FAS läuft aus, neue Gesamtschule in Hiesfeld

FAS läuft aus, neue Gesamtschule in Hiesfeld

Der Stadtrat hat entschieden: Dinslaken bekommt seine neue Gesamtschule am GHZ in Hiesfeld. Die Sekundarschule läuft aus, die Hiesfelder Realschule zieht in Richtung Volkspark.

Am Ende war es eine klare Angelegenheit. Mit 28:16 Stimmen votierte die Dinslakener Politik für den Entwurf der Stadtverwaltung zur Entwicklung der Schullandschaft in Dinslaken. Damit steht eine ganze Reihe einschneidender Maßnahmen fest: Die Friedrich-Althoff-Sekundarschule (FAS) am Volkspark läuft aus. Ein Blick auf die Entwicklung der Anmeldezahlen reicht aus, um das Warum zu klären: Waren es im Gründungsjahr 2012 noch 94 Fünftklässler, die an der FAS eingeschult wurden, so lagen die Anmeldezahlen in 2018 bei gerade einmal noch 41 Schülern. Mit 41 Schülern können aber keine drei Eingangsklassen gebildet werden. Die sind aber laut der Bezirksregierung in Düsseldorf unabdingbare Voraussetzung für einen Fortbestand der Schule. Äußerungen, dass es auch für Dinslaken Ausnahmegenehmigungen für nur zwei Eingangsklassen oder eine anstehende Gesetzesänderung geben würde, verweist Schuldezernentin Christa Jahnke-Horstmann ins Reich der Fabeln. "Wir haben eine klare Handlungsweisung von der Bezirksregierung bekommen angesichts der niedrigen Anmeldezahlen schulpolitisch tätig zu werden und uns dabei an den aktuellen Gesetzesgrundlagen zu orientieren. Ein Gesetz, dass auch eine Zweizügigkeit erlaubt, ist noch nicht ansatzweise auf den Weg gebracht worden", verdeutlicht die Dezernentin. Und sie ärgert sich über "die Vielzahl an verbreiteten Fehlinformationen", die von mehreren Parteien gestreut worden seien. "Da wird mit den Ängsten und Sorgen der Eltern gespielt und nicht sorgsam umgegangen - ich finde das unverantwortlich." Ganz unabhängig davon: Angesichts der Entwicklungen der Anmeldezahlen wäre ja eventuell auch eine geordnete Zweizügigkeit an der FAS nicht gewährleistet. Christa Jahnke-Horstmann, die als Schuldezernentin die Gründung der Sekundarschule in Dinslaken vorangetrieben hat, gibt sich durchaus selbstkritisch: "Aus heutiger Sicht muss die Entscheidung von damals natürlich kritisch betrachtet werden."

Zum Prozedere: Zum kommenden Schuljahr werden an der FAS keine neuen Schüler mehr angenommen, im Sommer 2024 ist dann Schluss. Spätestens dann wird das moderne Schulgebäude am Volkspark von Realschülern genutzt. Denn das ist eine weitere Zäsur, die beschlossen wurde: Die Realschule Hiesfeld muss umziehen. Und zwar an den jetzigen FAS-Standort. Warum? Weil am jetzigen Realschulstandort im Gustav-Heinemann-Schulzentrum dann ab 2020 eine neue Gesamtschule für Dinslaken entstehen wird.

In Dinslaken gibt es einen enormen Bedarf an Gesamtschulplätzen. Schon jetzt ist die Ernst-Barlach-Gesamtschule (EBGS) sechszügig. "Und trotzdem musste die Schule in den vergangenen Jahren immer 30 bis 50 Kinder abweisen", berichtet Jahnke-Horstmann. Alleine 41 Dinslakener Schüler wurden im laufenden Schuljahr an der Gesamtschule in Hünxe angemeldet. "Das wird in Zukunft aber nicht mehr möglich sein, denn auch die Gesamtschule Hünxe hat keinen Platz mehr."

Die von der Stadtverwaltung in Auftrag gegebende Befragung der Grundschuleltern hat ergeben, dass der Bedarf an Gesamtschulplätzen auch in den kommenden Jahren ungebrochen hoch ist. So wollen alleine fast 230 Schüler im kommenden Schuljahr einen Gesamtschulplatz in Dinslaken. 2020 soll die Gesamtschule in Hiesfeld anlaufen. Für den Übergang werden an der EBGS im kommenden Jahr einmalig acht Eingangsklassen gebildet. Danach wird die EBGS auf fünf Eingangsklassen begrenzt. Und auch die drei Dinslakener Gymnasien dürfen dann nur noch dreizügig sein. "Das wird der neuen Gesamtschule am GHZ zugute kommen", ist sich die Schuldezernentin sicher. Gleichzeitig betont sie: "Kein Kind mit Qualifizierung fürs Gymnasium muss sich Sorgen machen, dass es keinen Platz am Gymnasium bekommt."

Ob die Hiesfelder Gesamtschüler sich dann den Platz am Anfang mit einem Teil der Realschüler teilen müssen, und ob die neuen Realschüler sich ihren Platz am Volkspark dann mit den noch verbleibenden FAS-Schülern teilen werden, steht noch in den Sternen.

Die FAS würde gerne bis zur Auflösung in 2024 am jetzigen Standort bleiben. An der Realschule zieht man es vor, 2022 geschlossen zum neuen Standort zu ziehen. Für alle Realschüler und die verbleibenden FAS-Schüler bietet das Schulgebäude am Volkspark aber nicht genügend Platz. "Hier gilt es jetzt, eine für alle Beteiligten vernünftige und gerechte Lösung zu finden." Für den grundsätzlichen Umzug der Realschule und der Gesamtschul-Neugründung in Hiesfeld sprächen viele Gründe: "So haben wir eine zentral gelegene Realschule in einem hochmodernen Gebäude und eine Gesamtschule mit eigenem Einzugsgebiet und genügend räumlichen Abstand zur bestehenden Gesamtschule."

Christa Jahnke-Horstmann ist sich dabei durchaus bewusst, dass mit den Umwälzungen bei vielen Schülern, Eltern und Lehrern Sorgen und Ängste hervorgerufen würden. "Aber", betont die Dezernentin, "wir brauchen eine zukunftsfähige Schullandschaft und eine schlüssige Gesamtlösung, die den Wünschen der Eltern so weit wie nur irgendwie möglich entspricht."

(Niederrhein Verlag GmbH)
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