1. Niederrhein

Hundepflege - so bleibt ihr Hund gesund und sauber

Ratgeber : Hundepflege - so bleibt Ihr Hund gesund und sauber

Der geliebte Vierbeiner begleitet viele Besitzer überall hin – sogar ins Bett. Ungeliebt sind jedoch Gäste mit mehr als vier Beinen. Wir verraten Ihnen, wie Ihr Hund gesund und sauber bleibt.

Flöhe, Zecken und Co. – so bleibt der Hund parasitenfrei

Wir lieben unsere Hunde mit all ihrem Schlabber, dem Dreck und ihrem Hundegeruch. Auf eines können Hundebesitzer jedoch getrost verzichten: Parasiten. Das Fell und die höhere Körpertemperatur ziehen Parasiten magisch an. Flöhe, Zecken, Milben und Würmer sind die häufigsten Schmarotzer.

Bei einem Parasitenbefall wird von äußeren und inneren Parasiten unterschieden:

  • Flöhe: Flöhe befallen den Hund äußerlich. Die Quälgeister springen von anderen befallenen Tieren oder lauern in der Umwelt auf einen Wirt. Haben sie einen Wirt gefunden, ernähren sie sich vom Blut und vermehren sich fröhlich im kuscheligen Hundekorb. Bis zu 20 Eier kann ein Flohweibchen täglich ablegen. Die Flohbisse jucken und piesacken den Hund und – wenn die Behandlung ausbleibt – bald auch Frauchen oder Herrchen. Ob der Hund Flöhe hat, erkennen Hundebesitzer neben häufigem Kratzen an schwarzen Punkten im Fell – dem Flohkot.
  • Milben: Es gibt viele verschiedene Milbenarten, die den Hund quälen können. Räudemilben, Ohrmilben und Haarbalgmilben sind die häufigsten Quälgeister. Sie verursachen Haarausfall, Juckreiz und Ekzeme.
  • Würmer: Hunde lecken einfach alles ab – auch Eier von Würmern, die dann im Körper schlüpfen und sich vermehren. Würmer können auch über die Haut (zum Beispiel Hakenwürmer) oder Stechmücken (zum Beispiel Herzwürmer) übertragen werden. Für Jungtiere kann ein unbehandelter Wurmbefall gefährlich werden. Ein starker Wurmbefall äußert sich durch Schwächung, Gewichtsabnahme, Erbrechen, Husten oder einen aufgeblähten „Wurmbauch“. Ein leichter Wurmbefall verursacht meist keinerlei Symptome.
  • Zecken: Zecken sind keine Freude. Vor allem wenn der geliebte Hund in ein Zeckennest tritt. Spätestens, wenn die kleinen Biester vollgesaugt die Wände hochkrabbeln, entscheidet sich auch der Öko-Hundebesitzer zur Chemiekeule. Zecken können Krankheiten wie Borreliose, Anaplasmose und FSME übertragen. Nicht nur auf den Vierbeiner, auch auf den Menschen.

Chemiekeulen gegen Parasiten – Gefahren versus Nutzen

Wenn ein Floh auf dem Hund entdeckt wird oder jeder Gassi-Gang mit über zehn Zecken endet, gerät so mancher Hundebesitzer in Panik. Chemiekeulen versprechen den Hund vor lästigen Parasiten zu schützen, bringen aber auch Gefahren mit sich.

Medikamente wie Nexgard Spectra und Bravecto wirken beispielsweise gegen Zecken, Flöhe, Würmer und Milben. Das volle Paket also, und Hund sowie Hundebesitzer haben Ruhe. Allerdings enthalten diese oralen Mittel Insektizide, die bei einigen Hunden zu starken Nebenwirkungen geführt haben sollen. Auch Spot-on-Mittel wie Frontline und Parasitenhalsbänder wie Seresto enthalten Chemikalien, die Nebenwirkungen auslösen können. Allerdings werden diese Mittel äußerlich angewandt.

Hundebesitzer sollten sich vor der Gabe dieser Medikamente unabhängig informieren und Risiko gegen Nutzen abwägen. Vor allem bei Welpen und älteren Tieren. Viele Hundebesitzer schwören auf einen natürlichen Anti-Floh und Zeckenschutz: Dazu zählen Kokosöl, Schwarzkümmelöl oder Ultraschall- und Bernsteinhalsbänder.

Bei der Fellpflege können Hundebesitzer das Fell nach Zecken und Flöhen absuchen. Wer dies regelmäßig macht, kann je nach Region auf Chemiekeulen verzichten. Werden Zecken schnell entfernt, minimiert das auch das Risiko für die Übertragung von Krankheiten. Diese werden frühestens zwölf Stunden nach einem Zeckenbiss übertragen.

Regelmäßige Hundepflege beugt Krankheiten und Parasiten vor

Wer das Fell seines Hundes regelmäßig pflegt, wird einen äußerlichen Parasitenbefall schnell erkennen und behandeln können. Je nach Fell sollten Besitzer ihren Hund einmal wöchentlich bis täglich durchbürsten. Lose Unterwolle kann sanft ausgebürstet und Haare können von Knoten befreit werden.

Ein Bad sollten Besitzer ihrem Hund nach Möglichkeit ersparen. Hat sich der Vierbeiner in Hundeparfum – also in Kuhdung oder totem Fisch - gewälzt, kann auf spezielles Hundeshampoo zurückgegriffen werden. Ist die Verschmutzung nicht allzu schlimm, fällt Dreck aus dem trockenen Fell meist von selbst ab oder kann ausgebürstet werden. Saubere Hunde müssen maximal einmal im Monat gebadet werden.

Zusätzlich sollten die Augen und Ohren regelmäßig gesäubert und die Krallen nach Bedarf gekürzt werden. Für das Schneiden der Krallen sind spezielle Scheren erhältlich, mit denen Hundebesitzer diese Aufgabe selbst übernehmen können. Die Krallen sollten nie zu kurz geschnitten werden.

Im Winter müssen die Pfoten außerdem vor Streusalz geschützt werden, im Sommer sollten Hundebesitzer immer die Temperatur des Asphalts prüfen. Der Asphalt kann sich schon bei 25 Grad Außentemperatur auf über 50 Grad aufheizen und sensible Hundepfoten verbrennen.