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Engel gibt es überall: 26.500 Euro fürden guten Zweck

Engel gibt es überall : 26.500 Euro fürden guten Zweck

Coronabedingt musste die große Osteraktion des Vereins „Engel gibt es überall“ vorzeitig abgebrochen werden. Trotzdem sind 26.500 Euro für die Förderung von Kindern und Jugendlichen zusammengekommen. Den Abschlussbericht gab’s erst diese Woche.

Ok, Ostern ist schon lange vorbei. Aber so eine arbeitsintensive Aktion wie die Ostereiertombola des gemeinnützigen Vereins aus Kamp-Lintfort ist mit dem Ostermontag nicht beendet – besonders in Coronazeiten nicht. Zur Erinnerung: Im Februar gingen 6.000 Deko-Ostereier in den Verkauf. In jedem Ei war ein Los-Chip, mit dem der Besitzer an der großen Tombola teilnehmen konnte. Hier sollten über 600 Gewinne im Wert von mehr als 20.000 Euro ausgespielt werden. Und dann kam Corona. „Am 6. März, drei Wochen früher als geplant, haben wir die restlichen Tombola-Eier aus allen Vorverkaufsstellen abgezogen, bevor diese ihre Ladentüren schließen mussten“, erinnert sich Ingrid Stermann, 1. Vorsitzende des Vereins. Erfreulich, dass zu diesem Zeitpunkt bereits 5.300 Eier verkauft waren.

Doch schon bald erreichten den Verein weniger erfreuliche Nachrichten: Einige kleine Geschäfte und Restaurants, die für die Tombola Gewinne bereitgestellt hatten, würden nie wieder öffnen können. „Da war es nur fair, für die Gewinner und auch die Geschäftsleute, dass wir die entsprechenden 70 Gewinne aus der Gesamtzahl von Gewinnen aussortiert und vernichtet haben“, erklärt Ingrid Stermann.

Auch die Ausgabe der Gewinne verzögerte sich, da im geplanten Zeitraum noch nicht alle Abholstellen wieder geöffnet hatten. So wurde die Abholfrist um vier Wochen verlängert. Nicht eingelöste Gewinne wurden schließlich gemäß dem Ausspielungszweck zu Gunsten sozial schwacher Familien verteilt. Einige Gewinner teilten dem Verein außerdem mit, dass sie ihren Preis gerne an eine bedürftige Familie spenden möchten. Diesen Wünschen wäre der Verein gerne nachgekommen, berichtet Stermann von „viel Freude und leuchtenden Augen bei den Beschenkten“.

Durch die verkauften 5.300 Tombola-Eier konnten letztendlich in diesem Jahr 26.500 Euro für die nachhaltige Hilfe und Förderung von Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen Familien generiert werden. Anträge und Nachfragen zur Hilfe und Unterstützung kommen über Schulen, Kinderheime, Jugendbetreuer, Vereine, Kirchenvertreter etc., aber auch durch Anfragen aus dem Freundeskreis oder den Familien selbst. Und Corona hat da bei den Engeln wahrlich für Hochkonjunktur gesorgt.

Thema Nummer 1 in den letzten Monaten war – natürlich – das Homeschooling und die fehlende Infrastruktur. Kein Computer, kein Drucker, kein vernünftiges Internet – der Verein hat über 100 Kinder und Jugendliche aus der Region für das Homeschooling ausgestattet. Aber auch die Nachfrage nach Masken für Familien sowie die Kurzarbeit und/oder Arbeitsverlust hätten sie auf Trapp gehalten, sagt Ingrid Stermann: „Eine Menge logistischer Anforderungen und Aufgaben hatten und haben wir noch zu stemmen. Aber kein Weg ist uns zu weit und keine Stunde zu viel, sich für die Kinder und Jugendlichen mit Aufmerksamkeit, Wärme und Wertschätzung einzusetzen, um ihnen eine nachhaltige Hilfe für ihren weiteren Lebensweg zu ermöglichen.“ Da ist es wohl auch vollkommen okay, erst im September über den Abschluss einer Osteraktion zu berichten.