Großer Stoff zum Auftakt

Großer Stoff zum Auftakt

Mit frischem Blut im Team geht das Ensemble des Landestheater Burghofbühne in die neue Spielzeit. Die startet am Freitag mit der Premiere eines großen Antikriegs-Klassikers: Berthold Brechts „Mutter Courage und ihre Kinder“

Das sommerliche Wiederzusammenkommen am Tenterhof hat gute Tradition und will gepflegt werden. Wenn die fünf Wochen der theaterfreien Zeit vorbei sind, kommen sie aus allen Ecken der Republik wieder in lockerer Runde zusammen, die Schauspieler, Bühnen- und Kostümbildner, Musiker, Regisseure, Techniker, Verwaltungsmitarbeiter, Intendant Mirko Schombert, die leitende Dramaturgin Nadja Blank und die Leiterin des Kinder- und Jugendtheaters, Anna Scherer.

Das war auch Mitte August diesen Jahres wieder so. Es gab ein großes, gemeinsames Frühstück, ein entspanntes Schlückchen Sekt. Bevor wieder endlose Autobahnfahrten, aufregende Premieren und Probenmarathons anstehen, wurde sich Zeit genommen, geplauscht, Urlaubsanekdoten ausgetauscht. Und erst als der gemütlich-gesellige Teil erledigt war, machten sich alle Burghofbühnen-Angestellten an die Arbeit. Für Intendant Mirko Schombert ist das alles ein wichtiger Baustein einer erfolgreichen Spielzeit. „Da geht es darum, sich auszutauschen, entspannt und in schöner Atmosphäre anzukommen und dann mit einem guten Gemeinschaftsgefühl in die Spielzeit zu starten.“

Ebenfalls auf der Agenda beim Wiedertreffen: Die Vorstellung der „Neuen“. Und das sind diesmal immerhin drei Stück. Eigentlich schon seit Wochen in die Probearbeiten eingebunden, stellen Laura Götz, Malte Sachtleben und Philip Pelzer ab sofort gemeinsam mit Julia Sylvester das Team der fest angestellten Ensemblemitglieder. Der Andrang der Bewerber auf die begehrten Festanstellungen war groß. Am Ende luden Nadja Blank, Anna Scherer und Mirko Schombert rund 30 Bewerber zum Vorsprechen ein. Die drei Neuen hinterließen bleibende Eindrücke. Und legten verheißungsvolle Starts hin - schließlich begann die Probenarbeit und die Einarbeitung in die umbesetzten Stücke schon weit vor dem Ende der abgelaufenen Spielzeit. „Sie arbeiten super im Team, sind extrem motiviert“, lobt Anna Scherer. Mirko Schombert freut sich über „die extrem belastbaren und sehr gut vorbereiteten“ neuen Kollegen. Und auch Nadja Blank verteilt Blumen: „Sie spielen auf einem sehr guten Niveau und bringen sehr charakteristische Eigenschaften auf die Bühne.“

Viel Zeit zur Eingewöhnung blieb den Neuankömmlingen nicht. Denn die Burghofbühne geht mit dem Acht-Mann/Frau-Stück „Mutter Courage und ihre Kinder“ gleich in die Vollen. „Die aufwendigste Produktion stellen wir oftmals an den Anfang der Spielzeit“, erklärt Nadja Blank. Die Proben laufen schon länger. Die fünf Wochen Sommerpause hätten aber allen Beteiligten gut getan. Blank: „Dann hat man mal Zeit, über den Stoff nachzudenken und das Stück sacken zu lassen.“ Inszeniert wird das Stück von André Rößler, einem neuen Gastregisseur am Tenterhof, der schon an großen deutschen Theaterhäusern Regie geführt hat. „Er wird probieren“, erklärt Mirko Schombert, „Brechts Stoff auf die heutige Zeit zu münzen, ihn greifbar zu machen.“ Schließlich sei das große Thema Krieg ja in den vergangenen Jahren auch bei uns angekommen. Wie ihm das gelungen ist, kann am Freitagabend um 20 Uhr im Tribünenhaus der Trabrennbahn begutachtet werden. Ein paar Tickets sind noch zu haben...

(Niederrhein Verlag GmbH)
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