„Wer Hilfe braucht, kann zu mir kommen!“

„Wer Hilfe braucht, kann zu mir kommen!“

Schon zu Zeiten des Bosnienkrieges 1992 - 1995 machte sich Heribert Hölz , damals noch als Mitarbeiter der Caritas Duisburg, auf, um den Menschen im Kriegsgebiet zu helfen. Dieser Tage ist er von seiner 89. Fahrt zurück gekehrt.

„Menschlich sein, egal welcher Religion oder Volksgruppe jemand angehört!“ So beschreibt der Neukirchen-Vluyner seine Motivation zur Hilfe, ist sich zugleich aber darüber bewusst, dass das, was er leisten kann, im Grunde nicht nachhaltig ist. „Auch wenn ich jetzt wieder Hilfe im Wert von gut 50.000 Euro und im Frühjahr 70.000 Euro für Hilfsgüter und Projekte unterschiedlichster Art dabei hatte, sind das im Grunde Pflästerchen.“

Vielmehr müsste sich im Land etwas grundlegend ändern, doch seine bisherigen Erfahrungen ließen wenig Hoffnung, beschreibt Heribert Hölz: „In der bosnischen Republik ist bei den Politikern keine Tendenz zum gemeinsamen Handeln erkennbar. Mehr oder weniger sind die alle Nationalisten!“

Welch verquere Denkweise vorherrscht, zeigte sich beim Gespräch mit dem Initiator der Bosnienhilfe als Heribert Hölz den Ort „Bijeljina“ auf der Landkarte zeigt. Es handelt sich um die zweit größte Ortschaft der „Republika Srpska“. Die Autokarte zeigt nämlich praktisch nur die Straßen dieses Teils der Republik „Bosnien und Herzegowina“, obwohl sich die Republika Srpska über zwei Landesteile erstreckt, die keine Verbindung miteinander haben. Die „Föderation Bosnien und Herzegowina“, die dazwischen liegt und natürlich zum Gesamtstaat gehört, wird nur minimal dargestellt.

Konkret hat er in Bijeljina einer kleinen Personengruppe geholfen, die am Stadtrand der serbisch dominierten Stadt lebt, wobei Leben nach Hölzs Worten ein relativer Begriff sei: „60 Menschen leben dort in verfallenen Häusern, keiner jünger als 50, alle ohne Arbeit oder Sozialhilfe, ohne Unterstüzung von irgendwem. Ich habe vieles gesehen! Wissen sie, Armut hat viele Gesichter, doch irgendwie ist es immer doch gleich!“

Lebensmittel und was man zum Leben braucht, hat er dort organisiert, und auch wenn er es nicht sagt, wirkt er ein bisschen verzweifelt: „Meine Möglichkeiten zu helfen, sind begrenzt.“

Trotzdem ist er immer wieder Ansprechpartner, wenn es darum geht, Hilfe zu leisten. So unterstützt er jetzt eine weitere Suppenküche mit 15.000 Euro, nachdem eine schweizer Hilfsorganisation das Projekt auslaufen ließ und sich kein anderer Hilfsgeber finden ließ, obwohl bei vielen nachgefragt worden war. „Fragen wir doch den Hölz, heißt es dann“, berichtet Heribert Hölz von verschiedensten Hilfsnachfragen.

„Wer Hilfe braucht, kann zu mir kommen!“ So lässt sich die Leitlinie beschreiben, die für das Handeln von Heribert Hölz maßgeblich ist.

Dabei wünscht sich der Neukirchen-Vluyner, dass die Region wieder mehr Aufmerksamkeit bekommt, denn bei 25 bis 50 Prozent Arbeitslosigkeit sei jede Entwicklung schwer. „Europa und die Welt sollten versuchen, hier etwas zum Positiven beizutragen“, betont Heribert Hölz, der mit seinen 76 Jahren weiterhin Hilfe leisten möchte.

Wer ihn dabei unterstützen möchte, kann dies unter dem Spendenkonto für die Bosnienhilfe tun:

Caritas Duisburg

Stadtsparkasse Duisburg

IBAN: DE14 3505 0000 0200 1043 05

Stichwort: Bosnienhilfe

Die Angabe des Stichwortes ist besonders wichtig, damit das Geld auch richtig verbucht werden kann.

(Niederrhein Verlag GmbH)
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