Grundschule am Niersenberg wegen erhöhter Schimmelwerte weiterhin geschlossen: Schüler werden ausquartiert

Grundschule am Niersenberg wegen erhöhter Schimmelwerte weiterhin geschlossen : Schüler werden ausquartiert

Aufgrund erhöhter Schimmelwerte wurde die Grundschule am Niersenberg vergangene Woche geschlossen. Ab Montag wird der Unterricht in anderen Räumlichkeiten wieder aufgenommen. Gestern Abend gab’s eine Elterninformationsveranstaltung in der Stadthalle. Gesundheitliche Fragen konnten nicht geklärt werden.

Nach Beschwerden über Schimmelgeruch waren am 9. Januar Raumluftmessungen in der Grundschule am Niersenberg durchgeführt worden. Letzte Woche gab’s die Ergebnisse: Sowohl im Lehrerzimmer als auch in drei Klassenräumen ist eine erhöhte Konzentration von Schimmelsporen der Schimmelpilzgattung Penicillium nachgewiesen worden. In Innenräumen gelte ein Wert von bis zu 400 KBE (koloniebildende Einheiten )/m3 als normal, in der Grundschule wurden in der Spitze 800 KBE/m3 gemessen. „Dies könnte auf Feuchteschäden und einen versteckten Schimmelbefall hinweisen. Bei einem offenen Schimmelbefall würde der Wert noch deutlich höher liegen“, ordnete Dipl. Ing. Hermann Schaffers, MTM Ingenieurgemeinschaft, das Ergebnis für die anwesenden Eltern ein. Der Empfehlung, die Schule mit sofortiger Wirkung zu schließen und weitere Untersuchungen folgen zu lassen, ist die Stadt noch in der vergangenen Woche nachgekommen. Mit den Ergebnissen ist Ende der kommenden Woche zu rechnen. Dass die Schülerinnen und Schüler diese Woche keinen Unterricht hatten, bedauerte der 1. Beigeordnete Christoph Müllmann zwar, machte aber auch klar, dass diese Tage einfach benötigt wurden, um einen Alternativplan aufzustellen.

Und das ist der Plan: Ab Montag werden die 1. und 2. Klassen in den Räumen der VHS an der Vinnstraße untergebracht, der Unterricht für die Dritt- und Viertklässler wird in Räumlichkeiten des Schulzentrums am Kamper Dreieck sichergestellt. Die Klassenlehrer seien angehalten, die durch die einwöchige Schulschließung versäumten Unterrichtsinhalte durch einen verstärkten Fokus auf die Kernfächer mit den Kindern nachzuarbeiten, so Schulleiter Peter Schiffler. Außerdem werde ein Buspendelverkehr ab der Grundschule am Niersenberg eingerichtet. Die genauen Zeiten finden die Eltern auf der Homepage der Stadt. „Bitte keine Elterntaxis an der Vinnstraße“, bat Berthold Klicza vom Schulverwaltungsamt wegen der dortigen Verkehrssituation. Die offenen Ganztagsangebote und die Über-Mittag-Betreuung werden einschließlich Mittagsverpflegung in der Mensa und der Turnhalle der Grundschule am Niersenberg weiterlaufen. In beiden Räumlichkeiten seien keine auffälligen Werte festgestellt worden.

Die Übergangslösung gelte vorerst bis Mitte März. Sollte bis dahin eine Teil- oder komplette Wiederaufnahme des Schulbetriebs nicht gefahrlos möglich sein, wird über weitere Übergangslösungen entschieden.

Gesundheitliche Fragen konnten an dem Infoabend nicht abschließend beantwortet werden - es fehlte ein Mediziner. Ein anwesender Mikrobiologe erklärte, dass Schimmelsporen Allergien und, bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem, auch Infektionen auslösen könnten. Für die toxische Wirkung, die sich vor allem in Atemwegsreizungen zeigt, spiele jedoch die Sporenkonzentration eine große Rolle. Dies müsse ein Experte beurteilen.

In der 2c wären in letzter Zeit vermehrt Asthmaerkrankungen aufgetreten, berichtete eine Mutter. In einer weiteren Wortmeldung ging es um eine zugezogene Familie, deren Kinder (1. und 4. Klasse), seit sie die Niersenberg-Schule besuchen, ständig unter Kopfschmerzen und Übelkeit leiden würden. „Eine Kausalbeziehung ist noch nicht nachgewiesen“, warnt Christoph Müllmann vor voreiligen Schlüssen. Die Stadt habe aber Kontakt mit einem Umweltmediziner aufgenommen. „Falls der Mediziner einen Zusammenhang entdeckt, werden wir Sie informieren und den Kontakt zum Experten herstellen“, versprach Bürgermeister Christoph Landscheidt abschließend.