Tierherberge Kamp-Lintfort nimmt verwahrloste Tiere auf: 136 Hunde aus Kisten und Käfigen befreit

Tierherberge Kamp-Lintfort nimmt verwahrloste Tiere auf : 136 Hunde aus Kisten und Käfigen befreit

In der Eifel wurden 136 Hunde aus einer artwidrigen Haltung der schlimmsten Art befreit. 29 von ihnen wurden von der Tierherberge Kamp-Lintfort aufgenommen.

Vergangene Woche erreichte die Tierherberge Kamp-Lintfort ein Hilferuf von einem befreundeten Tierschutzverein aus der Eifel: Das Veterinäramt hatte 136 Hunde - hauptsächlich Berner Sennen und Pudel - beschlagnahmt, die umliegenden Tierheime hatten jedoch nicht mehr so viele Kapazitäten, um die völlig verwahrlosten Tiere aufzunehmen. Sofort machte sich ein Trupp aus Kamp-Lintfort auf den Weg in die Eifel.

Vor Ort angekommen der große Schock: 136 Hunde befanden sich in einem Haus, viele von ihnen einzeln in Transportkisten oder Kaninchenkäfigen eingesperrt. Sie waren verdreckt, vollgekotet und das, was von dem Fell noch übrig war, war stark verfilzt. Alle litten unter starkem Parasitenbefall, hatten entzündete Augen oder wunde Hautstellen. Es war nach Mitternacht, als 29 von den teilweise völlig verängstigten Hunden in Kamp-Lintfort ankamen.

„Die letzten Tage waren wir voll damit beschäftigt, die armen Vierbeiner tierärztlich untersuchen und behandeln zu lassen sowie Tag und Nacht liebevoll zu betreuen“, so Karin Kuhlmann. Viele der Hunde mussten geschoren werden, um sie von ihren Verfilzungen zu befreien. Dass sie nun in Sicherheit sind und sich endlich liebe Menschen um sie kümmern, tut den Tieren merklich gut: „So langsam tauen die meisten von ihnen mehr und mehr auf und freuen sich, wenn wir in ihre Zimmer kommen und sie freundlich ansprechen“, weiß Karin Kuhlmann zu berichten und fügt hinzu: „Einige sind noch sehr introvertiert, aber wir sind uns sicher, dass auch sie mit viel Liebe, Geduld und vor allem durch Zeit an Sicherheit gewinnen und spüren werden, dass für sie endlich ein artgerechtes und würdevolles Hundeleben beginnen kann.“

Bis die Hunde in die Vermittlung gehen können, braucht es noch Zeit. Zunächst hat das Veterinäramt den Haltern ein Tierhalteverbot ausgesprochen, gegen das diese Klage einreichen könnten. Auch wenn sie damit wohl nicht durchkommen werden, müssten daher Fristen abgewartet werden. Zudem brauchen die Tiere auch einfach noch Zeit und Ruhe. Kuhlmann: „Wir werden nach und nach einzelne Hunde der Rettungsaktion mit genauer Beschreibung ihrer Rasse, ihres Alter und ihres Wesen vorstellen. Vorerst jedoch brauchen sie Ruhe, körperliche Genesung sowie psychische Erholung und Stabilität.“

Im Moment wird Unterstützung in Form von Geld- und Sachspenden benötigt. Außerdem werden - für alle Bewohner der Tierherberge - dringend Sonnenschirme gebraucht, die den Tieren in diesen heißen Tagen wohltuenden Schatten spenden.

Die Tierherberg Kamp Lintfort erreichen Sie unter Tel.: 02842 / 928 3213.

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