: JedesKiebitz-Gelege zählt

: JedesKiebitz-Gelege zählt

Der Kiebitz gehört zu unserer Region wie die schwarzbunten Kühe, knorrige Kopfweiden und der Rhein. Doch der Bestand ist stark bedroht.

Als ausgesprochener Frühjahrsbote veranstaltet er seine auffallenden Balzflüge vornehmlich über Wiesen, Weiden und Äcker - mit atemberaubenden Flugkapriolen, wobei er sich in der Luft auch mehrmals überschlagen kann. Hinzu kommt sein markanter „Kiwit“-Ruf, den noch vor wenigen Jahren viele Menschen aus den ländlichen Regionen in den Kreisen Wesel und Kleve kannten.

Sein Ruf verstummt zunehmend. Wie kein anderer Vogel der Agrarlandschaft hat er in den letzten zehn Jahren bei uns Federn lassen müssen: Sein Bestand ist um 80 Prozent geschrumpft. „Noch vor wenigen Jahren ein Allerweltsvogel, direkt vor unserer Haustür und nun eine stark bedrohte Vogelart der bäuerlichen Kulturlandschaft. Dagegen müssen wir umgehend etwas tun“, so Peter Malzbender, Vorsitzender der NABU-Kreisgruppe Wesel. Hauptursache für den Rückgang sei die moderne Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen. Dies hätten Wissenschaftler europaweit festgestellt. Die Bodenbrüter würden vor allem darunter leiden, dass heutzutage zur Brutzeit Weiden und Äcker so häufig mechanisch bearbeitet werden; zudem würden die Gerätschaften der Bauern immer gigantischer werden. Außerdem sei der Einsatz von Pestiziden und zu viel Gülle sowieso lebensfeindlich. Die NABU-Kreisgruppe Wesel bittet alle aufmerksamen Bürger in der Region sich zu melden, wenn sie genau angeben können, über welche Weiden und Äcker Kiebitze Balzflüge veranstalten oder sich ständig auf Arealen aufhalten. „Wir nehmen dann Kontakt mit dem jeweiligen Landwirt auf und werden gemeinsam versuchen, die Gelege zu schützen“, so NABU-Chef Malzbender. Außerdem sei es unverantwortlich von einigen Hundebesitzern, jetzt unangeleint Hunde in der offenen Landschaft über Weiden etc. rasen zu lassen. Dies ist in diesen Tagen sogar in Schutzgebieten an der Lippe bei Wesel sowie im Rheinvorland bei Bislich, im Orsoyer Rheinbogen und im Millinger Bruch vom NABU beobachtet worden. Dadurch seien kleine Junghasen und brütende Kiebitze und Feldlerchen aktuell zusätzlich bedroht.

Kiebitze können bei der NABU-Geschäftsstelle in Wesel gemeldet werden unter Tel.: 0281 / 1647787.

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