KSL 2017 - eine Hommage: Ein Fünf-Sterne-Hotel

KSL 2017 - eine Hommage : Ein Fünf-Sterne-Hotel

Keine Frage, die 2017er-Ausgabe von "Kunst statt Leerraum" (KSL) bekommt einen Ehrenplatz in der Riege der wundervollen Kulturevents im beschaulichen Dinslaken. Eine Woche lang verzauberten Künstler aus aller Welt das Haus des Handwerks zum "Hotel KSL".

Und was hier, kumuliert in drei Ladenlokalen und fünf Wohnungen, an kreativer Energie, Aufbruchsstimmung und guter Laune zusammenschwappte, war wirklich bemerkenswert.

Zum Abschluss wurde es noch mal spät. In kleiner Runde saß ein Teil der KSL-Künstler mit Chef-Organisator Ben Perdighe und seiner Frau bis in den frühen Sonntagmorgen im Dachgeschoss des Haus des Handwerks zusammen. Zeit verbringen mit Künstlern, "eine Sache, die während der wuseligen Woche leider viel zu kurz gekommen ist", so Perdighe, der nach eigener Aussage "auch gerne mal einfach Gast bei KSL" wäre, stand auf dem Programm. Abschied nehmen nach einem langen Tag und einer tollen Woche war angesagt. Voneinander und vom Hotel KSL. Denn die Lebensdauer des Hotel KSL ist beschränkt. Wohl noch in diesem Jahr rollen die Bagger an und machen das Haus des Handwerks dem Erdboden gleich. Damit fällt diese Location als Veranstaltungsort für KSL 2018 definitiv aus. Was einerseits schade ist, eben weil gerade die Location das Festival in diesem Jahr so besonders gemacht hat. Aber anderseits: KSL hat sich in seiner vierjährigen Geschichte irgendwie immer neu erfinden müssen - und ist bisher ziemlich gut damit gefahren.

Zum Ersten, zum Ersten, zum Ersten...: Ben Perdighe übernahm auch bei der Kunstversteigerung das Zepter und machte eine sehr amüsante Veranstaltung daraus.

Nach einer geballten Woche mit Filmvorführungen, Poetry Slams, Street Art, Graffiti, Tape-Art, Ameisen-Tattoos, Bananenkunst, Skateboard-Kunst, Fotoausstellungen, Reiseberichten, Straßenfest, Kleinkunst gegen Bares, einer schwer amüsanten Kunstversteigerung, leicht abgespeckten Kapellen-Kämpfen, und einer vollkommen wahnsinnigen Randale& Triebe-Abschiedsparty inklusive des tollen und tapferen Gold Roger zerstreuen sich die Künstler wieder in alle möglichen Himmelsrichtungen, Länder, Kontinente.

Großartiger Typ: Maik Rokita lässt alte Tony Hawk-Skateboards zerfließen.

Zeit auch für Perdighe, aufs Erreichte zurück zu blicken. "Ich bin immer noch völlig begeistert. Das hat richtig gut geklappt und ganz viel Spaß gemacht." Gerade das hohe Niveau der Künstler hat dem KSL-Chef imponiert. Stichwort Denis Klatt. Der Dortmunder erzielte mit seinem kleinen Ölgemälde nicht nur das Höchstgebot bei der Versteigerung, für seine großartige Haifisch-Installation im Hotel KSL bekam er zurecht auch den Preis als bester Künstler des Festivals.

Eine ganz wichtige Sache hat Perdighe nicht nur von diesem letzten Abend mitgenommen. "Ausnahmslos alle Künstler haben gesagt, dass sie kommendes Jahr unbedingt wieder dabei sein wollen." Eine schönere Art der Bestätigung könne es ja eigentlich nicht geben. "So furchtbar viel kann also nicht falsch gelaufen sein", schmunzelt Perdighe. Auf ein Neues im kommenden Jahr! Wir sind sehr gespannt, was da kommt...

Mehr Bilder zu KSL 2017 gibt es im Innenteil.

(Niederrhein Verlag GmbH)
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