftwerk errichten will. Der Geschäftsführer Thomas Billotet betonte: „Der Standort ist ideal für uns, da wir an dieser Stelle die bestehende Infrastruktur „Wärme und Strom“ des bestehenden Kohlekraftwerks mit nutzen können. Wir liegen dann direkt auf der anderen Seite der Dr. Wilhelm-Roelen-Straße.“ Das Kraftwerk soll nach Fertigstellung jährlich etwa 170.000 Tonnen, auch belastetes, Altholz verfeuern und daraus 30 Megawatt Strom und 60

bis 70 Megawatt Wärme gewinnen, wobei letztere in die Fernwärmeschiene Niederrhein gespeist werden soll.

Gegen diesen Plan kamen am Montag jedoch bereits Einwände der Walsumer SPD. Der zuständige Ratsherr Benedikt Falszewski und der Vorsitzende der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Walsum, Detlef Frese, erläuterten: „Wir sehen die Planungen von Steag und Hafen sehr kritisch. Wir wollen, dass die örtliche Bevölkerung nicht noch stärker durch Lärm, Verkehr und Dreck belastet wird. Falls unsere Nachforschungen ergeben, dass der Betrieb Nachteile für die Walsumerinnen und Walsumer zur Folge hätte, werden wir dieses Vorhaben ablehnen.“

(Niederrhein Verlag GmbH)
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